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fließt Freude, ^K#f Die Tugend giebt Ruh'; ©riim wähle sie beide Und glücklich bist Du.

Auch der Neicbthuiii ist eine Kraft, So gut wie Weisheit und Stärke. Kann werden nicht minder ehrenhast, Verwendet zum Menschheitswerke.

Rückert.

Das Fräulein.

Roman von E. Ve ly.

(Fortsetzung.)

Endlich hatte Ebba doch auf die stets wiederkehrende Frage ihres Gatten:Was wünschst Du Dir zum Geburts­tage, kleine Frau?" eine Antwort gehabt. Sie harte ihm die Kinderhand auf den Arm gelegt, als sie von der ereigniß reichen Ausfahrt heimgekehrt war, und ihn bittend angesehen: Ich wünsche nur, daß unser Name nicht in den Polizei­bericht kommt und daß Du den Kutscher nicht zur Rede stellst ich bin allein daran schuld." Dann erst hatte sie Alles erzählt. Und Conrad Lund war zufrieden gewesen, es ereignete sich so selten, daß er seiner kleinen, über­legenen Frau tmponiren konnte.Oh, sei unbesorgt! Es braucht Dich nichts nervös zu machen. Und Nißmann ist wirklich ein so ausgezeichneter Kutscher, daß es mir leid thun sollte, ihn verlieren zu müssen schweigen wir also einstweilen ganz darüber. Und wenn er citirt wird, nun, da bekommt er ein Schmerzensgeld, das ist selbstverständlich der kleine Kerl, der ihm unter die Räder gelaufen ist, natürlich auch."

O das gieb in meine Hände," fiel sie eifrig ein.

Sieh mal, barmherzige Schwester spielen? Na, ist mir auch recht!" Und damit war die Sache abgethan. Nebenher fand sie aber auch noch auf ihrem Geburstagstisch eine Reihe grauer Perlen von großem Werthe.

Man hatte die kostbaren Blumenarrangements, Bäume und Sträuße in dem Musikzimmer aufstellen lassen das war ein schier betäubender Dust, in den hinunter die Amoretten lachten, welche sich da an der Decke mit Emblemen der tönenden Kunst schleppten bei den Gratulanten hatte

sich die schöne Hausfrau aber mit einer Migräne entschuldigen lassen >ind die geborene Gräfin Borstrick gebeten, an ihrer Stelle Empfang zu halten. Diese bewegte sich denn auch zwischen dem duftenden Flieder, den schimmerden Rosen, den köstlichen Orchideen hin und her, huldvoll und herablassend lächelnd.

Es Ivar nur ein kleines Familiendiner, das den Tag feierte. Johann Conrad Lund'führte an solchen Tagen die geborene Gräfin, Herr Meyerling seine Tochter zu Tisch, auch die Kinder und das Fräulein durften erscheinen. Line hatte es verstanden, sich die Kinderherzen zu gewinnen,- die magern, blassen Dinger wichen nicht von ihrer Seite. Einen Gast hatte die Mutter der Hausfrau aber doch eingeschmuggelt, den Vetter derselben, Baron Joachim von Monken, als zur Familie gehörend. Er war ein flotter Husarenoffizier und wußte allemal etwas von Heiterkeit und Lebensfreude in jede Gesellschaft zu tragen und der gewesenen Gräfin Borstrick war er eine Stütze unter all den Bürgerlichen, zu welchen sie herabgestiegen.

Sein Veilchenstrauß war sehr bescheiden. Er lachte aber dazu mit einer Geste auf sich:Ein armer Lieutenant giebt, wie der Schelm, immer mehr, als er hat."

Im Schreibzimmer Ebbas hatte er dann einigen Familienfragen der gnädigen Frau Tante Stand halten müssen, nach unserer lieben Cousine Ulrike, den Vettern sechsten Grades und ihren Sippen und sich sehr manirlich dabei benommen, obwohl er kühn aufs Gerathewohl geant­wortet hatte, denn in ihm war der Familiensinn nicht sehr rege entwickelt. So trat er erst ins Wohngemach, als der Dienerdie Tafel servirt" meldete. Jacqueline stand mit den Kindern an der Hand seitwärts, um den Hausherrn und den Gast den Anderen erst folgen zu lassen, als Joachim Monken sie gewahrte. Sein Fuß stockte, ein Ausruf des Erstaunens entfuhr seinen Lippen und er ließ Conrad Lunds Arm los, um zu ihr zu eilen.

Fräulein von Arabin? Ja, ist es denn möglich, hier?" Wie Sie sehen"

Er verbeugte sich, um ihr seinen Arm anzubieten.

Aber Sie tragen Trauer?"

Um meinen armen Vater, Herr Baron!"

Oh meine Theilnahme! Aber nun darf ich bitten?"

Sie machte eine verneinende Bewegung und hielt die Hände der Kinder fest.

Ich danke Ihnen."