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M noch gar nicht gedacht. Sie sind aus Kalliko, und wenn ich Nadel und Zwirn hätte, ließe sich das wohl
untersuchen, damit wir wissen, wieviel Nahrungsmittel und Wasser wir eigentlich an Bord haben. Das kann aber auch noch bis Nachmittag bleiben."
Ich ging nach vorn, und ließ ihn bei seinen Berechnungen zurück. Die Leute waren alle im Deckhause. Außer dem Manne am Ruder befand sich nur der Zimmermann an Deck, der den Ausguck während der Zeit übernommen hatte, wo Snow zu Mittag speiste. Ich zögerte ein wenig, als ich an die Thür des Deckhauses gekommen war, und die Stimmen der Leute hörte. Fast wäre ich umgekehrt; der Zimmermann beobachtete mich jedoch vom Dach der Kajüte aus, und idj fürchtete, er könne ■' ' r " ’'------t' -’- r‘-!—f—- —<<k-. Ich trat
zu machen — die meisten wenigstens. Bei einigen, wie Quill und Cock, konnte man jedoch nie ganz sicher sem. Den Zimmermann hielt ich allerdings nicht für fähig, eine Misfethaten zu bereuen; vielleicht hielt er es aber etzt für Wger, wenigstens so zu thun. Er vermutete wahr- cheinlich, daß ihm eine ziemlich schwere Strafe bevor-
machen."
„Nadel und Zwirn! Wenn Du das Schränkchen in Kapitänskammer untersuchst, wirst Du richtiges Seemanns- Nähzeug, Baumwolle, Zwirn, Nadeln und alles, was dazu gehört, finden. Es giebt nicht viele Seeleute, die ohne das in See gehen. Also in dem Schränkchen, wenn ich nicht irre, in der linken Ecke, dicht neben dem ledernen Geldbeutel. Ich wollte es Dir schon geben, als ick) es sah, *°*^Nun*^atte^ nch "aleidT Arbeit*' um mich einige Tage I jedoch vom Dach Der Kajüte aus, uno taj jurajien
S?fC Som ”urile' 11115 5!°t* I sich ein mlttetgroBer Klapptisch, und an dein Querschott
' «ÄS den Steward zur -Mtentpür °°n. -k,- Bau-, Die^ L-nt-i ,usam«^»NK
und rief ihm zu, er solle Herrn Short mitterlen, daß er I Segel aus der Segelkoje g ho t dtensin^Dort fasten ein Mch°dman?^fschien°"'Sy ^Moor/^Ou« und I st-, Senn an der Zahl, Einig- asten ihr Mittag«-»!; andere der N-rmS' |S i V.meinen besten -°"chten
EsP-ach, d,e er sur memen um die Pseisen
nur 'MOT« Ä“-Ä‘Sni^ 8 Ä
iim Soff »utraaen Nun' Wnaens alle I rauchendes Stück Pökelfleisch lag. Davon schnitten bte kuL ^und vorsiMta" I Leute sich ihre Portionen mit ihren Scheidemessern ab,
zugletch, und vorsichtig. I bjc fast alle bei sich trugen, als sie bie Bark verließen.
Die vier Leute trugen nun bte Sanfte behutsam, unb I TbJt Bütte staub eine vierkantige Flasche, mit in ohne Erschütterung an ^etf. Ich folgte mit Sechanten- I eingelegten Zwiebeln, bte nebst etwas Schiffszwieback Werften unter bem SIrme« fürchtete bcip fie I ,, bert)ollftcinbtciten.
uwht durch die Keine Thür hindurch könnten. Das hatte I Sie starrten mich an, als ich hineinsah, blieben aber Shorts aber auch berücksichtigt, und danach bte Brette I rub. when, unb fuhren fort, zu rauchen und zu essen. ^ec Sänfte genau bemessen. Dte Leute trugen Rtchard um I ^ch bemerkte ich, daß sie alle eine weniger nachlässige, bte Kajüte herum bts an bte klmne, auf bas Dach der- i respektvollere Haltung annahmen.
selben führende Treppe. Mtt großer Geschicklichkeit kamen I WUWL ' ^rtseüuna folat l sie auch über bte Treppe hinweg. Dann holte einer beit I (Fortsetzung potgt.)
auf den Füßen ruhenben Rahmen, unb gleich bar auf saß I
Richard, von ein paar Kissen im Rücken unterstützt, auf- I JfcrtrflPIlftlftfll iW
recht da, mit bem Sextanten am Auge, unb so bequem, I tyiUVCUWUyi
wi» man es unter solchen Umstänben nur verlangen konnte. I ♦ (Nachbruck verboten.)
Herr Short blieb in der Nähe, und schien eifrig be- I In der Kunst, die Farben einer Toilette nach künst- müht sich nützlich zu machen. Sein Benehmen gab mir I lerischen Gesichtspunkten zu wählen, unb zwar berart, baß ein gewisses Gefühl von Sicherheit. Wir waren zwar nicht I bas Kostüm, Hut, Schmuck usw. nicht allein zusammen- qauz in seine Hand gegeben; denn ich hatte bemerkt, I gehören, sondern auch mit ber Trägerin derselben harmo- daß die Leute sich bemühten, das Vergangene wieder gut I nieren, stehen unsere Damen hinter den Französinnenstoch zu machen — die meisten wenigstens. Bei einigen, wie I weit zurück. Ich habe diese Behauptung immer für eine Quill und Cock, konnte man jedoch nie ganz sicher sein. I Uebertreibung gehalten, aber ich habe mich überzeugt, daß Den Stmmerntann hielt ich allerdings nicht für fähig, I es durchaus zutreffend ist. Die Kunst, sich zu Hetben, haben eine Missethaten zu bereuen; vielleicht hielt er es aber I bie Pariserinnen zu einer wirklichen Kunst entwtckelt. Sie etzt für Wger wenigstens so zu thun. Er vermutete wahr- I treiben ein rechtes Farbenstubium, wie ber Maler, ber cheinlich, baß ihm eine ziemlich schwere Strafe bevor- I jeben Ton unb seine Wirkung genau berechnen muß, unb ’tänbe wenn Richarb sein Betragen auf ber „Aurora" zur I bisweilen geben ihnen bte Mobejournale richttge Farben- Sprache bringen würbe, unb suchte baher meinen Mann I rezepte, wie sie neue reizvolle Wirkungen erztelen können, nach Kräften zu unterstützen, damit er wenigstens für die I Kürzlich las ich. im „Moniteur be la Mode" em ganzes Reise auf ber „Bolarna" ein ausgezeichnetes Zeugnis be- I Regtster solcher wertvoller Ratschläge, unb ich will etntge anspruchen könne I zu Nutz und Frommen der Leserinnen tote ber Damen-
Es stimmte mich natürliche sehr froh, Richard wieder an I schneider mitteilen.
Deck zu sehen, wo er die reine Lust atmen, seine Beobacht- I Der „Monsieur" beginnt damit, zu betonen, daß leb-
ungen machen unb bie Brigg so gut navigieren konnte, als I hafte Farben, wie Rot unb Goldgelb nicht allen Brünetten
ob er hätte gehen können. I stehen, wie vielfach angenommen wirb. Für Brünette mtt
Ab unb zu unterbrach er bie Beobachtung der Sonne, I zarter Hautfarbe unb sammetarttgen Augen — wer kennt schaute sich vergnügt ringsum unb rief: „Das thtsi mir I nicht die bestechenbe Wirkung solcher Augen? — ist Blaßblau, aber wohl, Jeß! Ich fühle mich wie neugeboren." I chinesisch Rosa unb Bleu pervenche wett besser geeignet.
In ein paar Minuten hatte bte Sonne bie Mittagshöhe I Der zarte weiche Ton dieser Farben harmoniert auch beste
erreicht, unb Richard machte acht Glas. Dann wurde er I mit den Farben des Gesichts und bildest einen »weichen
wieder in die Kajüte getragen, und zwar diesmal in seine I Gesamt-Ton , ber au bte Wirkung des M^tls erinnert.
Kammer, wo ich eine Weile bei ihm blieb und ihm Bücher, I Für Gold- und Rotblonde passeit am besten bie .Nittel
Karten und alles nötige zureichte. I färben. Pensee, Smaragd, Rubinrot, selbst Violett. Ast;r
Ich schlug vor, wenn er meine Dienste augenblicklich I Teint ist gewöhnlich so frische baß er mtt diesen entgegen- nicht brauchte, so wäre es wohl gut, wenn ich, als seine Ver- | gesetzten Farbentonen einen höchst wirkungsvollen Kontrast treterin, einmal nach vorne ginge unb bie Leute fragte, ob I bildet. , „ ,
sie in ihrem Deckhause bequem untergebracht seien, ob I Die Frauen mit einem wenig»: lebhaften, zarteren Blond Wasser unb Proviant gut seien usw. I wählen am besten Kirschrot, ^ohannisbeerrot; auch )amt-
„Ja, Jeß, bas könntest Du thun", ftimmte mir Richard I siche blaue Farben, von Marine bis zum mattesten Hellblau
bei. „Das erinnert mich übrigens daran, baß ich bem I stehen ihnen gleich gut. Ebenso harmoniert da-- zarte Rosa
Zimmermann sagen muß, er möchte ben Proviantraum I der Hortensie sowie das sogenannte Ophesie und bte Pfitz ich-


