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Eine Wafferfaytt auf der Lokomotive.
(Nachdruck verboten.)
Die Lokomotivführer der Eilzüge amerikanischer Eisenbahnen haben Aufgaben zu bewältigen, welche einen außerordentlich hohen Grad von Mut, Entschlossenheit, Wachsamkeit, sowie eine große Erfahrung erfordern. Solch ein Lokomotivführer, hat stets das Gespenst des Todes neben sich, und es ist jedenfalls ein bescheidener Trost, wenn versichert wird, daß kein Mensch auf der Welt so viel wechselnde Szenen und Eindrücke genießen kann, wie sie. Dennoch entbehrt das Leben auf der Lokomotive auch nicht der humoristischen Phasen, die sogar nicht selten als Begleiterscheinungen großer Gefahren auftreten.
Zu den interessantesten Vorgängen, auf welche der privilegierte Gast auf der Lokomotive jener Schnellzüge aufmerksam gemacht wird, gehört die während der Krhrt erfolgende Entnahme von Wasser aus den zwischen den Schienen liegenden Reservoiren. Da die Schnellzüge häufig auf sehr weiten Strecken gar keine Station berühren, bezw. ohne Rast an untergeordneten Stationen vorüberjagen, so muß auch die Wasseraufnahme ohne Zeitverlust während der Fahrt geschehen, und zwar sind zu diesem Zwecke eben jene Reservoire angelegt. Es passiert nun nicht selten, daß der Wasserkasten auf dem Tender überfüllt wird, namentlich, luetut der „Schöpfer" ein wenig zu lange in das Reservoir zwischen den Schienen hinabgelassen wird. Ein Mitarbeiter des „Editor", welcher als bevorzugter Gast eine derartige Fahrt auf einer Lokomotive der „Newyork Central and Lake-Shore-Bahn" mitmachte, schildert diesen Vorgang als äußerst interessant. Die Vorschrift lautet, daß die Wasserentnahme nur bei 68 Moni etern Geschwindigkeit pro Stunde erfolge,t soll, daß also eine Verminderung der Fahrgeschwindigkeit eintreten müsse, falls der Zug mit größerer Geschwindigkeit fährt. Dieser Vorschrift entsprechen natürlich die Lokomotivführer im allgemeinen, aber in diesem Falle wurde die vorschriftsmäßige Schnelligkeit beträchtlich überschritten. Man wird sich _ nun vorstellen können, daß das Einströmen des Wassers in den Wasserkasten in großer Menge und mit großer Gewalt erfolgt, und daß dieser in ganz kurzer Zeit gefüllt wird, wenn der mit vorspringendem Schnabel versehene Schöpfer bei einer Fahrgeschwindigkeit von 90 Kilo- metern pro Stunde durch das Reservoir geführt wird. Es erfordert d'aher bedeutende Umsicht seitens des Heizers, um den Schöpfer in dem rechten Moment hochzuziehen und ein Ueberströmen zu vermeiden. Um das Zersprengen des Wasserkastens durch den gewaltigen Wasserandrang zu ver- hindern, ist ein großes viereckiges Loch in den oberen Teil des Wasserkastens, und zwar an seiner Rückseite, ein- gefchnitten, gerade der vorderen Plattforin des dem Tender folgenden Gepäckwagens gegenüber. Im Falle eines Ucber- fließens stürzt das Wasser wie ein Wasserfall ans dieser Oeffnung hervor. Als der Twentieth Century-Zug das erstemal die Strecke befuhr, geschah es auch, daß der Wasserkasten überfüllt wurde. Das herausströmende Wasser stürzte auf die Vorderwand des Gepäckwagens, riß die Tür auf, strömte durch die Gepäckabteilung und ergoß sich in den benachbarten Barbierraum. Der Haarkünstler floh in seiner Bedrängnis Hals über Kopf in das Rauch- zimmer, während die schäumende Flut ihm auf den Fersen folgte. Um daher einen Unfall dieser Art kiinftig zu verhüten, wurde die Vordertür des Gepäckwagens durch einen Bretterverschluß gesichert, sodaß Gepäckmeister und Barbier fortan ihre Berufsarbeit im Trocknen ausüben konnten.
Im vorliegenden Falle versagte nun aber die mittels koniprimierter Luft arbeitende Vorrichtung, welche zum Hochziehen des Schöpfers dient, sodaß das Wasser noch fortwährend in den Wasserkasten des Tenders strömte, nach dem derselbe bereits vollständig gefüllt war. Tonnen überströmenden Wassers ergossen sich gegen die Vorderseite des Gepäckwagens, teilten fick und stürzten wie ein großartiger Wasserfall zu beiden Seiten auf den Bahnkörper. Wenn das Wasser hier bei einer Geschwindigkeit von iy> Kilometern in der Minute die Kiesbeschotternng berührte, so wirkte das, als ob das Wasser aus einem gigantischen Feuerschlauche ausgeschleudert würde. Tas fliegende Wasser zerstäubte nach rechts und links und bildete eine ungeheure, Wolke zischenden Schaums, hinter welchem der übrige Teil des Zuges vollkommen verschwand.
Einmal, d. h. nach den. Verschließen der Vordertüv des Gepäckwagens aus den oben erwähnten Gründen, geschah es, daß ein Handwerksbursche, der die Gelegenheit erspähte, unbehelligt eine Fahrt von 240 Mometern auf einem der schnellsten Züge der Welt zurückzulegen, sich in dem Augenblicke, als der Zug abging, auf die vordere Plattforin stahl, und es sich dort für die Reise bequem machte. Es befinden sich nun zwei Wasserkästen auf dieser Strecke, und bei jedem derselben tritt der Schöpfer in Tätigkeit. Es wird uns nun nicht verraten, ob die Heizer zufällig den blinden Passagier gewahr wurden und"ihm eine Lektion erteilen wollten; Tatsache aber ist, daß durch ein sonderbares Zusammentreffen bet jedem der Wasserkästen ein Ueberströmen heftigster Art eintrat. Am Ende der Fahrt, als der Lokomotivführer Umschau hielt, erblickte er das aufgeweichteste menschliche Exemplar, welchem er je in seinem Leben begegnet war. Das Wasser tropfte ihm aus dem Haar und aus den völlig durchnäßten Kleidern. Die Hand auf den Arm des Lokomotivführers legend, fragte der arme Kerl: „Sagen Sie mir, Mann, wie heißen die beiden Flüsse, dnrch welche wir da hinten gefahren sind?" F Hd.
Vermischtes.
Nach 25 Jahren. Um zu zeigen, ivie sehr man sich irren kann, wenn man das Glück und Unglück im Leben eines andern beurteilen will, wurde kürzlich in heiterer Gesellschaft folgende Geschichte erzählt: Zwei Männer trafen zufällig zusammen, nachdem sie einander seit 25 Jahren nicht gesehen hatten. Sie tvaren als Schuljungen gute Freunde gewesen, hatten sich aber später gegenseitig aus den Augen verloren.
„Wie igeht's, Wilhelm?"
„Wie geht's, Karl?"
„Erzähle mir von Dir. Wo bist Du geweseit, und was hast Du getan? Wie ist es Dir in diesem Btertel- jahrhundert ergangen?"
„Nun, Karl", entgegnete Wilhelnr nachdenklich und ein wenig traurig, „ich bin auf demselben Fleck wie damals vor 25 Jahren."
„Wirklich?"
„Ja, genau auf demselben Fleck."
„Mer Du mußt doch etwas erlebt haben."
„Ja, ich war verheiratet."
„Also -"
„Sie war aber auch geizig."
„Das ist traurig."
„Doch sie war reich."
„Na also —"
„Sie war aber auch geizig."
„Donnerwetter, das ist fatal."
„Gewiß — das war fatal. Aber sie starb."
„Das ist g— traurig."
„Nirn, ich weiß nicht, sie hinterließ viel Geld." „Natürlich. Das war — nun — Geld ist stets eine
„Gewiß, das ist es, aber sie hinterließ mir ketns."
„Das tut mir leid."
„Nun, es hätte schlimmer sein können. Sie hinterließ mir ein schönes Haus."
„Nun, da kannst Du doch zufrieden sein?"
„Ja, ich war es auch; aber das Haus brannte ab."
„Das ist Pech."
„Ja, das ist Pech Das Haus war nicht einmal versichert. So bin ich jetzt eben auf demselben Fleck wty damals vor 25 Jahren." Tit-Bits. _
Z a h l e n d i a m a n t.
1
(Nachdruck verboten.)
1 2
6 alte Gottheit
4 2 3
6 7 Stimmungsausdrnck
12 3 4
5 6 7 weiblicher Borname
17 5
6 7 Stadt in Hannover
5 6 6 Fluß in Europa,
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«Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Charade in vor. Nr.r Stillschweigen.
Redaktion: Curt Plato. — Rotationsdruck und 8 erlag der Brüll'scheu UniversttSts°Dnch. und Cteindruckcrei (Pietsch Erben) in Gießen,


