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Lernenden von groß« Zweckmäßigkeit und für alle Könnenden ein Nachschlagsbuch von beträchtlichem Wert. Ueber die Vielseitigkeit des Buches mag die nachfolgende gedrängte Inhaltsangabe orientieren: Das Zuschneiden, daS Füttern des RvckeS, die verschiedenen Nähte, der Rock- schwcif, der Rockbund. — DaS Zuschneiden des Futters, des Oberstoffes,
das Aufheften, di« Anprobe, das Ausarbeiten der Nähte, das Plätten, das Einstigen deS Fischbeins, der Haken-, Knopf- und Schnürverschluß, Taillenband, Kragen, Stetmd. — Die englische Taille. Das Merkchen dürfte seine Aufgabe, ein wirklicher nützlicher Ratgeber zu sein, zur allgemeinen Zufriedenheit erfüllen.
Wodenbericht.
Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Echnittmannfaktnr, Dresden-^.
Neuestes Modenalbum und Schnittmusterbuch Preis nur 50 Pfg. daselbst erhältlich.
Modell Nr. 151.
Modell Nr. 152.
Ich zu verschönen und in ein günstiges Licht zu stellen. Die Versucherin „Mode" versteht es aber auch gar zu gut, ihre Gaben verlockend darzubieten, so daß es schon einer besonders starken Natur bedarf, um diesen Versuchungen zu widerstehen. Man werfe nur einen Blick auf all die entzückenden Neuheiten, welche sie in verschwenderischer Fülle auch dieses Jahr wieder uns beschert hat. All die kleineren Gegenstände, welche eigentlich nicht die Hauptbestandteile der Toilette bilden, welche aber zur Vervollständigung derselben unumgänglich notwendig sind, erfreuen sich der besonderen Gunst von Frau Mode und unternehmen daher immer von neuem Attacken auf unsere Standhaftigkeit und — unsere Börse. Wer sollte aber auch standhaft bleiben beim Anblickder entzückenden Sonnenschirme, Hüte, Gürtel, Schleifen, Spitzenjabots, und was der Kleinigkeiten mehr sind.
Schon die eleganten Schirm; allein find äußerst begehrenswert für jede Dame. In den zartfestesten Farben gehalten, sind sie duftige aus
Weiß und Schwarz, Rot, Lila oder anderen beliebigen Farben den entzückendsten Hintergrund für ein frisches, vor allen Dingen aber liebenswürdiges Gesicht ab, denn nebenbei bemerkt, kann auch der prächtigste Schirm ein mürrisches Gesicht nicht schön machen, während ein freundliches Gesicht auch mit einer weniger kostbaren Folie als diese duftigen Chiffonschirme seinen Reiz behält. Da sind außerdem die reizenden taffetseidenen Schirme in einer Farbe, deren Hauptoriginalität darin besteht, daß sie im geschlossenen Zustande ganz eng gewickelt mit dem genau gleichfarbigen Schirmstock gewissermaßen Eins bilden und somit den Eindruck eines Stockes machen, wodurch die jüngste Mode, welche den Damen Spazierstöcke vorschreibt, gestreift wird. Besonders beliebt sind diese Stockschirme in Weiß, Türkisblau, Rosa, Rot und Veilchenblau.
i i Einen nicht minder gefährlichen Angriff auf unsere Börse unternehmen in diesem Jahre auch die Hüte. Welch eine Fülle von Neu-
Roufselinchiffon und Spitzen zusammengestellte Gebilde, welche, wenn geschlossen, ein bauschiges, duftiges Etwas darstellen, aus dem der Schirmstock stets in genau der gleichen Farbe herausragt, welche der Schirmbezug zeigt. Wenn offen, gießt diese duftige Wolke, in Weiß,
„Schwachheit, dein Name ist Weib", so sagt mit Recht der Dichter, und auch die jetzige Zeit, welche dieses Wort in mancher Beziehung Lügen strafen möchte, muß seine Berechtigung doch anerkennen, zumal wenn eS sich um Modeangelegenheiten handelt. Welche Frau, und wäre er auch die einfachste Frau aus dem Volke, zeigte nicht eine gewisse Schwäche, wenn es gilt, ihr eigenes
heit und Originalität! Da sind zunächst die mehr für den Saisonübergang bestimmten Toques und Boleroformen, ganz aus Flittertüll best.hend. Die nicht zu kleine Form ist auf der linken Seite hoch aufgeschlagen und daselbst meist mit drei bis fünf blätterlosen, vollerblühten Rosen geschmückt, welche sich in reizvoller Weise in das lose, bauschige Haar der Trägerin schmiegen. Diese Garnitur fehlt wohl fast an keinem der modernen Hüte und sind daher
auch alle mobernen Hutformen, gleichgültig ob groß oder klein, darauf eingerichtet, indem die linke Seite oder auch die rechte, hochgebogen ist.
Eine andere reizvolle Neuheit, welche auch ziemlich unbekannt sein dürfte, sind die Tüll- und Gazeschals. Dieselben sind hinten am Hute befestigt und werden unter dem Kinn oder seitlich zu einer vollen Schleife mit flatternden Enden gebunden. Neu ist diese Mode ja nicht, denn man hat sie schon vor Jahren gehabt, aber gerade ihre Wiederkehr beweist, daß es eine hübsche Mode ist.
Für praktische Zwecke ist auch in diesem Sommer der allbeliebte Matrosenhut wiedergekehrt, wenngleich seine Form sich ein wenig verändert hat. Er ist höher und schmalkrempiger geworden und statt des Breiten Bandes schlingt sich nur ein ganz schmales Sammetband von leuchtender Farbe um den unteren Rand des Kopfes. Gleichfarbiges Band faßt den Rand der Krempe ein. Es sind diese einfachen Matrosenhüte gewiffermaßen das Gegengewicht zu den jetzt mit großem Luxus hergestellten Phantasiehüten aus Spitzen, Blumen, Federn rc. zusammengestellt, welche, trotzdem sie eigentlich nur ein allerliebstes kleines Nichts darstellen, doch oft Unsummen kosten. Wie viel könnte manche Dame ersparen, wenn sie sich die Mühe nehmen würde, aus den übriggebliebenen Herrlichkeiten verfloffener Saisons, verbunden mit einigen neuen Kleinigkeiten selbst ein solches reizendes Gebilde zu schaffen. ES ist wirklich gar nicht so schwierig, als es vielleicht den Anschein haben mag und sogar von hohen Persönlichkeiten, wie die Kaiserin Viktoria und die russische Kaiserin, erzählt man sich, daß sie sich ihre reizendsten Hüte selbst Herstellen.
Auch in der Herstellung eleganter Toiletten leisten oft vornehme Damen, deren Toiletten-Budget es wahrlich nicht erfordert, Erstaunliches. So soll z. B. Mrs. Makay, die Gattin des berühmten amerikanischen Eisenbahnkönigs, ein ganz besonderes Vergnügen darin finden, ihre Haustoiletten selbst zu arbeiten. Die stets wechselnde, anspruchsvolle Mode stellt oft so hohe Anforderungen an das Toilettengeld der Frau, daß derartige Beispiele von vielen nach- geahmt zu werden verdienen. Und auch das Schneidern ist nicht so schwer, als es den Anschein hat, wenn man sich z. B. der Schnittmodelle der Internat. Schnittmanufaktur, Dresden, bedient. Die reizendsten Neuheiten sind jederzeit in verschiedenen Größen vorrätig. Auch sind die Schnitte so bequem zu handhaben und mit genauen Angaben versehen, daß ihre Verwendung in den meisten Fällen nur ein Vergnügen bedeutet.
Wie reizend sind z. B. die drei neuen Modelle, 151, 152 und 153. Trotzdem sie die letzten Modeneu
heiten repräsentieren, sind die Schnittformen doch so gewählt, daß ihre Herstellung auch der ungeübteren Hand des Laien keine Schwierigkeiten Bietet.
Modell 151 ist ein Miederkleid, dessen Rock und Mieder aus Wollstoff durch eine seidene Bluse ergänzt wird, wodurch es sich gegeßenen Falles auch zum Aufarbeiten getragener Kleider eignet. Modell 152 zeigt eine speziell für zweierlei Stoffe paffende Form, denn der den unteren Teil des Rockes ergebende glatte Stoff bildet gleichzeitig die Ausstattung der Blusentaille. Modell 153 ist besonders für zierliche, junge Mädchen geeignet, denn der bauschige Einsatz, mit seiner neuartigen Anordnung hebt die Figur in reizvollster Weise.
Wenn die natürliche Eitelkeit der Frau in der Weise zum Ausdruck kommt, daß sie Ursache wird, sich die geschmackvollen Anzüge selbst herzustellen, so werden sicher selbst die strengen Herren der Schöpfung nichts dagegen einzuwenden haben und dem Anfangs erwähnten Dichterwort: „Schwachheit, dein Name ist Weib!" wird, wenigstens was die Toilettenbedürfniffe Betrifft, der verletzende Stachel genommen sein.
Modell Nr. 153.
Redaktion; 8. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


