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Rösselsprung.
Nachdruck verboten
Schrift- und Blumenmaler, sowie geübte Kräfte für gutes Hotelgeschirr verdienen ja noch etwas mehr wie das Gros ihrer Kollegen. Verzweifelte Streiks, wie wir sie in Schlesien die letzten zehn Jahre erlebten, legen Zeugnis davon ab, wie faul es im Staate Dänemark aussieht; denn man greift Wohl nicht so leicht zu diesem letzten Mittel, wenn es nicht wirklich die Not erheischt. Wer was hat man erreicht? — Nichts, gar nichts! Man mußte vielmehr froh sein, als reuiger Sünder wieder ausgenommen zu werden; ge- und bedrückter als je zuvor.
Erschreckend steht es hier mit dem Lehrlingswesen. Neben einer Gehilfenzahl von ca. 80 wurden in einem mir bekannten Falle an 50 Lehrlinge ausgebildet, oder besser gesagt — nicht ausgebildet.
Ostern. Da kommen sie; gestern aus der Schule entlassen, sollen sie recht bald das selbst verdienen, was sie zu des Leibes Notdurft brauchen, und da hat man ja hier die passendste Gelegenheit. Denn man giebt ja bald eine kleine Vergütigung bis der kleine Raphael so weit gediehen ist (nach circa 6 Wochen), daß er Arbeit in Akkord nehmen kann. Fünf Jahre lang dauert dann meist diese Art Lehrzeit. Bei den Löhnen, die man an diese „Stifte" zahlt, verdient man so einen schönen Groschen. Was der Knabe lernt, ist ja, Nebensache; er ist eben Maschine. "Nach' Talent und Zeichen-Unterricht fragt man nicht viel. Hat er den guten Willen und wirklich etwas Talent, so ist es ihm vollständig allein überlassen, sich etwas Höheres
Aür die Küche.
Sellerie mit holländischer Sauce. Einige Sellerieknollen werden geschält, in Scheiben geschnitten, mit Salzwasser weichgekocht und abtropfen gelassen. Inzwischen rührt nttat 70 Gramm Butter zu Schaum, mischt drei bis vier Eidotter, einen Löffel Mehl, etwas Citronen- saft, Salz und zwei Obertassen von dem Wasser hinzu, in welchem der Sellerie gekocht worden ist, nach. Belieben auch Fleischbrühe, und rührt die Sauce über gelinjdenr Feuer so lange, bis sie kocht, worauf man sie vom Feuer nimmt, 100 Gramm frische Butter noch hinzufügt und über den Selleriescheiben aufgiebt. Als Beilage eignen sich zu dieser Sauce Koteletten oder kleine Bratwürstchen.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer:
Der Kampf um'S Dasein.
nicht aushalten und verbrennen würde. Um nun keine Kontrolle über den Verbrauch dieser Kostbarkeiten üben zu müssen, hat man die sinnreiche Einrichtung getroffen, daß der Maler Gold und Silber, sowie Farben vom Unter« nehmen kauft. Der Maler erhält dann den pro Service ernschl. Material kalkulierten Preis, und der wird nicht zu Hoch berechnet.
Nur mit der Arbeitszeit wird nicht gekargt. Früh 6, spätestens halb 7 Uhr, wenn die Dampfpfeife ihre lieblichsten Töne flötet, — daß uns ein Grauen durch Mark und Bern geht —. stolziert der arme Maler durch das weltgeöffnete Fabrikthor, vorbei am aufmerksamen Portier. Er geht mit wahrer Schaffenslust an die Arbeit; je eine halbe Stunde Frühstück- und Vesperpause, eine Stunde Mittagsrast, unterbrechen das emsige Schaffen, bis es abends 7 Uhr nach Hause geht. Das ganze Jahr ohne eine „wirkliche" Erholungszeit, ein Schaffen ohne Ende.
Die bestbezahlten Kräfte sind noch die Herren Ober- maler, die die Muster zu entwerfen und das Ganze zu leiten haben, in der Regel zwei bis drei an der Zahl in größeren Betrieben. Diese führen ja noch ein anderes Leben, obschon man auch an sie gerade nicht geringe Anforderungen stellt.
-vt. r e 0 0 n O hm Paul. Einmal wurde dem „Ohm Kruger", kurz nachdem er von Staatswegen für den Bau einer holländischen Reformkirche ein Stück Land, ein „Erf", hergegeben hatte, von -einer jüdischen Gemeinde eine ähnliche Bitte unterbreitet. Der Präsident verspracht seine Einwilligung. Ein jüdischer Freund beklagte sich bei ihm, daß das Stück Land, das sie bekommen, nur halb 1° 9T0Ü ivie das der holländischen Reformkirche sei. „Nun" versetzte Krüger, „was finden Sie unrechtes dabei? Jene glauben an die ganze Bibel, deshalb bekommen Sie ein
- ------3 ------ . Erf! Hhr glaubt nur an die halbe Bibel, folglich bekomwt
als Jahrmarktstassenmalerei anzueignen. Nur zu oft sieht etn halbes Erf." ___________
ntan dies zu spät ein, und manche verfehlte Existenz ver- I itj.
dankt einer derartigen Ausbeutung ihr elendes Dasein. I B-mtrarifCtyCS.
Wie mancher talentvolle Junge ging mit Lust und Liebe daran, etwas Ganzes zu werden, etwas lernen zu wollen;
aber Not und Sorge, die ihn schon während seiner Lehrzeit oft recht schwer drückten, raubten ihm die Schaffensfreude. Und was wurde schließlich aus ihm? ein Kutscher, Diener oder sonst irgend etwas, nur um das tägliche Brot ’U verdienen.
-^I^schTloß (Hackbraten). Fünf Viertel Pfund Ochsenfleisch und fünf Viertel Pfund Schweinefleisch, sechs I Wasserbrotchen in Wasser eingeweicht und ausgedrückt, in putter, Zwiebel und Petersilie gedämpft, werden mit dem ferngehackten Fleisch und drei Eiern gut verschafft Geformt und ge&ratgn. '
Vermischtes.
rx Veranschaulichung der äußeren Ge- der Pariser Weltausstellung trägt auch die Lrebrg-Kompagnre bei; sie hat dem bunten Treiben an ber Seme erneu soeben erschienenen Satz von 6 Stück rhrer vrelbegehrten Empfehlungskärtchen gewidmet. Diese neuen „Liebigbilder" führen vier der Hauptgebäude vor ferner das prunkvolle Eingangsthor, über dem sich das Standbrld der Stadt Paris erhebt, endlich die neue Brücke „Mefander III.", alles in vielfarbigem Druck nett und niedlich, wie es die Sammler solcher Karten lieben. Die Rückseite ist praktischen Interessen gewidmet insofern, als fte der Hausfrau eine Anzahl trefflicher Kochrezepte zur Verfügung stellt. — Die Liebig-Kompagnie hat seit 1867 auf so vielen ersten Weltausstellungen die höchsten Auszeichnungen erhalten, daß sie schon 1885 auf jeden weiteren Preisbewerb verzichten konnte: ihr Hauptfabrikat, das Flerschextrakt, ist derart bekannt und begehrt, daß es be- rechtrgt die stolze Bezeichnung „Außer Wettbewerb" tragen darf.
Eine Erinnerung an die Anwesenheit des Kaisers »ranz Josef in Berlin bildet die illustrierte Beilage zur neuesten Nummer von „Dies Blatt gehört der Hausfrau!" Verlag: Friedrich Schirmer, Berlin SW., Nenenburgerstraße 14a. Die prachtvollen Bilder m großem Format geben einen erschöpfenden lieberblick über den Fest, schmuck, den Berlin zu Ehren des hohen Gastes angelegt hat, und eines derselben zeigt die beiden Monarchen in dem Augenblick, wo der Oberbürgermeister Kirschner seine Ansprache hält. Auch der übrige Inhalt der Nummer ist reich an Artikeln, die für jede Hausfrau von besonderem Jntereste sind.
«ebaltwn: E. Burkhardt. — »ruck und Verlag btt Brüh!'scheu Univcrsttits-Buch. und Stetndruckerei (Pietsch erben) in Dietzen.


