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Zur Geschichte der Heirathsgesuche.
Wer zurrst auf den Gedanken gekommen, auf dem heute „nicht mehr ungewöhnlichen Wege" eines Zeitungsinserates ein Heirathsgesuch zu veröffentlichen, dies zu erfahren, würde zwar recht interessant sein, dürfte sich aber doch kaum noch feststellen lassen. Gewiß ist, daß das heute so beliebte Verfahren weit älter ist als man wohl gewöhnlich glaubt. Die ersten schüchternen Anfänge zeigten sich bereits zu Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts in Hamburger Zeitungen, indem einige sich besonder- vereinsamt fühlende Männer sich öffentlich darüber aussprachen, wie sehr es ihr Wunsch sei, an der Hand einer liebenden Gattin durchs Leben zu wandeln. Das Praktische dieser Idee scheint dann zunächst in Oesterreich erkannt worden zu sein und zur Nachahmung gereizt zu haben, denn in dortigen Zeitungen wurde der neue Ableger moderner Cultur alsbald weiter gepflegt. Auch war es ein Wiener Blatt, das im Juli 1795 zuerst ein Heirathsgesuch brachte, dessen Einsender ungenirt seinen Namen nannte. Die denkwürdige Aufforderung, die sich in etwas gemischter Gesellschaft befand, denn gleich daneben las man von einem Mittel zur Vertreibung des Ungeziefers, von einem zu verkaufenden Pferde, einem verlaufenen Hunde u. A. m., hatte folgenden Wortlaut: „Ehegattin wird gesucht. Ein kürz (kürzlich) verwttibter Man«, mit Namen Bruderhofer, welcher sehr gut denket und vermöglich ist, auS Österreich gebürtig, seine- AlterS etlich und dreißig Jahr, mit zwei erwachsenen Kindern, ein gewesener bürgerlicher Bäckermeister, wohnhaft beim Äug' Gottes als Hausinhaber, suchet, weil er wenig bekannt ist, durch diese Gelegenheit eine Ehegattin. Die Person, die auS unbekannter Weise ihr Vertrauen zu ihm hätte, kann sich nach Belieben entweder persönlich oder durch Brief erkündigen. Sie mag von hier oder vom Lande sein, eine Wittib oder ledig, nur darf sie nicht häßlich sein, auch weder zu jung noch zu alt, muß auch wenigstens die Halbscheid seines Vermögens mit zubringen. Die nähere Auskunft wünde sich besser finden, als man hoffen wird." Da in unserer Zeit selbst der Heirathslustigste schwerlich den Muth hat, mit geöffnetem Vistr vor die Oeffentlichkeit zu treten, so war man hiernach im vorigen Jahrhundert auf diesem Wege eigentlich weiter als heutzutage. Nur Gesuche weiblicher Ehecandidatinnen veröffentlichten damals deutsche Zeitungen noch nicht. Erst einer späteren Zeit war es Vorbehalten, auch in dieser Beziehung mit dem Herkommen zu brechen und damit eine neue Aera in der Geschichte der Heirathsgesuche einzuleiten. Zum Schluß mögen hier noch einige Kuriosa auf dem Gebiete derselben mitgetheilt werden, die wir dem Berliner „Intelligenz-Blatt" vom Jahre 1843 entnehmen: „Ein Mann von außerhalb, der sich ausweisen kann und hiesiger Bürger ist, sein Geschäft gut im Stande, verdient jährlich 4 bis 500 Thlr., hat Lust, sich mit einer ordentlichen ländlichen Dame oder Dienstmädchen, mit einem Vermögen von 6 bis 800 Thlr. auf dem Lande zu verheirathen. Reflectirende werden gebeten, ihre Adressen mit Verschwiegenheit rc. abzugeben." — „Gin Sohn aus einer bürgerlichen Familie hat es schon soweit gebracht bis zu seinem Meisterstück- seine Eltern haben ihm auch bereits einen Bauplatz gekauft, wo es auSgeführt werden kann: er sucht dazu eine Lebensgefährtin, die etwas Vermögen dazu hergeben kann. DaS strengste Schweigen wird gehegt." — „Ein hiesiger Bürger, Eigen- thümer, Wittwer und Geschäftsmann in den 50er Jahren, kräftig und gesund, im besten Rufe und alleinstehend, seiner hohen Eigenschaften und Verdienste wegen mit einem Orden geziert, wirbt hiermit zu gegenseitiger Treue und Schutzleistung, um die Hand einer seinen Jahren angemessenen Jungfrau oder Wittwe mit einigem Vermögen, letzteres soll sicher gestellt und dazu dienen, sich von allen Geschäften zurückzuziehen. Ehrenhafte Gesinnungen verbürgen jede Discretion- daher reellen Dank allen denen, welche zur Erreichung des Zweckes
behülfltch sein könnten." — „Ein junger Geschäftsmann sucht eine Lebensgefährtin, die ein paar Hundert Thaler Vermögen hat. Es wird nicht gesehen auf den Stand, sondern nur auf eine gute Wirthin, die bei ihrer Herschaft sich gut geführt hat. Adressen rc."
GeineinnÄtzige*.
Wie seine Vorgänger, wird der Haushaltung-- Kal-trdev fftt 1898, den die Liebigs Fleisch-Extract-Com- pagnie soeben erscheinen ließ und der zur Gratis-Vertheilung an ihre Kundschaft gelangt, den Hausfrauen willkommen sein. Auch der neue Jahrgang birgt manches nützliche und wissens- werthe, z. B. in 48 Menus einfacher und feinerer Art, 115 erprobte Kochrecepte von der Bearbeiterin des Kochbuches von Henriette Davidis. Des weiteren enthält der Kalender eine interessante Abhandlung über den Werth und die Bedeutung des Fleisch-Peptons der Compagnie Liebig, dessen Verwendung für die Krankenküche in 10 verschiedenen Koch- recepten behandelt wird; ferner Liebigs Portrait, Abbildungen der Liebig-Denkmäler in München, Gießen und Darmstadt, Scherz-Vignetten, Rebus etc.
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Schweinsohren mit pikanter Sauee (vallonisches Gericht). Die weich gekochten und mit geriebenem Weißbrode Panirten Schweinsohren werden gebacken und mit folgender Sauce angerichtet: Mehrere gehackte Schalotten läßt man in etwas Weinessig, dem man Pfeffer und Salz beigefügt hat, aufkochen. Alsdann vermischt man 10 Gramm Mehl mit 10 Gramm Butter, gießt etwas Auflösung von Liebigs Fleisch- extract bei, läßt diese Sauce unter beständigem Umrühren 10 Minuten kochen, fügt die Schalotten mit dem Essig hinzu und servirt die Sauce warm.
Humoristisches.
Aus „Lustige Welt", Verlag von Georg E. Nagel, Berlin SW. Vierteljährlich Mk. 1,30, Einzelnummer lO Pfg. Grob. Alte Jungfer: „Das Bild hat aber gar keine Aehn- lichkeit mit mir!" Photograph: „Seien Sie doch froh!"— Enfant terrible. Verehrer der Schwester: „Karlchen, kannst Du mir nicht eine Locke vom Haar Deiner Schwester besorgen?" Karlchen: „Nein, aber ich kann Ihnen sagen, wo sie ihr Haar kaust." — O, diese Kinder. Doctor: „Also, wie alt bist Du, Elschen?" Eischen: „Dreizehn Jahre." Doctor: „Ich hätte Dich für jünger gehalten." Elschen: „Herr Doctor, Sie sind ein Schmeichler." — Empfindlich. Er: „Gieb mir noch ein Stückchen Zucker zum Kaffee." Sie: „Wie, nachdem ich Dir eben den Morgenkuß gegeben, verlangst Du noch Zucker? — Heinrich, Du liebst mich nicht mehr!"
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„ . . . Aber Herr Wampert, jetzt sind Sie doch schon )rei Wochen hier und haben noch nicht einen Berg be- tiegen!" — „Ja, wissens, Herr Wirth, ich bin Thalfex!" * *
Heimgeschickt. Frau von Lersack (der in Gesell- chaft ein Herr vorgestellt wird): „Ach, Sie sind der Kassirer von Müller und Sohn! Da werden Sie meinen Diener 1‘ennen, der öfters Maaren bei Ihnen abgeholt hat!" — Kassirer: „Bedaurc, ich bin in der Abtheilung für Baarzahlung !"
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Der gefällige Kellner. „Bringen Sie mir ein mar Witzblätter." — Kellner: „Bedaure, werden gerade alle gelesen. Soll ich vielleicht einstweilen selbst einige Witze ür den Herrn machen?"
R-dactionr Ä. Sch «»da. - Druck und «erlag der Brühl'schen UuivrrfitätS-Buch- und Steindruckern (Pietsch & Scheyda) in <S><ß«n.


