Donnerstag den 25. ßlademier. ß

1897. - St. 188

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(Fortsetzung.)

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MW at Dir ein Stoß von ungefähr Wto Dein Kartenhaus zerrüttet,

Gott sei gedankt, es war nicht schwer, Es hat Dich nicht verschüttet.

Und steht Dir neu zu bau'n der Sinn?

Da sind die alten Karten! Es stecken noch viel Häuser d'rin, Die nur des Bauers warten.

sich durch ihn die Reise amüsant und wechselretch gestalten, ebenso wie er den Genuß dankbar empfinden wird, diese schöne Natur im Kreise heiterer Menschen zu schauen. Harmlos! ganz harmlos! sie müssen sich Beide ruhig kommen und ruhig gehen sehen und so wird es auch sein.

Pia athmete hoch auf und streicht mit der Hand über die Stirn, als wolle sie Alles wegwischen, was die gefähr­liche Rheinluft ihr an thörichtem Empfinden eingeblasen hat.

Nun sieht sie klar und ist einig mit sich, das wird ihr die alte Ruhe und kühle Gelassenheit zurückgeben.

. Weiter nichts.

Nein, nicht sentimentmal werden; es wäre lächerlich. Mit frohem Herzen will sie seine Gesellschaft genießen und

Der Majoratsherr

Roman von Nataly v. Eschstruth.

Und im Strome, da tauchet die Nix aus dem Grund,

Und hast du ihr Lächeln gesehen,

Und sang dir die Lurley mit bleichem Mund, Mein Sohn, so ist eS geschehen!"

Fränzchen blieb lachend stehen und winkte übermüthig dem Schiffchen hinüber, Hellmuth aber wandte jählings Kopf und blickte Pia an. Sie zuckte zusammen wieder, doch wieder allen guten Vorsätzen zum Trotz

bei ihnen von dem Strom Laut dich bethört der und Graus."

Ja. Bethört! das nicht die kosend weiche Luft, um bezaubert die Seele,

wallte es heiß nach ihrem Herzen.

Was flimmert und flirrt vor ihren Blicken? Ist eS doch vielleicht die süße, lichte, schwüle Luft . . .

Wagenrollen ertönt hinter ihnen in der Ferne, sie athmet erleichtert auf. ,

Tante Johanna! Nun kann sie vielleicht allzu große Ermüdung vorschützen und die letzte kleine Strecke bis Rüdes- heim fahren.

Dann ist sie einer Unterhaltung mit ihm enthoben und sein Blick kann sie nicht mehr verfolgen wie bisher.

Wie er mit Fränzchen plaudert und lacht! Welch ein Wohlklang in der sonoren Stimme. Er scheint sich in der That sehr zu bemühen, die Kleine für sich zu gewinnen, und das Backfischchen strahlt vor Vergnügen über diesen ersten Verehrer. Es wird nicht lange dauern, dann hängt sie sich in ihrer ungenirten Weise an seinen Arm und Onkel Willibald, der sonst so vornehm denkende Mann, wird absolut nichts bei diesem Benehmen finden, wie er ja Alles gutheißt, was der Uebermuth seiner Einzigen in Scene setzt!

Der Assessor hat gefragt, ob die Kleine viel an die amerikanische Heimath zurückdenkt, und ob sie dieselbe sehr geliebt hat.

Und nun beginnt Fränzchen in einer Art und Weise aufzuschneiden, die geradezu unerhört ist.

Alle Abenteuer des Lederstrumpfes und sonstiger Jndianerliteratur verarbeitet sie voll kühner Phantasie als eigene Erlebniffe, und der unnatürliche Vater geht schmunzelnd

Und als er sie im Arm gehalten und Auge in Auge ruhte im ersten Sehen, da hatte sie das Gefühl, das dunkle, ahnungsvolle gehabt: Du kennst ihn! wer ist es aber ? er ist Dir nicht fremd und doch weißt Du seinen Namen nicht!

Zieh nicht an den Rhein zieh nicht an den Rhein, mein Sohn, ich rathe Dir gut!" klang es abermals dicht herüber:Dich bezaubert der Schein Entzücken saßt dich

ist es, nicht der blinkende Strom, nicht der Hall und Schall rings- man bildet es sich lediglich ein, daß man am Rhein etwas ganz Besonderes erleben muß, und diese Einbildung bethört die Menschen und laßt sie Gespenster am Hellen Tage sehen! . .

Gehört sie auch zu den sentimentalen, blerchsuchtigen Mädchen, welche sich in Empfindungen und Schwärmereien hineinzwingen, welche ihnen im Grunde genommen ganz fern liegen, welche nur krankhaft sind?

Die Willensstärke, kühlherzige Pia, welche sich noch für keinen Mann begeistert, wird diesem traditionellen Rhein­zauber gewiß nicht zum Opfer fallen.

Sie reißt mit energischer Hand die Dunstschleier entzwei und sieht sieht einen jungen, eleganten liebenswürdigen Mann, welcher ihr gefällt und mit welchem sie gern plaudert.

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