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gemäß ist es auf Ihren nud meinen Namen ausgestellt. Jptcr ift cs t,z
Wit wichtiger Miene überreichte er Kalussofs das Dokument, das dieser begierig ergriff und las.
„In einigen Wochen", fuhr Popow fort, „wird die Patenterteilung von Amtswegen veröffentlicht werden; bis dahin müssen unsere Arbeiten kräftig gefördert sein. Tie paar tausend Rubel, die Sie bereits vor Monaten hergegeben haben, sind natürlich für Zeichnungen, Abfassung der textlichen Erklärungen und Patentunkosten völlig verbraucht worden. Wie vereinbart, fallen die fünfzehntausend Rubel, die Sie fetzt einschießen, mir persönlich als Entgelt für die Erfindung zu, aber ich will sie, um der Sache zu dienen, teilweise zum Bau und zur Ausrüstung des Straßenbahnwagens verwenden, vorausgesetzt, daß Sie die Berpslich- tung übernehmen, die anderen Fünfzehntausend binnen vierzehn Tagen zu beschaffen."
Timitrh Kalussofs überlegte eine Weile. „Bevor ich mich für den festgesetzten Termin binde", schützte er vor, halte ich es doch für notwendig, mich mit meinem Bruder zu verständigen. Aus diesem Grunde wäre mir eine Abschrift der Patenturkunde sehr erwünscht."
(Fortsetzung folgt.)
WeihnachtsbücheV.
Kürschners Jahrbuch 1983. Kalender-, Werk- rind Nachschlagebuch für jedermann. Begründet von Geh. Hofrat Professor Josef Kürschner in Eiseliach. Hermann Hillger Verlag, Berlin, Eisenach Leipzig. — Wie in jedem Jahr hat sich auch in diesem Winter ein lieber Gast aus dem Büchermärkte eingestellt, der dem Publikum schon seit dem ersten Male seines Erscheinens lieb und wert geworden ist. Es ist dies das bekannte Jahrbuch Josef Kürschners, des trefflichen Organisators, der im Juli d. I. seinem reichen Wirken in so unerwarteter, fast möchte man sagen, tragischer Meise entrissen wurde. Das Buch, das noch die reichen Früchte seines Wissens und feiner schöpferischen Thatkraft ausweist, ist das letzte Werk, dem er den Stempel seines Geistes ausgeprägt. Ein Beweis dessen ist der getadezu überschwenglich reiche Inhalt, aus dem wir einzelne wichtige Themata ansühren möchten, wenn wir nicht fürchteten, ebenso bedeutsame Materien mit Stillschweigen übergehen zu müssen. Deshalb beschränken wir uns darauf, dieses echte Haus- und Familienbuch unserem Leserkrerse aufs Beste zu empfehlen.
Vermißtes»
Billiger Christbaumschmuck. Man suche im Walde Tannenzapfen, Föhrenzapfen, Birkenfrüchte, Eicheln, Buchnüsse (bezw. die gestielten Samenhüllen dieser Früchte), reinige sie von Schmutz und bestreiche die einen mit Firniß, damit sie braun glänzend sind, die anderen bronziere man. Bronze, die mit arabischem Gummi angerührt wird, ist in Droguerien erhältlich. — Mus farbigem Seidenpapier mache man „Netze"; man schneidet Quadrate (10 Zentimeter auf 10 Zentimeter), legt diese in die Hälfte, daun nochmals so, daß wieder ein Quadrat entsteht und nun zur Raute. Mit einer Schere schneide man je einmal von der einen, dann von der anderen Seite, V« Zentimeter entfernt, doch nicht durch, daß alles aneinander bleibt. Ist dies geschehen, öffnet man sorgfältig und hat etn netzartiges Körbchen. Von Silber- und Goldpapier macht man sogenannte „Salz- und Pfefferbüchsen", die sehr hübsch am Baum aussehen. — Wer ein bischen Phantasie hat, weiß gewiß noch manches Stückchen Gold- und Silberpapier zu Christbaumschmuck zu verwendeu. Auch die Papierketten sehen hübsch aus; all' die Dinge können von Kindern gemacht werden, und dann holt sie das Christkind, das froh ist, wenn ihm ein paar fleißige Hand- chen helfen.
Die verkannte« Strümpfe. Ein heiteres Vorkommnis wird uns aus einem Wolga st er Geschäft gemeldet. Eine ältere Frau vom Lande betritt den Laden mit dem Ersuchen, ihr einige von den in der Zeitung empfohlenen Strümpfen zur Auswahl vorzulegen. Erstaunt blickt der Geschäftsinhaber die Frau an, da er keine Strümpfe führt und sich ihrer Anpreisung nicht bewußt ist. Die Frau belehrte ihn jedoch eines besseren, denn in der Zeitung stehe es groß und breit: „Glühstrümpfe empfiehlt
usw.", uns oa sie immer an kalten Füßen leide, wolle sie es einmal mit dieser Art Fußbekleidung versuchen. Der Verkäufer versuchte, der Frau ihren Irrtum klar zu machen und an einer Lampe den Zweck des Glühstrumpfes zu erklären, aber da kam er schön an, denn in höchster Entrüstung machte sie ihrem Herzen Lust über die Zumutung, daß man so'n Ting „Strumpf" nennen solle, und verließ stolz den Laden.
Die schlaue alte Frau. Eine alte Frau kam kürzlich in den Laden eines Optikers und ließ sich einige Brillen vorlegen. Sie wählte eine derselben und fragte nach dem Preise.
„Fünf Mark", war die Antwort.
„Und was kostet sie ohne Futterals
,Lch kann sie nicht unter 4.90 Mk. verkaufen", fagte der Optiker, der so viel wie möglich profitieren wollte.
„Rechnen Sie denn nicht mehr als 10 Pfennig für das schöne Futteral?" fragte die Frau.
„Nein", entgegnete der Geschäftsmann, „das Futteral ist nicht mehr wert als 10 Pfennig."
„Tas ist ja wunderschön", sagte die alte Dame mit einem Seufzer der Erleichterung. „Ich wollte eigentlich nur ein Futteral für meine Brille kaufen, da ich das alte
verloren habe." ,
Damit legte sie 10 Pfennig auf den Ladentisch und ging mit dem Futteral ihres Weges, bevor noch der bestürzte Optiker ein Wort der Erwiderung gefunden hatte., 1 ° T Ttt-Btts.
Die neueste Rechtschreibung.
Wir kriegen sie, wir haben sie Tie neueste Orthographie Per neunzehuhundertdrei!
Vorbei ist, was so jämmerlich. Verworren und puttkämerlich! Tönt laut der Jubclschrei.
Tie neu'ste wird uns geben. Wonach wir lang schon streben. — Im deutschen Reich herrscht weit und breit Bald in der Schreibart Einigkeit, Wie jeder leicht verspürt.
Tie Logik wird nicht mehr verhöhnt;
Tas dumme H, es ist verpönt, Hinausorthographiert, Und nur bei griechischen Worten Bleibt steh'n es hier und dorten. Man darf jetzt lieben voller Glut, Und in der Brust darf sich der Mut Frei regen in der Tat.
Doch fall' in's Haus nte mit der Tür, Folg' in dem Tun, o glaube mir, Dem wohlgemeinten Rat.
Niemals soll man riskieren. Was später kann genieren. Zwar bleibt das H vereinzelt stehch Wie bei der Muhme wir es seh'«- Doch das hat guten Grund! Wer über so 'was räsoniert, Ter hat die Sache nicht kapiert Und halte hübsch den Mund, Tank' still den Schriftgelehrten, Daß sie uns das bescherten.
Wenn auch nicht ganz die Konsequenz Schon durchgeführt in Permanenz».
Bin ich. doch seelenfroh, ,
Daß K und Z jetzt dominiert * Und das C man degradiert. Das find' ich comme ii taut.
Ter Rechtschreibung, der neuen. Will ich ein Vivat weihen! M-
Z a h l e n r ä t s e l.
6 6 6 9 5 6
Dir sechs senkrechten Reihen ergeben Wörter vor, salzender Bedeutung. 1, Singst,mme; 2. alte Stadt; 3. griechische ®6ttin; 4. Vogel; t>. Ü>n.n - bafter Fisch; 6. Körperteil. Die mittelste wagerechte Selbe «8’™ CH™ mstmUlchen Vornamen. (Auflösung in nächst« Ruuun«--
Redaktion: Curt Plato. — Rotationsdruck und Verla, der Brübl'scheu UniversttötS-Buch- und Eteiudruckerei iPietsch Erbew in Wietzen.


