344

zunächst eines jeden Menschen Wunsch und Pflicht sein müßte, sich selbst vor Gesundheitsschädlichkeiten auch hierbei zu schützen. Wenn dies bisher noch nicht in genügendem Maße geschehen ist, so scheint mir der Hauptgrund darin zu liegen, daß das Publikum über die großen hygienischen Nachtheile und Ge­fahren einer unzweckmäßigen Fußbekleidung nicht hinreichend aufgeklärt war und eine Abhilfe derselben nicht kannte. Be­trachten wir einmal, um dies kennen zu lernen, die Geschichte eines Stiefels etwas genauer, sammt den Martern, Qualen und Gesundheitschädlichkeiten, welche er seinem armen Besitzer verursacht.

Zunächst werden neue Stiefeln aus Eitelkeit meist zu eng gekauft, sie drücken auf dem Spann und an der Sohle, be­wirkenBrennen" der Füße und quetschen die Füße wider­natürlich zusammen. Dadurch werden die Blutgefäße der Füße zusammengedrückt, der Blutkreislauf wird gestört, die Nerven werden leicht gelähmt und es stellt sich dann im Laufe der Jahre irgend eins der vielen Fußleiden ein. Daher kaufe man stets bequeme und gut passende Schuhe. Freilich wird man mir entgegnen: neues Schuhwerk drückt immer ein wenig. Ja, woran liegt denn das? Einfach daran, daß die Stiefelsohle innen eben ist, während die Fußsohle, namentlich am Haken und an den Zehenballen, Wölbungen besitzt, die sich nun erst in der neuen Sohle ein bequemes hohles Bett eindrücken müssen. Ist dies geschehen, dann ist auch der anfängliche Druckschmerz von den neuen Stiefeln verschwunden.

Dafür stellt sich aber bald eine neue Qual ein. Durch die Wärme des Fußes wird der Klebestoff, mit welchem die Schutzsohle auf die sogenannte Brandsohle innen angeklebt ist, aufgeweicht und die Schutzsohle rutscht und schiebt sich zusammen. Jetzt kommt der Fuß in unmittelbare Berührung mit der schmierigen Klebesubstanz, dazu gesellen sich von außen Staub und Schmutz, von innen der Schweiß der Füße, und das Ganze bildet nun ein in Fäulniß übergehendes höchst gesundheits­schädliches Product, eine gefährliche Brutstätte für Bacterien und Bazillen. Dr. Pfuhl, welcher Militärstiefel daraufhin unter­suchte, hebt besonders hervor, wie leicht namentlich die Bazillen des Starrkrampfes, welche ja in den oberen Erdschichten ihren Wohnsitz haben, dadurch verbreitet werden können, um dann beim Menschen die schwere Krankheit des Starrkrampfes hervor- zurufen. Diese gesundheitdrohende Schmiererei muß also auf jeden Fall vermieden werden, was einzig und allein dadurch möglich ist, daß der Fuß nicht direct mit der Brandsohle und deren Klebestoff in Berührung kommt. Zu diesem Zwecke hat man nun die mannigfachsten Einlegesohlen fabricirt. Aber ihre Nachtheile sind im Allgemeinen größer als ihre Vortheile. Namentlich sehr unangenehm ist das leichte Verschieben derselben im Schuh. Hat man die Sohle eingelegt und zieht den Stiefel an, so schiebt der vorwärts dringende Zehenballen dieselbe vor nach der Spitze des Stiefels. Wenn sich das dann bei jedem neuen Versuche wiederholt, so wirft man eben eines schönen Tages voll Aerger alle Einlegesohlen fort. Nur eine einzige Schuheinlage habe ich bisher kennen gelernt, welche diesem Uebel vollständig abhilft, nämlich die SchuheinlageHygiea" von Geck und Schmidt in Plettenberg, Westfalen. Diese hat ringsherum einen elastischen, äußerst dünnen, federnden Metallrahmcn, so daß sie sich nie verschieben kann. Auch sei gleich erwähnt, daß dieser Metallrahmen noch einen anderen, sehr angenehmen Vor- theil besitzt. Jeder wird wohl mit geheimem Grauen irgend eines Spazierganges gedenken, wo sich mal in seiner Schuhsohle ein spitzer Nagel nach innen durchbohrte und nun bei jedem Schritt und Tritt in das Fleisch des Fußes eindrang. Solche Marterqualen sind bei der SchuheinlageHygiea" nicht mehr möglich, weil der Metallrahmcn rings auf die Sohlennägel zu liegen kommt. Da nun aber die übrigen mittleren Theile der Einlage in höchst elastischer Weise dem Drucke des Fußes nachgeben und sich der Wölbung der Fußsohle sofort anschmiegen, so braucht sich der Fuß jetzt auch nicht mehr in der Sohle neuer Stiefel erst mit Schmerzen ein Bett aushöhlen, wie

wir es vorhin gesehen haben, sondern die Einlage paßt sich sofort der Wölbung der Fußsohle in ganz bequemer Weise an. Der Fuß findet also gleich einen weichen, elastischen Boden vor, welcher weder Nerven noch Gefäße drückt und außerdem die Erschütterungen des Ganges, zumal auf dem harten Straßen­pflaster bedeutend vermindert. Wie wichtig dieser letzte Umstand für die Gesundheit unseres Nervensystems und Gehirns ist, geht aus den neuesten Untersuchungen der englischen Militär­ärzte über die Einwirkung des Anpralles der Ferse auf dem Boden hervor. Darnach ergab sich, daß die Erschütterung, zumal wenn der Fußgänger auf hartem Boden schreitet, mit der Länge der Zeit auf Nerven und Gehirn höchst nachtheilig einwirkt und daß ihr zum größten Theile das Gefühl der Ermüdung zuzuschreiben ist. Bei einem Marsche von nur 6 Kilometern wiederholt sich die Erschütterung etwa 10 000 mal und diesem Umstande ist neben der Ermüdung und den häufigen Verletzungen der Ferse namentlich der öfter eintretende Kopfschmerz zuzu­schreiben. Also namentlich für Touristen und Soldaten ist daher die SchuheinlageHygiea" sehr zu empfehlen.

Unsere Füße sind eigentlich die verachtetsten Theile unseres Körpers. Während man andere Körpertheile, so z. B. Hals und Arme bisweilen frei und offen läßt, scheut man sich die Füße unbekleidet sehen zu lassen,- man schämt sich gleichsam ihrer. Weshalb eigentlich? Weil sie meist schon nach einem kurzen Spaziergange trotz vorheriger Reinigung wieder schmutzig geworden sind. Und auch daran ist unser unzweckmäßiges Schuhwerk schuld. Die Haut des Fußes, ganz besonders aber der Fußsohle, sondert in noch viel höherem Maße als die Haut des übrigen Körpers fortwährend Schweiß und Hauttalg ab,- dieser vermischt sich mit dem von außen in den Stiefel ein­dringenden Staub und Schmutz zu einer schmierigen Masse und setzt sich dann an der Fußsohle und zwischen den Zehen ab. Die weitere Folge davon ist Verklebung und Verstopfung der vielen Talgdrüsen, Unterdrückung derregelrechtenTransspiration, Störung des Stoffwechsels, kalte Füße oder auch Schweiß­füße, sowie häufige Erkältungen und Katarrhe. Wenn wir auch die Füße immer wieder reinigen, so bleibt doch auf der Stiefelsohle der ganze Schmutz haften, da wir diese nicht reinigen können. Die einzige Abhilfe kann da eben nur ein waschbarer, festliegender Stoff schaffen, der zwischen Fuß- und Stiefelsohle liegt und allen Staub und Schweiß aufnimmt. Diesen Zweck erfüllt nun auch die SchuheinlageHygiea" vollkommen. Den metallenen Spanner kann man selbst nach Belieben mit den verschiedensten waschbaren, farblosen Stoffen: Drill, Flanell, Luffa, Pelz rc. überziehen und nach der Beschmutzung waschen. Als ick vor Kurzem nach einer größeren Schwarzwaldtour solch ein Paar Luffaeinlagen aus den Stiefeln herausnahm, war ich erstaunt über den vielen Schmutz, welcher sich darin angesammelt hatte. Jetzt nach dem Waschen im warmen Wasser sind sie wieder wie neu. Sie sind also gewissermaßen Schmutzfänger und Schweißsauger, welche die Nachtheile der Transspiration beseitigen, indem sie den Schweiß nicht in das Leder dringen lassen und somit verhindern, daß die Aus- scheidungsproducte vom Körper wieder ausgenommen werden. Auch sind sie, im Gegensatz zu vielen anderen Einlegesohlen, farblos, so daß von einer etwaigen Vergiftung nie die Rede sein kann.

Mannigfaltig und oft recht tiefgreifend sind also, wie wir gesehen haben, die Gesundheitsstörungen, welche unzweck­mäßiges Schuhwerk erzeugt. Es verbittert dem Spazier­gänger seine Erholungsstunden, bereitet dem Wanderer Qualen und Schmerzen, ja kann sogar dauernde Leiden localer und allgemeiner Natur Hervorrufen. Da ist es denn eine heilige Pflicht des Hygienikers, auf wirklich rationelle, hygienische Erfindungen, welche diesen Uebeln abhelfen, hinzuweisen. Und ein solches Abhilfsmittel ist entschieden die erwähnte SchuheinlageHygiea" von Geck und Schmidt in Plettenberg, Westfalen.

Redaction: N- Gcheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Stemdruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.

Ich 1 Aus Als

Dl

Roman a>

Da fuhren konl aus dem Z

Das Grehlock, ü //In Frankr Beim Himr Ihnen ein« ausschlug?"

Keine war, den L

Und

Sir G ^i'iige mein dem fernen mich ihnen lheilen. Sf d'e Heimrefi

So en mit dem B« englischen n verbinden.

Eine h Tannen - All Baronet fori 6°rtau sollte Mn. Sie k "ach, bis da«

Plötzlich