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hören, was der König antwortete, als ich Sie zn meinem; Adjutanten vorschlug? „Sollen ihn meinetwegen haben, den Plothow", sagte er, „steckt was tüchtiges in dem jungen Menschen: weiß mehr als viele alte Offiziers und kann eine Fortune machten in dieser Kampagne/' Das. waren eine eigenen Worte. Sie dürfen schon ein wenig stolz, darauf sein, junger Freund!"
Daß er in Wahrheit stolz darauf war, konnte man ihm wohl vom Gesicht ablesen. Seine Erwiderung ab er war schlicht und bescheiden: „Ich werde meines Königs, gute Meinung zu rechtfertigen wisfen, so Mel es in meinen Kräften steht. Wollte Gott, Herr Generals es ginge heute noch, gegen den Feind."
„Werden ihn bald genug zu Gesicht bekommen, wie ich hoffe. Nun aber bringen Sie meinetwegen Ihre Lefr tion zu Ende. In einer halben Stunde können Sie sich dann bei mir melden."
Er streichelte s einem Töchterchen, das merkwürdig still geworden war und mit niedergeschlagenen Augen dastand, zärtlich die heiße Wange und verließ das Zimmer. dem sich die Thür hinter ihm geschlossen hatte, gab es zwischen den Zurückgebliebenen em kleines bedrucktes Schweigen, wie wenn keines von ihnen sogleich das rechte Wort finden könnte für das, was in ihren Herzen ^^Merklich beklommen sagte endlich der junge Offizier: „Unsere Geschichtsstudien haben schneller em Ende erreicht, als wir's erwarteten, Fraulein von Marschall. Wer weiß, ob wir sie jemals von neuem werden aufnehmen können, «he ^ch immer zu Boden, wahrend ihre
schlanken Finger mechanisch mit den Blumen spielten die sie so lange als einen anmutigen Schmuck am Brustaus- schuitt ihres Kleides getragen.
„Meinen Sie denn, daß dieser Krieg so lange wahren wird v" fragte fie leise. ' ,,
Wer könnte das Voraussagen! Aber wenn das halbe Europa gegen uns in Waffen steht, wird es unfern König wohl Zeit und Arbeit genug kosten, mit chl seinen Feinden fertig zu werden. Kommen wir über Jahr und Tag zurück, denkt das gnädige Fraulem viellmcht schon längst nicht mehr daran, sich, mit so trockenen Dingen zu
Jlnb Sie empfinden natürlich nichts als Freud« darüber, daß es sich so gewendet hat. ,
„Nichts als jubelnde Freude — ja, so wahr ich lebe. Verdiente ich denn noch den Namen eines Soldaten, wenn es anders wäre, Fräulein Elisabeth? . ■
Nach einem tiefen Atemzuge versetzte sie: ,,Freilich^ (wie denken ebenso wenig wie mem Vater an uns arme Frauenzimmer, die wir daheim sitzen bleiben und uns in Sorgen und Bangen verzehren müssen. Sobald es nur gilt.
Kein Irren schweift von grabet Bahn, Das nicht der Menschheit wiederkehrte. Kein Weg, den nicht durch schönen Wahn Die Jugend immer neu begehrte.
Otto Roquette.
(Nachdruck verboten.)
Geächtet.
Roman voü Lothar Brenkendorf.
(Fortsetzung.)
Mit blitzenden Augen hatte der junge Offizier den begeisterten Worten seines hohen Vorgesetzten gelauscht. Nun war er außer stände, seine Erregung langer zu be-
^„Herr General, halten zu Gnaden der Krieg ist OlfO ,/S? g9S?aI§ Maria Theresia sich nicht dazu verstehen wird, ihre Unterschrift auf den geheimen Verträgen zu leugnen, deren Kopien wir allesamt besitzen. Unser Gesandter in Wien hat den Auftrag, eine Erklärung von ihr zu verlangen, die sie nimmermehr geben taun. Jetzt Mag (der fchsaue Fuch^ Kaunitz, sich drehen Mdwenden, wie er will, uin ein unzweideutiges I« oder Nein bomm er nicht mehr herum. Und weck wir die Antwort im voraus kennen, haben wir uns darnach auch iw voraus resolviert. Morgen wird das Königs Ordre an seine Truppen zum Einmarsch in Sachsen ergehen.
„Vivat Fridericus, unser heldenmütiger Königs rief der Leutnant von Plothow tn überströmender Herzensfreude. Und der General Nickte ihm lächelnd zu.
„Gute Zeitung, gelt, meiii Herr Leutnant 28uW wohl, daß Sie Ihre Freude daranhabenwurden. tUid hoffe es ist Ihnen auch nicht zuwider, daß Majestät Sie aus unterthänigsten Vorschlag bis auf weiteres zu meinem Adjutanten designiert haben. Soll Ihnen da, wie M denke, an Occasion zu ruhmvoller Auszeichnung nicht
den Augen des jungen Offiziers leuchtete es noch Heller auf Der Herr General machen mich heute zum ALlichsÄn Menschen. Wie soll ich Ihnen jemals nach Gebühr für alle die Güte danken, die Sie nur bereite '^Freundlich reichte der alte Soldat .seinem jungen Kameraden die Hand. „Sie wissen, daß ich ww f die Zukunft was von Ihnen verspreche, ^utnant von Plothow. Und - unter uns gesagt - nicht ich allem! Wollen Sie


