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selbst zu machen Gelegenheit hat, auf sich am klarsten und mühelosesten die die Hygiene des Schlafes in Betracht
nn, die jeder an sich diese Weise ergeben Gesetze, welche für kommen.
Es ist bekannt,
Usches Verhalten, unter Umständen eine bestimmte Willenskraft, ja manchmal wird Schlaflosigkeit durch die Furcht vor letzterer erzeugt. Wir sehen also, der Ursachen für die Schlaflosig- I kUt giebt es nicht wenige, wir wollen sie nunmehr der Reihe nach betrachten. Natürlich kann Schlaflosigkeit auch bei vielen und schweren Krankheiten eintreten, davon sehen wir ab, fassen vielmehr nur diejenige Form ins Auge, welche entweder Folge einer unzweckmäßigen Lebensweise ist, oder, wenn auch bei krankhaften Zuständen eintretend, doch durch em entsprechendes hygienisch-diätetisches Verhalten gehoben werden kann.
Wir haben oben gesehen, daß der Schlaf in der Erzeugung von Ermüdungsstoffen seine letzte Ursache hat. Diese Stoffe werden Produziert, auch wenn wir selbst die Ermüdung I gar nicht spüren. Aber immerhin besteht ein proportionales I Verhältnis zwischen der geleisteten körperlichen oder geistigen I Arbeit, der Produktion von Ermüdungsstoffen und infolgedessen dem Schlafbedürfnis, und dem gesunden, tiefen Schlafe. Es ist demnach leicht verständlich, wie Menschen, die gar nichts oder zu wenig arbeiten, die eine träge Lebensweise führen, I an Schlaflosigkeit leiden müssen, und das Mittel der Abhilfe I ergiebt sich hier von selbst: vermehrte geistige, besonders aber körperliche Arbeit. Solche Menschen sollen durch Gehen, I Turnen, Reiten, Bergsteigen und Schwimmen ihre Muskeln ermüden. Sehr zu empfehlen ist auch die Gymnastik, und I zwar sowohl die aktive Gymnastik, die an einfachen Turn- I geräten ausgeführt werden kann, wie die sogenannte Zander'sche I mechanische oder instrumentelle, wie endlich die sogenannte Widerstandsgymnastik. Diese braucht keineswegs abends borge« genommen zu werden, sondern es ist ziemlich gleichgültig, zu welcher Tageszeit man übt. Oft zeigt sich ein Erfolg schon nach wenigen Tagen. Die Dauer der Hebungen muß am Anfang gering sein und darf nur allmählich vermehrt werden.
Aber auch wenn viel geistige Arbeit geleistet wird, darf mit Rücksicht auf einen gesunden Schlaf die körperliche nicht vernachlässigt werden,- körperliche und geistige Arbeit sind I hier nicht gleichwertig,- im Gegenteil ausschließlich geistige Arbeit führt zur Ueberanstrengung des Gehirns und erzeugt die gerade in Großstädten so häufige Schlaflofigkeit. Denn durch die körperliche Arbeit werden mehr Ermüdungsstoffe gebildet, wie durch die geistige, weshalb auch der Schlaf der tagüber im Freien mit Muskelarbeit beschäftigten Menschen fester ist, als der der am Schreibtisch oder sonst überwiegend geistig thätigen Menschen. Dazu kommt, daß durch die anhaltend geistige Arbeit eine Blutüberfüllung des Gehirns erzeugt wird, von der wir oben gesehen haben, daß sie dem Schlafe schädlich ist. Ein Wechsel zwischen geistiger und körperlicher Arbeit ist also namentlich für die Gelehrten unbedingt notwendig und förderlich, schon deswegen, weil während des Gehens, Schwimmens, Turnens das Gehirn entlastet und darum nachher wieder zu angestrengter Thätigkeit geeigneter gemacht wird. Künstliche Schlafmittel find bei solchen Zuständen durchaus überflüssig, ja schädlich. — Kopfarbeit verlangt bekanntlich einen längeren Schlaf als Muskelarbeit, und eine häufige Ursache der chronischen Schlaflosigkeit bei geistig anhaltend und angestrengt Arbeitenden, zumal wenn sie sich wenig bewegen, ist die freiwillige Kürzung der Nachtruhe durch zu späten Beginn und zugleich zu frühe Unterbrechung des Schlafes. Dadurch wird die Zeit zu kurz, um die angehäuften Ermüdungsstoffe auszuscheiden, es tritt nach und nach eine Selbstvergiftung des Körpers mit denselben ein, und die Folge ist hochgradige Nervosität. Um diesen üblen Zustand, die Schlaflosigkeit und auch die Nervosität zu beseitigen, ist gänzliches Aussetzen der geistigen Arbeit, ein Ortswechsel, längerer Aufenthalt in frischer, reiner Luft, in den Bergen oder an der See und gehörige, körperliche Bewegung notwendig, dann schwindet die Schlaflosigkeit und auch die Nervosität alsbald.
Aber auch abgesehen von der allgemeinen Ermüdung, kann man das Gehirn zur Erzielung von Schlaf künstlich ermüden. Dazu verwendet man zunächst die Atmung. Man
_ c . daß der Schlaf für die Erhaltung des
Lebens absolut notwendig ist und daß ein längeres Aussetzen desselben mit den schwersten körperlichen Schädigungen etnher- geht. Die Nahrung läßt sich leichter und länger entbehren wie der Schlaf- derselbe läßt sich willkürlich auch nicht auf die Dauer fernhalten, noch sich unterbrechen. Zum Schlafen benutzen wir am besten die Nachtzeit und zwar aus zwei Gründen. Erstens verwenden die meisten Menschen den Tag zur Arbeit, die Arbeit ermüdet, es sammeln sich infolgedessen im Körper die sogenannten Ermüdungsstoffe an, Stoffwechselprodukte, die mit den oben genannten Zersetzungsprodukten identisch sind, von welchen wir hervorgehoben haben, daß sie die eigentliche Ursache des Schlafes bilden. So entsteht naturgemäß der eigentliche, gesunde, kräftigende und stärkende Schlaf, der uns immer am Morgen wie neugeboren erscheinen läßt. Ein zweiter Grund, weswegen wir am besten die Nachtzeit für den Schlaf verwenden, besteht darin, daß der Eintritt desselben durch möglichstes Fernhalten aller Sinnesreize befördert wird. Hier wirkt die Dunkelheit für die Augen, die Stille und Geräuschlosigkeit für das Ohr außerordentlich wohlthätig. Aeußere Eindrücke werden entweder abgeschwächt oder ganz aufgehoben, und so das Gehirn vor Reizen bewahrt. Daß aber das Schlafen nicht unbedingt auf die Nachtzeit verlegt werden muß, daß man ohne Schädigung der Gesundheit auch den Tag zur Absolvierung des notwendigen Schlafpensums benutzen kann, das sehen wir bei einer Anzahl von Berufen, deren Angehörige dienstlich gezwungen werden, die Natur gleichsam umzukehren. So z. B öie Bäcker, aber unbeschadet dieser Gewohnheit gehören die Bäcker zu der gesundesten und langlebigsten Menschenklasse. Die Gesundheit spielt aber hier eine große Rolle, und wie die meisten Menschen gewohnt sind, um zwölf Uhr zu Mittag und um 7 Uhr zu Abend zu speisen, wie sich um diese Zeit I das Hungergefühl rege zeigt, so stellt sich auch um die zehnte oder elfte Abendstunde das Schlafbedürfnis ein. Dies sollte auch genauer beobachtet und auf eine regelmäßige Schlafenszeit mehr Gewicht gelegt werden. Es ist durchaus verkehrt, einmal um zehn Uhr, das andere Mal um 11 Uhr und das dritte Mal um zwölf Uhr zu Bett zu gehen. Nicht gleichgültig ist es ferner, ob wir für den Schlaf beispielsweise die Zeit von 11 bis 6 Uhr oder 1 bis 8 Uhr wählen, weil in der letzteren die Periode der größten Schlaftiefe oder des erst langsamen Abschwellens derselben bereits durch das Geräusch des hereinbrechenden Tages und die vielen mit dem Tageslichte verbundenen Reize gestört wird. — Was die Sauer des Schlafes anbelangt, so genügen für einen ge- I sunden Erwachsenen 7 bis 8 Stunden zur Erholung und Neukräftigung vollständig. Man kann aber auch nicht be- I haupten, das jemand, der sechs Stunden schläft, damit seine Gesundheit schädigt. Kinder haben bekanntlich ein viel größeres Schlafbedürfnis, weil bei ihnen der Stoffwechsel reger ist und damit auch mehr Ermüdungsstoffe gebildet werden.
Fassen wir nunmehr nach diesen Vorbemerkungen die Schlaflosigkeit selbst näher ins Auge, so müssen wir, um dieselbe besser verstehen und ihre Ursachen würdigen zu können, noch vorausschicken, daß zum Zustandekommen des Schlafes außer den beiden schon oben genannten Momenten: An- I Häufung von Ermüdungsstoffen und Fernhaltung von äußeren I Steifen noch einige andere Bedingungen gegeben sein müssen, I welche das Gehirn und die Blutverteilung in demselben betreffen. Die durch die Blutgefäße dem Gehirn zugeführte I Blutmenge muß nämlich bis zu einem gewissen Grad vermindert sein, jedoch nicht zu stark, da sowohl Blutarmut des I Gehirnes ebensowohl wie Blutüberfüllung desselben Schlaflosigkeit erzeugen kann. Dann müssen von dem Gehirn reizende Erregungszustände und Erregungsstoffe ferngehalten werden, I ■8ur Erzeugung des Schlafes gehört endlich ein gewisses see- I


