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In Gedanken hatte sie gesündigt gegen ihn durch Jahre und Jahre, bis dieselben eine unheilvolle Gewalt über sie bekamen und sie nicht mehr erkennen ließen, wie viel sie in ihrem Gatten besaß!
(Schluß folgt.)
Gemeinnütziger.
Mistbeete. Sämmtliche Mistbeete, in welchen Pflanzen von Salat, Kohlrabi, Blumenkohl und anderen Kohlarten, Zwiebelpflanzen, Radieschen rc. herangezogen werden, sind spätestens Mitte April leer und können dann zu neuen GuL- tmcen benutzt werden. Vortheilhaft ist es, statt Gurken Früh- carotten in diesen Beeten zu ziehen und zwar die Sorten: Pariser Treib und Frankfurter kurzkrautige. Der Samen der Carotten liegt ziemlich lange, bevor er keimt, zwei bis drei Wochen mindestens. Die Pflänzchen brauchen auch noch mehrere Wochen, bis sie das dritte Blatt machen und können in dieser Zeit ohne Schaden etwas gedrückt stehen. Es paßt sich deshalb sehr gut, daß man die Carottensamen beim Aussäen der verschiedenen Gemüsesamen dazwischen streut. Wenn später die Gemüsepflanzen ausgezogen werden, bleiben die zu dieser Zeit noch schwächlichen Carottenpflanzen stehen. Werden sie jetzt einige Male gründlich gegosien und von Unkraut reingehalten, so kräftigen sie sich zusehends und liefern ohne besondere Pflege schon nach wenig Wochen brauchbare Carotten für die Küche.
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Kürbisse stupft man im April in Töpfe und versetzt die Pflanzen, wenn sie mehrere Blätter zeigen und keine starken Nachtfröste mehr zu befürchten sind, in's Freie. Zu diesem Behufe macht man, wenn man recht viele Kürbisse ziehen will, einen Meter weite und einen Meter tiefe Gruben, giebk einen Theil der ausgehobenen Erde, vermischt mit Compost, verrottetem Mist rc. in die Grube und gießt recht viel Abtrittdünger und mit Wasser verdünnte Stalljauche daraui. In die so zubereiteten Beete setzt man zwei bis drei Pflanzen sammt dem Ballen und hält die Pflanzen feucht. Fett, feucht und warm müssen die Kürbisse haben, wenn sie recht groß und schön werden sollen. Kürbisse bieten auch den Bienen eine ausgiebige Weide, und gerade zu einer Zeit, wo sie derselben am meisten bedürfen.
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Im Ziergarten sind die schweren, sich neigenden Hhacimhenblüthen an Stäbe zu binden, hochstämmige Rosen werden aufgebunden- die Gladioluszwiebeln werden ausgepflanzt. Zarte Florblumen, wie Nelken re., aufblühende Hyaeinthen sind vor starkem Regen und brennender Sonne zu schützen.
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Die Beete mit Sileue, Vergißmeinnicht und Stiefmütterchen, welche in Blüthe bezw. eben davor stehen, sind fleißig zu gießen, die, welche man im Herbst mit Nemophila, Colliusia rc. vollständig übersäte, reinige man, ehe die Pflanzen sich stark entwickeln, vom Unkraut.
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Die Tomaten beginnen mehr und mehr sich in die Gemüsegärten einzubürgern und das mit Recht. Hauptsache bei der Tomatencultur ist, daß man Anfangs Mai kräftige Topfpflanzen schon in's Freie setzen kann und zwar an den sonnigsten, wärmsten Platz im Garten, daß man, wenn die Pflanzen blühen, die Spitze ausbricht und einige Aeste aus- schneidet, die Pflanze, an einem Gitter fächerartig ausgebreitet, aufbinder, fleißig gießt und von Zeit zu Zeit mit flüssigem Dünger düngt.
Die Veredelung de* Rosen im Frühjahr«. Bereit» Anfangs Mai kann oculirt werden, wenn man Rosen in .Töpfen cultivirt, von welchen um diese Zeit reife Augen zum Oculiren genommen werden können. Man nimmt eine Kielfeder und schneidet sie ähnlich wie zum Schreiben, natürlich ohne gespaltene Spitze, trennt mit der Messerspitze das Edelschildchen in der gewünschten Größe von dem Edelreis etwas loö, schiebt dann die zugeschnittene Feder hinein, gleichgiltig, ob von oben oder unten, und schiebt das Auge von dem Holze loS. Die um diese Zeit eingesetzten Augen wachsen bei günstiger Witterung bald an, man schneidet den Wildling oberhalb der Beredelungsstelle ab und eS bildet sich noch in demselben Jahre eine stattliche, reichblühende Krone.
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Zur Ziegenpflege. Die Ziege, in ihren Gewohnheiten ein seltsames Thier, will danach behandelt und gepflegt fein. Thut man das, dann verschwindet gewiß auch manches Bor- urtheil, das man gegen sie hegt, besonders die viel verbreitete Ansicht, daß sie mehr Futter verderbe, als fresse. Man muß ihr eben nicht sämmtlicheS Futter auf einmal verabreichen, wie es oft geschieht, denn im Ueberfluß verschmäht sie auch das Beste, sondern man füttert in fünf bis acht kleineren Portionen. Dann wird man stets eine leere Krippe finden.
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Musselin zu waschen. In einen kupfernen Kessel thut man 1 Liter Weizenkleie und 4 bis 6 Liter weiches Wasser. Sobald es kocht, legt man den Stoff hinein, läßt ihn eine Viertelstunde ziehen und wäscht ihn unter Hinzuthun von kaltem Regenwasser in dem Kleiewasser rein. Das Spülen wird so lange wiederholt, bis alle Kleie entfernt ist. Der Stoff ist auf dem Boden zu trocknen.
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Man gewöhnt sich nur allzuschnell an die Errungenschaften der Industrie: Die moderne Hausfrau, die Liebigs Fleisch-Extract als etwas Selbstverständliches anwendet, würde sich verwundert umsehen, wenn ihr plötzlich dieses allerbequemste Hilfsmittel entzogen würde, um Saucen und Gemüse zu würzen, im Falle eines plötzlichen Besuche» ein Restchen Suppe zu angemessenem Quantum zu verlängern oder auch, wenn sich eins der häufigen kleinen Küchenunglücke ereignet hat, eine Braten- oder Fricassse-Sance von neuem herzustellen, ohne daß Jemand den Ersatz gewahr wird. Es läßt sich nicht bestreiten, daß, wo Liebigs Fleisch-Extrack, dessen Ergiebigkeit bekannt ist und durch dessen Anwendung Zeit und Geld gespart werden kann, sich in vielen Haushaltungen seit Jahrzehnten eingeführt hat, auch die Kiichen- forgen unserer Hausfrauen beträchtlich geringer geworden sind.
Hninsvistischer.
Ein Zeitkind. „Otto, Du hast aber ein schlechtes Zeugniß!" — „Ja, Papa, der Lehrer muß was gegen Dich habenW
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Vergaloppirt. Vater (im Eifer): „Laura, nimm Dir ja einen gescheidten Mann — Deine Mutter hat leider nur aufs Geld geseh'n!"
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Das kluge Karlchen. Papa: „Sag' mal, Karlchen, bei wem thut es denn am meisten weh, wenn Du Schläge bekommst, bei mir oder bei der Mama?" — Karlchen: „Bei mir!" * * *
Schöne Aussicht. „Sie, Kutscher, fahren's doch langsamer — das ist doch lebensgefährlich." — //Ach was, ich hab' ohnedies keine Freud' am Leben!"
Redaktion: 8. Gcheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerci (Pietsch & kcheyda) in dich«.


