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rnid erfahre viel freundliches Entgegenkommen von den schlichten, gutmütigen Landbewohnern. Du glaubst gar nicht, mit welcher Herzlichkeit man mich überall mit süßer Milch und frischem Brot bewirtet, und was für interessante Dinge ich dabei. erzählt bekomme!"
„2BoS denn für Dinge?" fragte Nita mit gerunzelter Stirne.
„Geschichten von Verzauberungen, Schmugglern, alten Familien und vergrabenen Schätzen."
„Sonderbares Mädchen! Doch sage, was hast Du für heute nachmittag vor? Komm doch mit uns zum Golf- Mel."
„Nein, ich möchte den alten Invaliden besuchen."
„28-ie kann Dich ein solcher Mann interessieren? Spiele doch lieber mit uns, und mit dem hübschen, eleganten Lord Fitz Lofty Golf, anstatt Deine Zeit in der Einsamkeit oder mit alten Invaliden zu verbringen!"
„Wenn mir der alte Soldat nun aber lieber ist, als Lord Fitz Lofty mit seinem gigerlhaften Wesen."
„Du drängst Dich selbst zu sehr in den Hintergrund, Neidest Dich diel zu einfach und bist so still und zurückhaltend, daß Dich sicherlich jedermann für eine arme Verwandte hält, die bei mir das Gnadenbrot ißt."
„Um so besser, denn wenn es sich verbreitet, daß ich „ein Goldfisch" — eine reiche Erbin bin, so kann ich Dir im Voraus sagen, daß ich dann entweder davonlaufe oder mich in mein Zimmer einschließe. Denk an Dein Versprechen."
„Gewiß. Zum Glück ist niemand von unseren Londoner Bekannten hier, um Dir den Zettel „Wertgegenstand" anzuhängen."
„Nein, sie haben diese paradiesische Gegend noch nicht unsicher gemacht, aber auch ohne sie ist es schon mehr als voll genug hier. Was ich noch sagen wollte, denke Dir, es herrscht eine solche Nachfrage nach Schiffen, daß Greville und Mrs. Ducritt sich jetzt in eines teilen müssen. Sagte er es Dir schon?"
Lady Fanshawe, die, in die wohlgefällige Betrachtung ihrer eleganten Schuhe versunken, der Länge nach ausgestreckt, aus dem Sofa lag, schnellte plötzlich mit einem Satz und mit feuerrotem Gesicht in die Höhe.
„Unerhört!" schrie sie auf, „das dulde ich nicht, und ich werde es ihr auch sicherlich noch unter die Nase reiben!"
„Mer meine liebe Nita, die Sache ist bereits fest- gemacht. Greville ahnt natürlich gar nicht, daß Du etwas dagegen haben könntest. Du fischst ja selbst nicht, und kannst unmöglich so neidisch sein. Deinen Platz im Schiff nicht jemand anderem zu gönnen."
„Es ist geradezu abgeschmackt, wie er mit dieser Person herumscharmuziert. Ich bin überzeugt, daß es den Leuten längst ausgefallen ist. Sie ist ein freches, burschikoses Frauenzimmer und ich kann wirklich nicht begreifen, was Greville an ihr findet."
„Sie hat die besten Angelfliegen mrd ist ebenso begeistert für die Fischerei als er. Gleich und gleich gesellt sich gern", erwiderte Maureen.
^Jch verabscheue sie; sie raubt mir meine Ruhe." „Aber meine liebe Nita", fuhr Maureen, ihre Schwester mit ernsten Blicken betrachtend, fort, „was für einen Unsinn hast Du Dir da in den Kopf gesetzt? Mrs. Duckitt ist meiner Ansicht nach eine äußerst liebenswürdige, offene und heitere Gesellschafterin, voll Unternehmungslust und Tatkraft. Ich persönlich habe sie sogar sehr gern und bedaure nur, daß ich sie nicht häufiger zu sehen bekomme."
„Ein Mannweib ist sie, die ich ins Pfefferland wünsche! Doch lassen wir das. Wenn Du Mch also ohnedies durchaus wieder in der Umgegend Herumtreiben willst, so könntest Du wenigstens Taffy mitnehmen, er ist ein entsetzliche Plage beim Golffpiel, da er entweder die Bälle sängt,, oder sich derart ut Kaninchenlöcher verbohrt, daß man ihn nur mit Mühe und Not wieder herausbringt."
„Meiner Ansicht nach ist er eigentlich überall eine Plage. Zwei Katzen und vier Hühner hat er schon während meiner Streifzüge gemordet und mich dadurch in die größte Verlegenheit gebracht. Wer es ist doch wohl besser, ich uehme ihn mit", sagte Maureen, die Tür öffnend. „Vor Wend darfst Du uns nicht zurückerwarten. Komm mit, Taffy."
Achtes Kapitel.
Ein Plauderstündchen.
Der alte Invalide Patrick Ryan, gewöhnlich nur Pat genannt, wohnte nicht weit von der Brücke, dicht neben einer, in einer malerischen Schlucht gelegenen Mühle. An schönen Tagen konnte man ihn häufig auf einem, bei seiner Wohnung gelegenen Neinen Hügel sich sonnen sehen. Mch als Miß D'Arcy sich zu ihm gesettte, saß er dort in Gesellschaft eines weißen Hundes.
„Sie brauchen sich vor Lost nicht zu fürchten, er ist kein gemeiner Köter", sagte Ryan, indem er aufstand und seinen jugendlichen Gast mflitärisch begrüßte. „Er läßt sich niemals in einen Kampf mit jemand ein, der schwächer, ist als er, auch wenn er noch so sehr gequält wird."
„Er ist also ein Tier mit einem hohen Ehrgefühl. Gehört er Ihnen?" fragte sie.
„Nein, Fräulein; er gehört dem Kutscher Terence; da der aber die meiste Zeit mit den Postkutschen unterwegs ist, so muß der arme Hund mit der fortgesetzten Sehnsucht nach seinem Herrn zu Hause bleiben. Es ist merkwürdig, brs zu welchem Grad sich solch stummes Tier in ein menschliches Wesen vernarren kann. Um einen Blick seines Herrn zu erhaschen, ist er im stände, ohne Nahrung meilenweit zu laufen; und mit was für sehnsüchtigen Augen er ihm immer nachsieht, es ist wahrhaft rührend! Und doch kann ein Hund, der sein kurzes Leben an einen Menschen hängt, nicht schlimmer dran sein, als ein Mann, der seine Liebe an eine Frau verschwendet", schloß Ryan, mit nachdenklichem Ernst den Kops wiegend und mit einem Msdruck, der eine traurige Erfahrung verriet. „Aber die Hunde, ja, bei Gott, die haben ein gutes Herz, das dürfen Sie mir glauben", stieß er plötzlich hervor, „so gut wie nur irgend ein Christenmensch."
„Die meisten ohne Zweifel", stimmte die junge Dame bei. „Dieser aber", fügt« sie auf Taffy zeigend, hinzu, „kennt nur die Liebe für seine eigene Keine Person."
„Bei solchen neumodischen Schoßhündchen mag das der Fall sein, bei Lost aber nicht", antwortete er, düsen streichelnd. „Er kann einen ganzen Tag auf Terences Rock liegen und stundenlang am Kreuzweg sitzen und der Postkutsche auflauern. Manchmal nehme ich ihn zu mir, was ihm auch ganz recht ist, da er weiß, daß Terence und ich gute Freunde sind, und das ist auch wirklich wahr. Manches Päckchen Tabak bringt er mir oder hin und wieder eine Zigarre, die ihm wahrscheinlich irgend ein Herr im Postwagen schenkte."
„Er besucht Sie also häufig?"
„Mindestens einmal in der Woche. Wir haben eben beide etwas von der Welt gesehen, obwohl ich vierzig Jahre älter bin als er. Mit den anderen Leuten in Bally- bay giebt er sich nicht viel ab, er tut eben seine Arbea und damit basta."
„Das kann ich mir denken. Verheiratet ist er wohl nicht?" , '»
„Nein, keine Rede. Drei oder vier Madels, die Töchte» reicher Farmer, haben zwar ein Auge auf ihn geworfen, weil er ja so ein hübscher Kerl ist, aber er will ni<**" von den Frauenzimmern wissen."
(Fortsetzung folgt.)
Schätze der Wilden.
Nachdruck verboten.
Die Schätze der Wilden sind meist von recht zweifeb» haftem Wert. Dinge, die wir für besonders kostbar ansehen, genießen nur in seltenen Fällen auch in ihren Augen dieselbe Wertschätzung. Gold und Silber speichern sie wohl auch in Form von Schmuckgegenständen auf, aber nicht ih'-s Metallwerts wegen. Den Wert der Edelmetalle richtig schätzen, lernen nur diejenigen Wilden, welche mit Kaufleuten zivilisierter Völker in Berührung kommen. Ter Reichtum des afrikanischen Königs von Momotopata war Generationen hindurch in Europa sprichwörtlich. Zwe- Jahrhunderte hindurch zweifelte niemand daran, daß in Ost- Afrika hinter den portugiesischen Ansiedlungen ein König wohne, dessen Reichtümer unermeßlich seien, und der ein weites Reich, Namens Momotopata, beherrsche. In unferm prosaischen Zeitalter jedoch ist nachgewiesen worden, daß der Name des Königreiches auf einem Mißverständnis


