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bauten der Totenkopf-Husaren vorbei nach Oliva führte. Nach kurzem Gang durch den prächtigen Schloßgarten er­folgte ein Aufstieg auf den Karlsberg (107 Meter über dem Meere), einem der Randhügel der Seenplatte, von wo sich eine prächtige Aussicht über das umgebende Küstengebiet, über Oliva, Zoppot, Danzig und das Putziger Wiek darbot. Einen gleich schönen Ausblick gewährte Ad­lershorst, , eine 60 Meter hohe, in die See vorspringende Kuppe, die am Nachmittag von der Station Klein-Katz aus bestiegen wurde. Beide Bilder erinnerten lebhaft an die samländische Küste zwischen Rauschen und Warnicken. Nach einstündigem Gang direkt am Strand entlang nach Süden wurde das schön gelegene Bad Zoppot erreicht. Gegen Abend kehrten die Teilnehmer dann mit einem Vorortzug wieder nach Danzig zurück.

Ter 10. September war für einen Besuch der Halb­insel H e l a von Danzig aus vorgesehen. Die dreistündige Dampferfahrt, die in ihrem ersten Teil die Weichsel- Mündung mit den großen Werften (kaiserliche und Schichauwerst) und den starken Befestigungen zeigte, ge­staltete sich auf der offenen See zu einer recht bewegten. Tas Fischerdorf Hel a, das an der Spitze der gleichnami­gen Halbinsel, eines großen Tünenstreifens, liegt, machte mit seinen sauberen Hütten, die zum Teil von Badegästen bewohnt touren, einen recht guten Eindruck. Am äußersten Ende des Ortes befinden sich der Leuchtturm, und ein großes Hotel. Ter Aufenthalt währte kaum eine Stunde, da die See immer stürmischer wurde und man nicht wissen konnte, ob der Abenddampfer noch zurückging. Durch­näßt von den Sturzwellen, die fortwährend über Deck gingen, wurde schon in Zoppot ans Land gestiegen und nnt einem der Vorortzüge die Rückfahrt nach Danzig angetreten. Den Rest des Tages benutzte man zur Be- frchtigung der Stadt Danzig selbst. Von den außerordent- nch zahlreichen Baudenkmälern aus dem 16. und 17. Jahr­hundert konnten besonders die Marienkirche, der Artusyof und das Rathaus, die in ihrem Innern eine ungeheure Menge der interessantesten Schnitzereien und Malereien auftoresen, besichtigt werden. Eine Anzahl alter, schöner Tore (Krantor nsw.) nnd ganze Straßen (Frauengafse usw.) gaben den Besuchern mit ihren reichgeschmückten Giebeln und den sog.Beischlägen" (erhöhte mit der Straße durch erue Freitreppe verbundene Vorplätze) ein Bild des alten Danzig.

Am 11. September wurde der schöne Ostseestrand verlassen und an den beiden letzten Exkursionstagen noch das Weichseltal mit den ältesten Denkmälern'aus der Ordenszeit besucht. Die Fahrt führte von Danzig aus rm mächtig breiten Flußtal aufwärts zunächst an dem Ostabhang der pommerschen Seenplatte entlang bis nach Dir schau, mit feilten beiden berühmten Brücken, einer alten Pfeilerbrücke für den Fußgänger-, und Wagenverkehr und einer neuen Bogendrücke für den Eisenbahnverkehr, dre das ganze Ueberschwemmungsgebiet überspannen. Aus der Lauge dieser Brücken, die 784 Meter beträgt, läßt sich ein Schluß ziehen auf die Mächtigkeit des Stromes zur Zeit der Schneeschmelze. Von Dirschau nach Marienburg wurde ein Teil desWerder", des Mündungsgebietes d°r Weichsel mit seinen fruchtbaren Wiesen und Foldern durch­fahren und in Marienburg, dessen alte Ordensfeste noch emmal^rasch vor den Augen vorüberzog, der Schnell­zug nach Thorn bestiegen. Vorbei ging es bann an kleineren ostpreußischen Städten (Stuhm, Marienwerder) nach der Festung Graudeuz usw. Sie liegen alle in Fner' getotjjeit Entfernung vom Strom d. h. außerhalb ff ?^chflutgebiets. Von Kornatowo aus wurde in den Mittagsstunden Culm besucht, das wie G-randonz auf dem

Weichseluser schön gelegen ist. Von den n alten Festungswerken bot sich ein präch- lFüer Ausblick über das Weichseltal, das hier eine Breite Sn« hatV Wassermarken zeigten auf dem Weg

na Ä Hochwasser das Tal in seiner ganzen zierte, überflutet wird. Daher erklärt es sich audi daß S eigentlichen Hochflutbett teilte Wohnungen

^h9p89c?rÄe r^? en «üb Erlen. Tie normale KusM betragt hier gegen 400 Meter. Das Städtchen selbst hat eine Reihe interefsanter Backsteinbauten aus der Ordenszeit. Ist es doch nach Thorn die älteste STboXfir? beutschen OrdenT Von Kornatowo aus §sug oie Fahrt an Cnlmsee vorbei durch ödes Flachland hindurch nach T b o r n. Außerordentlich reges Leben zeigte

sich hier in den Abetldstunden auf den Straßen, in denen sich Laden an Laden reiht.

Am 12. S e p t e nl b e r wurde schon um 6 Uhr ein Per­sonenzug bestiegen, der die Exkursion die Weichsel abtoärtb nach Br ahn au brachte, an den toestlichsteit Punkt des großen Meichselkiiies. Hier an der Mündung der Brahe wendet sich die Weichsel, die bis dahin westlich stießt, schars nach Norden und verläßt damit die Zone der großen Täler. Von einer Anhöhe aus konnte man weit­hin das von der Brahe in ihrem Unterlauf durchflossene, ursprüngliche Weichseltal sehen, das sich zur Netze und unteren Oder fortsetzte. Denn erst nach dem Durchbruch durch die vorgelagerten Höhenrücken konnte die Weichsel von dieser westlichen Stelle aus ihren jetzigen Weg nehmen, woraus dami die Brahe das ursprüngliche Weichseltal teil­weise benutzte. Im Westen sah man in der Ferne die Türme von Bromberg; die Weichsel abwärts lag For- don mit seiner 1325 Meter langen Brücke, der längsten des ganzen Tales. Einige Stunden des Mittags wurden noch zur Besichtigung von Thorn, der ältesten Gründung der Deutschherren, benutzt. Das alte Ordensschloß an der Weichsel mit dem mächtigen Dansker, die Marien- und Jakobskirche, das Rathaus, der schiefe Turm usw. ivurden noch schnell ausgesucht. Um 12i/2 Uhr erfolgte dann die Weiterreise nach G n e'fwnunitdein D-Zug. Diese alte polnische Krönuttgsstadt ihren einförmigen

Häusern, den wenig beleb^^Mlecht gepflasterten Straßen den Eindruck einer in deWMtwicklung stehengebliebeneu, toeuii nicht zurückgegangeneli Stadt. Das einzige inter- efsante Gebäude, der Dorn, birgt in feinem Innern neben hervorragenden Goldschmiedearbeiten eine Menge kostbarer Altäre und Grabdenkmäler. Bon Gnesen aus wurde noch ein kurzer Gang nach Arkusdorf (Arkuszewo), einem der nahen deutschen Ansiedlnngsdörfer, unternom­men. Die roten Ziegeldächer der zerstreut, mitten im zugehörigeil Gelände liegenden Gehöfte sah man schon von weitem leuchten. Das ganze Dorf zog sich fast 1/2 Stunde lang zu beiden Seiten der großen Landstraße hin und machte. einen sauberen Eindruck. Gegen 6 Uhr erfolgte die Weiterreise nach Posen. Ein großer Zentralbahuhof, breite, belebte Straßen und eine gut besetzte elektrische Bahn ließen die deutschen, westlich der Warthe gelegenen Stadtteile in einem günstigen Licht erscheinen. Am späten Abend wurden noch mit der elektrischen Bahn das alte Posen, die Wallischei, Dominsel und Schrodka besucht, die von der ärmeren polnischen Bevölkerung bewohnt werden und den Eindruck eines großen Dorfes machten.

Ter 13. September, der letzte Exkursioiistag, war ein Reisetag. Um 7 Uhr wurde die Rückfahrt über Lissa, Glogan (durch das Ueberschwemmungsgebiet), Görlitz nach Dresden angetreten, wo der Zug um 4 Uhr eintraf. Nach kurzem Zusammensein im Zentralbahnhos wurde hier die Exkursion aufgelöst. Schon am vorhergehenden Abend war in Posen dem Leiter der Exkursion, Herrn Professor Sie­vers, der Tank der Teilnehmer ausgesprochen worden für die außerordentlich große Mühe und Arbeit, mit der er das Reiseprogramm entworfen und zusammcngestellt hätte, und für die schöne Führung während der Exkursion.

VevtitHcbte».

* V 0 in Schenke n. Allmählich rückt sie nun heran die ft ehe Festzeit, in welcher mehr denn das Jahr hindurch das Schenken mit seiner Freude, mit seinen Licht- und Cchattenfeiten sich in den Vordergrund unseres Lebens drängt, in welcher wir besonders daraus hingetoiesen wer­den, dem Grundgedanken dieser schönen und anmutigen Sitte näher zu treten. Nicht mehr so rein und ideal hat sich der sinnreiche Gebrauch, anderen und dadurch sich selbst durch das Geben eine herzliche Freude zu machen, in der Gesellschaft erhalten. Es wird zwar viel in unseren Tagen gegeben; es werden immer neue Gelegenheiten zum Schenken und zum Beschenktwcrden ersannen, aber das beste, das Herz, fehlt recht häufig bei diesen Gaben; daher kommt es wohl auch, daß dem Geber und dem Empfänger das Schenken so oft, statt eine wirkliche Freude, eine rechte Last istWenn ich nur wüßte, was ich dem geben soll; ich muß doch seine Gabe wettmachen", das ist so ein be­liebter Stoßseufzer, in welchem sich die gemütliche Schenk- art unserer Tage deutlich genug aussvricbt. Das Be-