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Ein matter Hilferuf zitterte über das Wasser. Bis zum Strande wäre der schwache Laut wohl kaum gedrungen, die in einem Rettungsboot angestrengt vorwärts arbeitenden Männer aber hatte er erreicht.

Vorwärts, schneller!" commandirte Georg Staeger, indem er selbst die Ruder strammer einlegte. Und dann rief er Helma mit seinem vollen Bariton ein aufmunterndes Muth" zu, dem man freilich nichts von der Herzensangst anhörte, die er um das geliebte Leben dort empfand.

Schon längst hatte Georg die Tollkühnheit Helmas ge­ängstigt. Als er nun heute gewahrte, daß sie sich weit über das vorgeschriebene Ziel hinausbegab, verständigte er einige Badewärter und folgte mit diesen der übermüthigen Schwim­merin.

Der Nachen war bereits so nahe, daß Helma gerade in Georgs erregte Züge sehen konnte. Sie that es scheu und doch mit einem neuen, beglückenden Gefühl. Wie elegant, wie kraftvoll seine Bewegungen sind! Wie sein männlich- schönes Gesicht von Gesundheit und stolzem Selbstbewußtsein strahlt! Ja, das ist die echte, von der Natur verliehene Kraft, die der Mann dem Weibe voraus hat und unter deren Schutz es sich so sicher ausruhen läßt.

Ach ja, ruhen eine Ohnmacht wandelte sie an. Doch da war auch schon der Nachen zur Stelle. Kräftige Arme hoben Helma empor, man hüllte sie warm und wohlig ein, und trotzdem Georg jetzt mit ihr abgewendetem Gesicht in dem kleinen Fahrzeuge stand, fühlte das junge Mädchen doch klar, daß sie nurseiner" Fürsorge ihr Leben zu danken habe.

Während der Rückfahrt überließ Georg die Ruder den Leuten. Er selbst setzte sich neben die heimlich Geliebte und stützte sie fürsorglich mit seinem Arm.

Gnädiges Fräulein" Aber ihre Augen leuchteten ihm in einem so tiefen, verklärten Glanz entgegen, daß er mit unterdrücktem Jubel fortfuhr:Giebst Du endlich den Kampf auf, Geliebte? Willst Du Dich meiner Liebe, meiner Stärke anvertrauen?"

Damals im Coups waren Sie sehr garstig gegen mich" Helma kämpfte vergeblich gegen heiße Thränen an.

Der Trotz und Eigenwille störten mich in Deinem süßen, bezaubernden Antlitze wenn Du ahntest, mein Lieb- l-ng, wie sehr Dich ein weicher, hingebungsvoller Ausdruck verschönt."

Und jetzt schwanden wirklich alle revolutionären Empfin­dungen in ihr dahin wie Flammen, die der Nahrung ent­behren ihre Kraft war gebrochen und mit dieser ihr Widerstand.

Georg ja ich liebe Dich

Wie ein Hauch traf das süße Geständniß sein Ohr, aber cs machte ihn überglücklich, und nun hielt er die weiche, ein wenig schwankende Gestalt so fest, wie ein kluger Mann sein Glück hält.

Mit der stolzen, thatkr ästigen Helma aber ging während dieser Fahrt eine totale Wandlung vor. Das Ohnmachts­gefühl, die unbedingte Hingabe unter einen stärkeren Willen, bereitete ihr wonniges Glück. Verweht war all' der thörichte, mühsam zusammengesuchte Krimskrams von Selbständigkeit und sonstigen emanzipirten Anschauungen. Das Herz öffnete weit die Thore, um den blühenden Liebesfrühling einziehen zu lassen.

Helma erholte sich überraschend schnell von ihrer Ab­spannung. Lola trat ihr am Arm eines stattlichen Mannes entgegen.

Das Nixenkleeblatt besteht nicht mehr, liebste Helma, ich habe meinen Ring in die Fluth geworfen, mögen ihn die Nixen holen! Die Angst um Dich hat mein Glück begründet endlich haben wir uns gefunden Dann vorstellend: Mein Verlobter!"

Und die arme, kleine Margot, der wir all' die krank­haften, verderblichen Dinge in den Kopf gesetzt haben, geht teer aus!" klagte Helma.

Margot hängte sich mit strahlendem Gesichtchen an ihren Arm.

Klüger als das gelehrteste emanzipirte Fräulein ist die jüngste Braut, denn sie hat erkannt, daß die einzige Bestim­mung der Frau ist, zu lieben und geliebt zu werden!"

Gut gesprochen, meine Anti-Nixe!" rief Georg, Mar­gots Schulter zutraulich umfassend.

Aber was bedeutet das Alles?" fragte Helma athemlos.

Daß ich Dich ein wenig angeführt habe, meine stolze, kluge Helma, denn Dein Schornsteingraf ist der Bruder meines Bräutigams, mit dem ich seit Monaten heimlich ver­lobt bin, also mein Schwager!"

Und die stolze, gönnerhafte Helma wußte nichts Anderes zu lhun, als die kleine,unbedeutende" Margot glücklich lächelnd in die Arme zu schließen.

Gein-innützig-r.

Rahm-Sauce zu Wildbraten re. erhält einen ganz besonders pikanten und kräftigen Geschmack durch eine kleine Zuthat von Liebigs Fleisch-Extraet, das ja heutzutage zum eisernen Bestand jeder practischen Küche gehört. Beispiels­weise eine Hirschkeule von 3 Kilogr. Gewicht, mit Salz ein- gerieben und zierlich gespickt in den entsprechend geheizten Bratofen gelegt, wird unter fleißigem Begießen mit 380 Gr. bräunlicher Butter gebraten. Alle kleinen Abfälle werden gut ausgekocht und diese Brühe verwendet man in der letzten Stunde des Bratens zum Nachgießen. Die Sauce, unter Hinzufügung von 5 Gramm Liebigs Fleisch-Extract mit etwas in dicker saurer Sahne verquirltem Kartoffelmehl verdickt, schmeckt köstlich.

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Stockschwämmchen (Mousseron). Zeit der Bereitung 40 Minuten. 5 Personen. Man braucht diese Pilze meist nur an Sauce, die vortrefflich schmeckt und besonders zu Hammel- und Rindfleisch paßt. Man entfernt die Stiele von einem Liter Mousserons, wäscht die Pilze und dünstet sie in 25 Gr. Butter weich. Jndeß bräunt man 30 Gr. Mehl in 40 Gr. Butter, verkocht die Mehlschwitze mit kochen­dem Wasser, giebt Salz, feinen Pfeffer, 10 Gr. Liebigs Fleisch-Extrat, ein Glas Rothwein, etwas Citronensaft und die gedünsteten Pilze hinzu und kocht Alles noch fünf Minuten miteinander.

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Gefüllte Tomaten. Man schneidet oben am Stiel ein Deckelchen ab, höhlt die Tomaten ziemlich aus, streicht das Mark durch ein Sieb, vermischt es mit Bratwurstfüllsel ober gehacktem gebratenem Fleisch, geweichten Brödchen und Ei, mit feingeschnittenell Zwiebeln, Petersilie und Citrouen- schale ein wenig, durchdünstet, salzt und pfeffert die Farce gehörig und füllt sie in die Tomaten. Man setzt diese dann nebeneinander in eine ausgebutterte, niedere Gratinirschüssel, überstreut sie mit geriebenem Brödchen, bäckt sie unter kohlen­belegtem Deckel oder in der Röhre und beträufelt sie mit einigen TropfenMaggi", bevor man sie aufträgt.

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Tomaten-Sauce. 8 bis 10 reife Tomaten werden in Hälften geschnitten, mit einer feingeschnittenen Zwiebel und einem Schöpflöffel leichter Fleischbrühe durchdünstet, die Sauce mit gelbem Buttermehl gebunden, angenehm mit Salz und Cayennepfeffer gewürzt, aufgekocht, mit einem Glase Weißwein und zwei TheelöffelchenMaggi" abgeschmeckt, durchpassirt und in die Sauciöre gegossen.

Redaction: SL Scheyda. Druck und Berlag der Brühl'schen Univerfitäts-Puch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.