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alücken beim Schenken ist meist ganz Nebensache, man genügt einer lästigen Pflicht, oder man läßt sich gerne oder ungerne in einen Tauschhandel ein, bei dem man sich vrel- leicht freut, ein gutes Geschäft machen zu können, oder bei denr inan pedantisch die Gleichwertigkeit der Gegenstände zu wahren sich bestrebt, um sich ja uicht durch ein Zuviel zu schädigen oder ein Zuwenig eine unangenehme Blöße zu geben. Das ist keine schöne Art des Schenkens, und es wäre geradezu ein Unrecht, wenn die junge Generation auch schon zu solchen Berechnungen beim Schenken erzogen würde. Takt und warmes Gefühl für den anderen gehört in allen Fällen zu dem Schenken, welches Geber und Empfänger glücklich macht und bei welchem der Sinn, in welchem die Gabe gereicht wird, über ihre Aufnahme entscheidet. Wer aus dem Herzen schenkt, der wird mit ferner Gabe gewiß auch zum anderen Herzen dringen, und damit einen fausten Gruß von Seele zu Seele leiten, der Gegen- sätze und Mißverständnisse zu verwischen weiß und frohe Harmonie erzeugt. Welcher Zeitpunkt könnte zur Ausübung solch löblichen Tuns w-ohl geeigneter sein als die vom Geheimnis der höchsten Liebe durchdrungene herannahende Weihnachtszeit!
* N e u e F a m i l i e n n a m e n. Man schreibt der „Boss. Ztg." ans Kopenhagen: Ein kleiner Gesetzentwurf, den der dänische Justizminister im Lairdsthing einbrachte, betrifft eine für die meisten Kulturländer, auch für die Gebiete der Meyer, Müller und Schulze interessante Sache: dre An- nahnie neuer Familiennamen durch solche Staatsbürger, die mit allzu gewöhnlichen Namen bedacht sind. Ungewöhnlich viele dänische Familiennamen endigen auf die Silbe „sen" (von Sohn). So gibt es in Dänemark tote überhaupt im -ganzen skandinavischen Norden unzählige Hansen, Petersen, Jensen, Nielsen, Sörensen, Jürgensen, Rasmussen, Larsen, Klausen, Knudsen, Brodersen, Madsen, Siversen usto. Man kann sich denken, daß das häufige Auftreten dieser Namen zu vielen Verwechselungen und Kollisionen führt. Einige wenige Zahlen mögen einen Einblick gewähren in den Umfang dieses „nationalen Unglücks." Die dänische Hauptstadt zählt jetzt rund 500 000 Einwohner und von diesen schreiben nicht wenrger als 42 v H, also 210000 Menschen ihren Familiennamen mit sen". ~ Am häufigsten kommt der Name Hansen vor. Auf Grund statistischer Angaben kann man die Zahl der Hansen in Kopenhagen auf mindestens 50000 oder den zehnten Teil aller Einwohner schätzen. Außerhalb der Hauptstadt aber kommt dieser Name wie auch andere mehr gebräuchliche, z. B. Petersen, Sörensen und Jensen, entschieden noch häufiger vor. Bon 72 000 Einwohnern der Hauptstadt tragen 26000 Personen nur 20 verschiedene Namen; hier scharen sich also in 20 Fällen 1300 Menschen um einen und denselben Namen; für einzelne dieser Familiennamen stellt sich das Verhältnis natürlich noch bedeutend „günstiger". Es ist einleuchtend, daß sich aus dieser allzusehr beschränkten Auswahl an Familiennamen zahlreiche Mißstände ergeben, da auch selbst die umfassendste .Verwendung der Vornamen zur Unterscheidung der Hansen uttd Petersen nicht ausreicht. Seit längerem war man deswegen darauf bedacht, neue Familiennamen einzuführen. Auf Veranlassung be§ Justizministers erschien ein sogenanntes „Namenbuch" mit einer Auswahl von über 1000 verschiedenen dänischen Familiennamen, die von Zeitgenossen nicht getragen werden. Die Findigkeit der Verfasser dieses interessanten Merkchens muß man bewundern; die Namen sind nicht nur sprachlich dänisch und neu, sondern in den meisten Fällen auch wohllautend. Dieses Buch hat nun manche Hansen, Petersen und Störensen angeregt, ihre alten Nameit gegen unbekannte neue umzutauschen. Natürlich bedarf es dazu der Genehmigung der Regierung, die aber nie ausbleibt, wenn es sich um eine nur einigermaßen vernünftige Wahl handelt. Bisher verursachte die Prozedur des Namentauschcs eine Ausgabe von etwa 30 Mark, seit einigen Monaten aber hat der Justizminister den Preis auf etwa 5 Mark erniedrigt. Allmählich aber hat es sich notwendig gezeigt, das Recht der Namenveränderung doch etwas einzuschränken, und darauf bezieht sich der neue Gesetzentwurf der Regierung. Es soll verhindert werden, daß solche Namen gewählt werden, die ausgestorbenen alten Geschlechtern „von Namen" gehörten. Auch soll'man im stände sein, sich dagegen zu wehren, daß jemand sich den Namen eines
Gutes oder Besitztums eilte» andern beilege. Gleichzeitig will der Minister unbemittelten Personen die Namenveränderung gratis besorgen. Das Angebot der Regierung ist wirklich verlockend — ein regelrechter Ausverkauf!
Weihnachts-Litteratur.
Die Frauen des Orients in der Geschichte, in. der Dichtung und im Leben. Bon A. Freih. von Schweiger-Lerchenfeld. Mit ca. 350 Textabbildungen, elf farbigen und 15 schwarzen Vollbildern. In 25 Lieferungen je 1 Mk. A. Hartlebens Verlag, Wien und Leipzig. — Tie weiteren fünf Lieferungen (11—15), welche von diesem eigenartigen Prachtwerke erschienen sind, behandeln ausschließlich die Perser, der Natur der Sache nach eigentlich die Perserin, und zwar nicht etwa nur allein jenes farblose, nicht sonderlich interessante Wesen der Jetztzeit, das sich hinter Schleier und Maske verbirgt, im Harem! vegetiert. Wohl geht der fachkundige Verfasser der Gegenwart nicht aus dem Wege, sein Stoffgebiet ist aber ein schier unbegrenztes: es reicht weit in die verschleierte Vergangenheit zurück und klingt in den lyrischen Tönen aus, welche die einheimischen Dichter angeschlagen haben. Aber auch Frauen, welche der Geschichte angehören, zeichnet der Verfasser interessant und mit Verve. Man wird fast verblüfft von der Fülle dessen, was das altiranische Frauenleben bietet. Von den zahlreichen schönen Abbildungen sind besonders die Reproduktionen seltener und äußerst lehrreicher orientalischer Miniaturen hervorzuheben. Es ist nur gerecht, wenn dem Verfasser, der aus Originalquellen solche Schätze zu heben wußte, verdientes Lob zuteil wird.
Im Verlag der „Dtsch. Hausfrauenztg.", Berlin, tst „Ullas Kindheit", eine Erzählung für acht bis vierzehnjährige Knaben und Mädchen, erschienen. Die Verfasserin, Olga Arendt, die Tochter von Lina Morgenstern, hat in dieser Erzählung bewiesen, wie hübsch sie Kindern zu erzählen verstanden hat, was anregend und unterhaltend auf die jungen Gemüter wirkt. Ein Nachwort, das Lina Morgenstern zu dem Buche geschrieben hat, enthält die Mitteilung, daß die Verfasserin in „Ullas Kindheit" aus der Erinnerung an die eigenen Kinder geschöpft und zunächst für ihr Töchterchen niedergeschrieben hat. Das Buch wird auch in weiteren Kreisen Anklang finden. ,_
Kauswirllchaft.
- — Heute wird von ein er H aus fr au g ar viel gefordert! Sie soll nicht nur eine gute Mutter, eine tüchtige Haushälterin sein, soll sich Grazie und Schönheit bis ins hohe Alter bewahren, — man verlangt auch von ihr, daß sie eine „neue" Frati sei mit aufgeschlossenem! Sinn für den Fortschritt auf allen Gebieten. Namentlich in der Ausbildung nach der ästhetischen Seite hm hat sie den Bedarf des Hauses zu bestreiten; denn dem im Daseinskämpfe schwer ringenden Manne bleibt keine Zett, selbst tu sein Leben hineinzutragen, was es schmücken und ihm geistige Schönheit verleihen kann. Der Frau liegt diese Aufgabe ob. Unterstützt hierbei kann sie werden von der Äochenfchrift „Fü r s H a u s". Ursprünglich nur wirtschaftlichen Dingen dienend, hat fich diese Zeitschrift mit dem Beginn des neuen Jahrganges auf eine höhere Stufe geschwungen, indem sie von jetzt ab als „Salon-Ausgabe (Preis vierteljährlich 2 Mk.) erscheint. Diese Ausgabe erfuhr im Text und in der Illustration eine Bereicherung, die insbesondere den künstlerischen, sportlichen und geselligen Interessen der Frauen nützen soll. Abbildungen von Bildirn, Statuen, kunstgewerblichen Gegenständen usw. werden den schönsten Schmuck von „Fürs Haus' Zw Salongewande b - den Man erhält Probenummern in jeder Buchhandlung oder direkt bei der Geschäftsstelle „Fürs Haus", Berlin SM.
Zahlenschrift.
(Nachdruck verboten.) 12321245267—687 — 2642 — 9 10 12 — 11 2 10 12 13 5 10 2 10 6 4
Schlüssel: 12 3 13 1 2 3 beim Vogel; 11 9 8 2 Gesäß; 5 6 10 7 2 4 alter Stand.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Redaktion- August Götz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS-Buch- und Strindruckerer. R. Lange, Gießen.


