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seitens oer ersten Afrikareisenoen beruhte, ba die Ein­geborenen weder von einem König noch von seinen fabel­haften Schätzen etwas wußten.

In der Regel haben diese Schätze tatsächlich keinen Marktwert bisweilen sind es europäische Waren, an denen die Wilden Gefallen fanden, gewöhnlich aber sind es alte Gegenstände, an welche sich abergläubische Vor­stellungen knüpften. Ms Bickrnore vor 30 Jahren Sumatra bereiste, fand er ein merkwürdiges Beispiel der ersten Art. Seine wiener Erzählten ihm beständig von wundervollen Ringen, welche man in Schlangenköpfen gefunden und für welche die Rafahs ungeheure Preise gezahlt hatten. Manche sagten, diese Ringe seien Tiamanten von abnormer Gestalt. Schließlich fand Bickmore einen freundlichen Rafah, der ihm seine Raritäten zeigte. Er bekam auch einen der be­rühmten Ringe zu sehen, und dieser erwies sich als ein einfacher Glasring, der in Europa im günstigsten Falle etwa 10 Pfennig wert gewesen wäre. Wie diese Ringe nach Sumatra gelangt waren, ließ sich nicht feststellen.

Alle Eingeborenen des fernen Ostens glauben, wie der Loudon Standard" im Anschluß an diese Mitteilung aus- kührt, daß Steine und Juwelen sich bisweilen in den Köpfen der Schlangen finden, und der glückliche Sterbliche, der einen reichen Mann zu überzeugen weiß, daß das von ihm angebotene Exemplar echt ist, kann jeden Preis für ziemlich wertlose Objekte fordern. Denn diese Steine gelten als zauberkräftige Amulette, zumal bei Frauen. Noch kost­barer ist ein Horn des Moschustieres; kein Wunder, da das Tier hornlos ist. Viele Wilden glauben jedoch, daß in sehr seltenen Fällen gehörnte Moschustiere gefunden wer­den, und zwar sollen ihre Hörner aus Bronze bestehen. Ein Exemplar wurde einmal dem Rajah Brooke angeboten. Der VerNufer muß einen seltenen Grad von Unverschämt­heit besessen haben, wenn er nicht in gutem Glauben han­delte. Der Gegenstand stellte ursprünglich eine aus Bronze gebildete menschliche Figur von IV2 Zoll Höhe dar, vielleicht einen Hindu oder Mrmanen, doch war das kleine Bildwerk so abgenutzt, daß kaum noch eine Form zu erkennen war.

Die Zeichen der königlichen Würde der malaischen Herrscher bilden nach demLondon Standard" unschätzbare geheiligte Nationalschätze. Die Gegenstände dürfen nur tion den Angehörigen eines gewissen Stammes, oder einer ge­wissen Familie berührt werden und selbst von diesen nur bei bestimmten Gelegenheiten. Skeat erhielt die Erlaubnis, sich die Kostbarkeiten Selangor's anzusehen sie bestanden in drei Trommeln verschiedener Größe, zwei Kesselpauken, einer Trompete, einer Flöte, acht mit Kuhschwänzen geschmückten Lanzen, einem Dreizack, einem Götzenbild,'einem Betelkastcn, dem Staatsfchwert, zwei anderen Schwertern, dem könig­lichen Schirm und der Tabaksdose. Das Volk im allge­meinen und die Bewohner des Palastes betrachten diese Gegenstände mit außerordentlicher Ehrfurcht. Auch haben sie eine tödliche Furcht vor denselben, die sehr begründet zu sein scheint. Mr. Skeat fand die Kleinodien in einer großen, mit Zinn ausgeschlagenen Kiste aus'bewahrt, welche auf hohen Pfosten mitten auf einem freien Rasenplatze aufgestellt war. Der Sultan erklärte, daß er sie der Sicher­heit wegen dorthin gestellt habe, um seine Kinder, Freunde und Diener vor Lebensgefahr zu schützen. Ja viele seien schon getötet worden. Skeat nahm die als besonders ge­fährlich bezeichnete Trompete in die Hand, obwohl der Sultan ihn warnte. Am nächsten Tage aber geschah es, daß sein Arm so ernstlich anschwoll, daß er den Distrikt verlassen mußte, um ärztlichen Rat zu suchen. So wurde die Ehrfurcht vor den Kleinodien Selangors gerechtfertigt. Es soll aber in jener Weltgegend noch weit merkwürdigere Insignien der Köuigswürde geben.

Die bemerkenswertesten Wildenschätze sind vielleicht die von den Dyaks Borneos so hoch geschätzten Tonkrüge. Sie sind sehr alt und zweifellos von den Chinesen ange­fertigt worden. Es giebt drei Arten von Krügen: Der ziem­lich häufig vorkommende ca. 12 Zoll hoheRusa", mit glatter, brauner Oberfläche und eingekratzten Tierfiguren ist 120 bis 160 Mark wert. Dann kommt der gelbe, mit Drachen geschmückteNaga", im Werte von 300 bis 2000 Mark, der zwei bis dreimal so groß als der vorige ist. Der grüne, mit Figuren geschmückte Gusi ist 18 Zoll bis zwei Fuß hoch, und so selten und kostbar, daß sich kein Preis für denselben angeben läßt. Es ist bekannt, daß ein Häuptling

14 000 Mark für einen solchen Krug zahlte rmd ihn um keinen Preis wieder verkaufen wollte. Ter Sultan von Borneo besitzt natürlich die schönsten Exemplare, die er jedoch als Geschenk erhielt. Spencer St. John fragte den verstorbenen Sultan in geschäftlichem Ton, vb er einen dieser Krüge für 40 000 Mark verkaufen wollte. Seine Ma- jestät aber verneinte ohne Zögern. In der Tat verbient er in Zeiten der Krankheit oder Not hübsche Summen durch, den Verkauf von Wasser aus seinen kostbaren Krügen.

In Sarawak und auch in dem holländischen Territo- rium wird die außerordentliche Ehrfurcht für diese Krüge von der Regierung in sehr raffinierter Weise ausgenutzt.

Jeder größere Stamm besitzt eine Anzahl solcher Krüge, aus welchen zurzeit der Aussaat und Ernte heiliges Wasser auf die Felder gesprengt wird. Wenn Verbrecher nicht aus­geliefert werden, oder junge Krieger Unruhen verursachen, so werden die Krüge zum Pfand genommen. Ein rebellischer Stamm wird zu so und so viel Rusas oder Nagas verurteil^ oder auch wohl zu einem Gusi, wenn man weiß, daß ein solcher sich in seinem Besitz befindet. Es ist merkwürdig, daß die kannibalischen Battacken Sumatras ebenfalls kost­bare irdene Krüge besitzen, welche für dieselben feierlichen Bräuche benutzt werden. F. Hd. ,

Literarisches.

Das altbewährte Familienblatt Daheim steht jetzt int 39. Jahrgang; aber man merkt ihm nichts an vom Mer; es ist vielmehr jung geblieben, wie ein Blick auf eine beliebige Nummer zeigt. Nehmen wir die in den ersten Tagen des Januar erschienene Nummer zur Hand. Der jetzt dem Schluß zustrebende RomanKr a ch" von Hanns von Zobeltitz schildert in ergreifender Weise die Ge­schichte eines Bankkraches, wie sie in den letzten Jahren Deutschland mehrfach erschüttert haben; ein anderer neu beginnender Roman von Paul Oskar Höcker, der in dieser Nummer angefangen wird, führt den TitelDer Taugenichts". Tie handelnden Personen auch dieses Romans sind mit solcher Frische und Meisterschaft ein­geführt, daß man auf den Fortgang der Erzählung ge­spannt ist. Die Aufsätze, welche diese Nummer des Dahmm bringt, knüpfen fast durchgängig an die Gegenwart an, sind also aktuell. Der vielgewanderte Weltreisende Dr. Georg Wegener führt uns nachDelhi", der alten indischen Fürstenstadt, und schildert ihre wunderbaren Bau­werke. W. v. Bremen belehrt uns überSeekriegs- recht und Piraterie", doppelt interessant bei den Verwickelungen in Venezuela, und Professor Eduard Heyck plaudert in anregender Weise überDie Zwölf­ten, indem er das Leben und Treiben unserer germani­schen Urväter um die Zeit der Wintersonnenwende schildert. Aktuell ist aber das Daheim noch in anderer Weise, indem esAus der Zeit für die Zeit" zahlreiche von gut geschriebenen Texten begleitete Abbildungen von Tages­ereignissen bringt. Ter häuslichen Kunst dient das Daheim durch Wiedergabe von wahrhaft künstlerischen Holz­schnitten, besonders auch durch Kunstbeilagen in T o n d r u ck auf feinem Papier. Eine Besonderheit des Daheim, die kein anderes Familienblatt bietet, sind die BeilagenFr au en d ah e im",Hausgarten", Kinderdaheim",H ausmu sik" undSam m l er- dahei m", die den Liebhabern eine Fülle interessanten Lesestoffes bieten.

Charade.

Nachdruck verboten.

Das Erste bient uns, zeigt sich's kalt und hart, Man ißt es gern, wenn eS von and'rer Art. Das Zweite ist beim Reh und beim Gewehr. Das Ganze ist im Winter mein Begehr.

(Aufiösung in nächster Nummer.)

Auflösung der Schachaufgabe in vor. Nr.:

W. Kgl, De3, Tc7, 64, La2, h2, 867, Bc5, d2.

Schw. Kb4, 15c4, a3, a4, a5, g2, h3.

1. 8ä7-b8, Dd4: 2. Tb7, Kc5: 8. d3. L . . ., Kb6 2L Dc8f,i 3. Dc6.

Redaktion: Curt Plato. Rotationsdruck und Lerlaa der Brübl'sche« UniversitütS.Buch- und Etrindruckerri (Pietsch Erbe«) in Dießen.