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Unzweckmäßige Fußbekleidung, em Schmerzenskind aller Spaziergänger und Touristen.

Von Dr. Otto Gotthilf.

(Nachdruck verboten.)

Was ist es, das dem Wanderer, mag er nur einen kleinen Spaziergang oder einen wochenlangen Marsch über Berg und Thal machen, am meisten alle Freude an den Schönheiten der Natur verleiden, ihn am leichtesten schier zur Verzweiflung bringen kann? Das ist eine unzweckmäßige Fußbekleidung, welche Blasen, Schwielen, Hühneraugen, Wundlaufen oder gar Fußgeschwüre erzeugt. Schlechtes Schuhwerk ist ein Marter­instrument, welches in seiner modernen Form eigens zu dem Zwecke erfunden zu sein scheint, um die mittelalterlichen Folter- I instrumente zu ersetzen, welches den festen, aufrechten Gang des Menschen nur zu oft in ein zaghaftes, unsicheres Trippeln ver­wandelt. Aber nicht nur Unbehagen und vorübergehende Schmerzen werden durch schlechte Fußbekleidung erzeugt, sondern mit der Zeit auch schwere bleibende Gesundheitsstörungen, wie Schweißfuß, Plattfuß, eingewachsene Nägel, Geschwüre, Ent­zündung der Gelenke, Verlagerung und Verkrümmung der Zehen. Von wie schwerwiegender Bedeutung dies nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die einzelnen Nationen ist, geht aus dem militärstatistischen Material der Rekrutirunaen hervor. Der bekannte militärärztliche Schriftsteller Dr. Billaret lagt daher:Sehen wir, wie außerordentlich groß in allen Ländern die Anzahl von Leuten noch alljährlich ist, welche dem Mrltärdienste infolge von Fehlern an den Füßen entzogen werden, und berücksichtigen wir, daß von diesen Fehlern ein ganz verschwindend kleiner Theil angeboren, die Hauptmasse derselben aber durch Tragen schlechter Fußbekleidung entstanden tst so müssen wir zugeben, daß hier ein erhebliches Staats­interesse vorliegt, welches ein Eingreifen des Staates auf diesem Gebiet rechtfertigen würde." Aber ich sollte meinen, daß es

Lassen Sie mich hoffen, Ihnen später einmal Ihren Jrrthum beweisen zu können," sagte er mit stolzem, betrübtem Ton, indem er sich der Thür näherte. Plötzlich blieb er stehen und blickte sie noch einmal schmerzlich an. Noch immer keine Antwort.

Er reichte ihr die Rechte und sagte:Leben sie wohl, Cousine!" 4 '

Sie wollte seine Hand nicht berühren aus Furcht, ihre Selbstbeherrschung zu verlieren.Leben Sie wohl'" sagte sie mit eisiger Kälte.

Er wandte sich um und verließ das Zimmer.

War es ein unterdrückter Aufschrei, welchen er vernahm, als die Thür sich hinter ihm schloß? Er blieb stehen und muschte, doch Alles war still. Er begab sich direct nach Godfrey Greylocks Bibliothek, trat ein und schritt nach dem Tisch zu, an welchem der Herr des Hauses seine Briefe schrieb, i .,Was ist vorgefallen?" fragte der alte Millionär, erschrocken über des Baronets verstörtes Aussehen.

Ich komme, um Ihnen für Ihre Gastfreundschaft zu amen und Ihnen Lebewohl zu sagen," antwortete Sir Gervase. ,/Ich muß Blackport mit dem nächsten Zuge verlassen."

Die Feder entfiel Godfrey Greylocks Hand. Er sprang an seinem Sitze auf.Ha!" rief er mit wilder Stimme. /M ist Ethels wegen sie hat Ihren Antrag abgewiesen!" ,, "3a," antwortete Sir Gervase so ruhig, wie er je in I feinem Leben gesprochen hatte.

//Beim Himmel!" rief Godfrey Greylock wüthend, sie °u mir diese Thorheit theuer bezahlen! Wie konnte sie es ftiQ^en'rrtne^ne Wttrffche und Befehle so zu mißachten?! Um I yretwillen zerstörte ich ein Testament, das zu Ihren Gunsten I ausgestellt war! Aber ich werde jetzt ein anderes machen, I me wieder umgestoßen werden soll!"

h ®te Hand des Baronets sank ruhig auf die Schuler I . f . en nieder. Dieses beständige Klimpern Greylocks I letncm Gelde wurde dem edeldenkenden Mann nachgerade I

, enraglich.Um Verzeihung!" unterbrach er ihn mit I cvjv rucklichem Tone,Sie werden nichts dergleichen thun.

btU ®fbb, der darnach trachtet, sich des Eigentums kön <rCX $U bemächtigen. Wenn Sie so unbedacht handeln n en, Miß Greylocks einstiges Vermögen mir zu ver- |

tnadjen, so würde ich es ihr wieder übertragen, noch ehe fie Zelt hatte, ihren Verlust zu erfahren. Schon seit Jahren haben Sie mich Ihres Wohlwollens versichert. Ich muß dasselbe letzt auf die Probe stellen, indem ich es mir als i persönliche Gunst erbitte, daß Ihrer Enkelin wegen der Täuschung, die ste meinen Hoffnungen bereitete, keine Vor-

I machen und sie wegen dieser Angelegenheit in keiner Weise belästigen. Es wäre ungerecht und grausam, da sie durchaus nicht zu tadeln ist. Wenn Sie nicht wünschen, daß ich mit bitteren Gefühlen von Ihnen scheide, so werden Ste mir diesen Beweis Ihrer Achtung nicht versagen."

Godfrey Geylock vermochte sich nur mit Mühe zu beherrschen. Seit Zähren hatten sich seine Gedanken mit dieser Heirath beschäftigt, und jetzt sollen seine Hoffnungen für immer zu ntdjte werden! Sein Zorn war heftig, sein Verdruß nicht ohne Berechtigung, allein Miene und Ton des Baronets hatten die Wirkung, seine Wuth zu zügeln.

Ais persönliche Gunstbezeugung erbitte ich mir das," wiederholte Sir Gervase.

Als persönliche Gunstbezeugung gewähre ich es," antwortete Godfrey Greylock fast wider seinen Willen.

»Herzlichen Dank! Der Gedanke, Zwietracht in diesem Haust gestiftet und Miß Greylock unglücklich gemacht zu haben, wäre mir unerträglich. Sie geben mir also Ihr Wort darauf, daß sie wegen dieser Angelegenheit nicht belästigt werden soll?"

//Ich gebe Ihnen mein Wort darauf," erwiderte der alte Herr, indem er sich auf die dünne, blutlose Lippe biß. Da es Ihr Wunsch ist, will ich das blinde, thörichte Mädchen verfchonen,- allein," fügte er mit einem Blicke des bittersten Unwillen hinzu,sie hat alle meine Pläne für ihr künftiges Wohl vernichtet!"

(Fortsetzung folgt.)

merfeenT'6 bamit faßen' bo& Sie mich nicht heirathen

Ich kann Sie nicht heirathen."

Diese Worte ließen dem Zweifel keinen Raum. Er hatte von dem schönen, eigenwilligen amerikanischen Mädchen einen Korb erhalten.

Darf ich erfahren" begann er.

^e mich nicht!" unterbrach sie ihn heftig, ^ch kann ^hnen nicht antworten. Begnügen Sie sich damit, zu wlffen, daß Sie und tch einander nie nie nie an­gehören können!"

Der Baronet blickte sie unaussprechlich unglücklich an. Ethel, Sie verschmähten Doctor Vandine aus den Grund o"k ^te einen Anderen liebten. Dies hörte ich durch ßrifcxU, tote Sie wissen. Verschmähen Sie mich jetzt aus dem gleichen Grunde?"

- "Ich E Es Ihnen nicht sagen!" rief sie trotzig. Reden Sie nicht weiter! Ich weiß die große Ehre, die Sie mir erweisen, zu würdigen, aber ich muß dieselbe ab- lehnen. Meine ®rüttbc kann ich- nicht ünneöen."

//Um's Himmelswillen, Ethel!"

"Still! Wenn es das Grehlock'sche Vermögen ist, das Sie begehren, Vetter, sagte sie mit erzwungenem Lachen, i > nehmen Sw es - ich gönne es Ihnen von Herzen I mich aber muffen Ste aus dem Spiele lassen!"

Der Baronet errröthete vor Unwillen.Dies ist eine durch nichts provoeirte Beleidigung, Ethel," sagte er. Halten Sie mich wirklich für einen verächtlichen Erbschleicher? §a6en ©ie nach allen diesen Tagen freundschaftlichen Ver­kehrs keme bessere Meinung von mir gewonnen?"

Sie blieb stumm.