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Ihr Euch" Aber nun kamen sie doch, die bösen Thränen, und rannen unaufhaltsam über ihr Gesicht.

Mit einem Jauchzen streckte Fritz Malten beide Arme nach oben.Herzens-Ursel! Komm' herunter!"

(Schluß folgt.)

G-HreinnNtziges.

Verwendung von Glückwunschkarten. Diejenigen Karten, welche nach Herstellung der bekannten Wandfächer, auf Palmblättern oder Pappgrund übrig bleiben, benutzt man zur Verzierung einer Tischplatte. Die auf den Karten befindlichen Blumen werden ausgeschnitten und geschmackvoll auf die Platte eines jener gegenwärtig beliebt- n, einfachen T'schchen mit drei gekreuzten Beinen angeordnet. Als Lückenbüßer dienen Ausschnitte aus Tanz- und Tischkarten, zur Roth auch kleine Oblatenbilder. Als Klebmittel benützt man gekochten Mehlkleister mit Tischlerleim vermischt. Die fi'.sch geklebten Bilder beschwere man bis sie angetrocknet find und glatt liegen. Den Rand der Platte umgebe man mit einer geknüpften oder gehäkelten Kante, auch ein gebogener Stoffreifen genügt für diesen Zweck. Die gut getrocknete Platte wird mit sehr dünnem, hellen Leim und zuletzt mehr­mals mit hellem Kopallack überstrichen. Auch Teller für Besuchskarten, Wandmappen, Körbchen lassen sich auf diese Weise herstellen.

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Riechkissen. Hausfrauen, welche ein paar Rosenstöcke ihr eigen nennen, können mit leichter Mühe dufiende Riech­kissen herstellen. Man trocknet die Rosenblätter im Schatten, Pulverisirt sie, vermischt sie mit etwas gestoßenem Sandelholz und besprengt sie mit ein wenig Rosenöl. Auf 250 Gramm trockene Blätter rechnet man 130 Gramm Sandelholz und fünf Tropfen Rosenöl, welche für 50 Pfennig käuflich sind. Nach Verlauf einer Viertelstunde füllt man die Mischung in kleine Säckchen, welche man aus farbigen Seidenresten zu­sammennäht, und bindet sie so recht zusammen. Sehr zier lich nimmt sich ein gestickter Rosenzweig, ein Namenszug oder 'auch nur ein hübsches Bildchen, ein Sträußchen oder dergleichen vorstellend (sog. Liebesmarken) darauf aus. Die fertigen und gefüllten Söckchen umbindet man mit dicker Goldschnur oder Seidenband.

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Englische Hummersuppe. 10 Personen. Bereitungs­zeit zwei Stunden. Das Fleisch eines frischgekochten, etwa 3/4 bis 1 Kilo wiegenden Hummers wird aus den Schalen gebrochen und in feine Stücke geschnitten- nun schwitzt man eine Mohrrübe, Zwiebel, Sellerie, zwei Schalotten, ein Stück Cckronenschale, ein Kräuterbündchen, Alles ebenfalls klein ge­schnitten, in 90 Gramm Butter gut durch, rührt 200 Gramm Reismehl hinzu, fügt die im Mörser zerstoßenen Hummer­schalen nebst 3 Litern guter Bouillon aus Liebigs Fleisch- Extract bei und läßt Alles langsam eine Stunde kochen, wobei man durch wiederholtes Umrühren ein Ansetzen der Suppe am Boden des Topfes vermeidet. Durch ein Sieb gegeben, g^cßt man der Brühe ein Glas Weißwein zu, schmeckt sic mit Salz ab, stäubt eine Messerspitze Cayenne-Pfeffer über, thut das Hummerfleisch, auch ehret aus diesem verfertigte Klößchen oder Semmel-Klößchen hinein und giebt die Suppe auf den Tisch.

Hurirsrrstisches.

(AusdenFliegendenBlättern".) Bestätigt. Vater:Radfahren Kinderspiel! Mein Fritz fährt erst kurze Zeit und schon wie der Blitz!" Nachbar:Sie scherzen

wohl?" Onkel:Nein, nein es ist kein schlechter Witz! Sein Fritz fährt wirklich wie der Blitz im reinsten Zick­zack!" Recht schmeichelhaft. Er (während der Flitterwochen):Wann hast Du denn zuerst entdeckt, daß Du mich liebtest, mein Herz?" Sie:Als ich merkte, daß ich mich jedesmal ärgerte, wenn die Anderen Dich einen Schafskopf nannten!" Entweder oder. Berg­kraxler:Nur vorwärts, unverzagt! Komm' ich hinaus, so werd' ich bewundert, fall' ich 'runter, so brauch' ich morgen nicht in's Bureau zu gehen!" Ordnungsliebend. Erste Dame (beim Kaffeeklatsch):Ich sage Ihnen, die kleine Räthin, das ist eine" Zweite Dame:Bitte, über die sprechen wir immer erst bei der zweiten Taffe!" Ein de sidcle. Dienstbote:Weshalb haben Sie die Stelle bei Raths nicht angenommen?"Ich bitte, in dem Hause hätte ich ja mit meinem August keinen Telephon-Anschluß!" Gütig. Onkel (bei dem der Neffe eben eine größere Anleihe gemacht):Sag' mal, mein lieber Arthur, wirst Du mir auch Zinsen zahlen?" Neffe:Gewiß, Onkelcheu, mindestens ein halbes Jahr lang pump' ich Dich nicht wieder an!"

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Gewohnheit. Gauner:Mit meinem Seitenstechen wird es immer schlimmer ich werd' nächstens bei dem eiubrechen müssen!"

Literarisches

Beim Aufschlagen der neuesten Nummer desPraktischen Rathgebers im Obst- und Gartenbau" ist man überrascht von der Schönheit einer Kunstbeilage, in der zwei unserer besten Tasel- biruen:Boses Flaschenbirne" undGute Louise von Avranches" farbig dargestellt sind. Wie man dem begleitenden Text entnimmt, sind es Birnen, die auch unter weniger guten Verhältnissen noch gedeihen. Gemalt sind die Früchte von dem Leiter der Trowitzsch'schen Kunstanstalt, Kunze, unter dessen Augen auch die Vervielfältigung entstanden. Wir nehmen wiederholt Veranlasfung, Gartenfreunde und Obstfreunde auf die vortrefflich redigirte Wochenschrift aufmerksam zu machen.

Die Poesie des Fächers hat die bekannte Damen- und Moden­zeitungDer Bazar" zum Gegenstand eines interessanten und eigen­artigen dichterischen Wcttstreites unter ihren Leserinnen gemacht. Be­sonderen Reiz verleihen diesem Wettbewerb die für die schönsten Ge­dichte ausgesetzten Preisen höchst elegante und künstlerisch ausgeführte Fächer, die imBazar" abgebildet sind und unter denen sich auch ein sehr kostbarer Ballfächer befindet, den der bekannte Berliner Künstler Georg Schöbel auf Seide gemalt hat. Die preisgekrönten Gedichte werden in einer späteren Bazarnummer veröffentlicht.

Das Ideal.

Von oben her

Kam seraphgleich aus lichtem Sternenheer Auf Traumesfittigen wie Himmelsmahnung Und meines sehnsuchtsvollen Herzen Ahnung Ein Alf des Lichts, mein Sängerideal;

Vorn Kampf der Zeit gebräunt und sonst ermattet, Doch jetzt mit Zügen, die kein Weh' beschattet, Seit ihm fein Geist geklärt durch eigne Wahl!

Ach, diese Wahl!

Wohl brachte sie Entsagung ohne Zahl, Entsagung, aber nicht des wahrhaft Hohen, Noch Edlen, das, von Thoren nur geflohen, Verehrt wird in des Geistes Vaterland. Entsagung war es nur von ird'scher Wonne, Die aufblüht in der Jugend Maiensonne, Und allzubald wie ein Phantom verschwand!

König Oscar II. von Schweden.

Ihr eig'nes Gepräge trägt jede Zeit, Nicht ewig ist Nacht, nicht ewig ist Streit, Einst dämm rt der goldene Morgen!

Frei wird uns verkündet der Wahrheit Wort, Und frei ist die Forschung, des Geistes Hort, Vor Aberglauben geborgen!

König Oscar II. von Schweden.

Redaction: 8L Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen-