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Sie küßte den Brief des Geliebten und steckte ihn in : die Tasche.

Ethel wähnte dies zu thun, während das Schreiben ihren behandschuhten Fingern entschlüpfte und unbemerkt zur Erde niederglitt. Ihres Verlustes unbewußt, ritt sie eine halbe Meile weiter, tief in Gedanken an den Geliebten versunken, bis ein plötzlicher DonnerschlagSultana" ver­anlaßte, einen Seitensprung zu machen und die junge Reiterin aus ihren Träumereien weckte.

Der Himmel über ihr war schwarz wie Tinte geworden - die See schäumte und brauste gegen den Strand heran - ein furchtbarer Sturmwind drohte die zarte Gestalt aus dem Sattel zu werfen.

Ich muß nach Hause eilen- Großpapa wird vor Be- sorgniß außer sich sein," murmelte die Reiterin vor sich hin- sie führte die Hand nach der Tasche, um Regnaults theuren Bries noch einmal zu berühren. Aber, oh Entsetzen! Der Brief war nicht in der Tasche! Ihr Herz drohte still zu stehen. Plötzlich wurde ihr Alles klar, und nun achtete sie des Unwetters nicht mehr- der Verlust dieses Briefes be­deutete Ruin für sie selbst und ihren Geliebten. Wenn Jemand ihn fand und ihrem Großvater überlieferte! Himmel, was dann?

Wie der Blitz schwenkte sie um und galoppirte den Weg zurück, den sie gekommen war. Doch vergeblich ließ sie ihre Blicke nach allen Richtungen umherschweifen, nirgends fand sie eine Spur von dem verlorenen Briefe. Vielleicht hatte der Wind denselben in die See geweht. Plötzlich gewahrte sie einen Mann, der eine Strecke weit vor ihr schritt, wahrscheinlich um Schutz vor dem Unwetter zu suchen. Seine langen Beine maßen den Strand mit einer Geschwindig­keit, die selbstSultana" hinter sich zu lassen drohte. Halt! Halt!" rief Ethel, so laut sie vermochte. Ein Donnerschlag übertönte ihren Ruf. Der Mann wandte nicht um.

Halt!" rief das Mädchen außer sich vor Angst, indem sieSultana" zu größerer Eile antrieb.Dummkopf! Hören Sie nicht? Bleiben Sie stehen, ich wünsche mit Ihnen zu reden!"

Jetzt hatte er sie vernommen und auch den schmeichel­haften Titel, den sie ihm zugerufen hatte - er drehte sich um, blieb stehen und gewahrte das Mädchen, dessen goldene Haare aufgelöst im Winde flattern und dessen leichenblasses Gesicht die größte Seelenangst bekundete.

Ich habe etwas verloren," keuchte Ethel, indem sie die Zügel anzog,einen Brief haben Sie ihn gesehen?"

Der Mann streckte seine Hand in die Brusttasche und brachte den verlorenen Gegenstand zum Vorschein.Hier ist ein Brief, den ich eine kurze Strecke von hier am Strande fand," antwortete er:er ist au Miß Ethel Greylock adressirt, wie ich sehe."

Sie riß ihm den Brief aus der Hand und sagte: //Dies ist mein Name." Dann warf sie einen besorgten Blick aus den wiedererlangten Brief. Derselbe war beschmutzt und naß, wie es sich kaum anders erwarten ließ- sie schenkte jedoch diesem Umstand keine Beachtung.Haben Sie sich herausgenommen, den Inhalt zu lesen?" fragte sie, indem sie dem Mann ein durchbohrenden Blick zuwarf.

//Es ist nicht meine Gewohnheit, Briefe zu lesen, die uicht an mich adressirt sind," entgegnete er in einem Tone, der dem ihrigen an Herbheit nichts nachgab.

Erlauben Sie mir die Frage, was Sie mit dem Briefe gethan haben würden, wenn ich Sie nicht hier ge­troffen hätte?"

Es wohnt ein Mann Namens Godfrey Greylock in der Nähe," antworte er ruhig -ich würde ihn ausgesucht und ihm den Brief übergeben haben."

Ethel stieß unwillkürlich einen Schrei aus. //Oh, das wäre entsetzlich gewesen-es wäre mein mein Ver­derben gewesen! Nicht für alle Welten ich"

Bestürzt über ihre eigene Unbesonnenheit hielt sie inne.

Ein entsetzlicher Donnerkrach und für einen Augenblick hüllte eine blaue Flamme Roß und Reiterin ein, dann öffneten sich die Schleusen des Himmels, und ein Platzregen ergoß sich hernieder.

Sultana" bäumte sich vor Furcht und drohte die Reiterin abzuwerfen.

Entschlossen ergriff der Fremde die Zügel und brachte das Thier zum Stehen.Dort ist ein kleiner Schuppen," sagte er-wir müssen denselben zu erreichen suchen."

Und mit dem Zügel in der Hand schritt er mitten unter dem Aufruhr der Elemente einem alten Boothaus zu, das in kurzer Entfernung am Strande stand. Es war ein sehr kleiner baufälliger Schuppen, der fürSultana" keinen Raum hatte.

Ohne zu wissen, wie ihr geschah, fühlte sich Ethel aus dem Sattel gehoben und unter das ungenügende Dach ge­leitet. Im nächsten Moment warf der Finder des Briefes ihr den Sattel zu mit den Worten:Ich will das Thier draußen festhalten."

(Fortsetzung folgt.)

Genreiinrütziger.

Der Genuß eiskalter Getränke, insbesondere eiskalter Mineralwässer sollte in der heißen Jahreszeit möglichst ver­mieden werden. Wenn schon in normalen Zeiten der Genuß zu kalter Flüssigkeiten ernste Verdauungsstörungen von längerer Dauer nach sich zu ziehen geeignet ist, so liegt diese Be­fürchtung bei großer Hitze und im Falle des Auftretens von Epidemien besonders nahe. Es empfiehlt sich, Getränke nur in der Temperatur von mindestens 10 Grad Celsius zu genießen. Die preußische Eisenbahnverwaltung hat in dankenswerther Weise die ihr unterstellten Behörden ersucht, die Bahnhofs- wirthe mit entsprechenden Anweisungen zur Vermeidung der mit dem Genuß kalter Getränke an heißen Tagen verbundenen Gefahren für die Gesundheit zu versehen.

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Leicht herzustellende Eismaschine. Man nehme einen irdenen Topf und gieße 100 Gramm Schwefelsäure und 50 Gramm Wasser hinein und füge dann 30 Gramm pulverisirte schwefelsaure Soda hinzu. In diese Mischung stelle man ein kleineres Gefäß, welches das zum Gefrieren zu bringende Wasser enthält, decke es zu und drehe das Ganze leicht herum. In wenigen Minuten wird das Wasser in dem kleinen Gefäße zu Eis geworden sein. Dieselbe Lösung läßt sich mehrmals verwenden.

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Frühkartoffeln früher genießbar zu machen. Man nehme die Kartoffeln aus der Erde und grabe sie mehrere Tage lang auf einer trocknen, der vollen Sonne ausgesetzten Stelle in Sand ein. Am besten ist es, sich dazu einer Kiste zu bedienen, die man bei etwa eintretendem Regen in.Sicher­heit bringen kann. Die Kartoffeln erhalten dadurch eine Nachreife, die wässerigen Theile verdunsten, und das L>tärke- mehl entwickelt sich rascher, als dies im Boden geschehen

Radieschen im Freien zeigen auch im heißen Sommer ein genügendes Wachsthum, werden aber sehr leicht pelzig, so daß der Liebhaber nothgedrungen auf ihren Genuß verzichten muß. Bei Anwendung einer schwachen Kochsalzlösung (circa 15 Gramm pro Quadratmeter) erzieht man aber auch im Freien sehr zarte Radieschen und es dürste diese Mittheilung darum manchem Gartenbesitzer sehr angenehm sein.

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Grüne Bohnen zu trocknen, daß fie wie frische schmecken. Man zieht die jungen Bohnen ab, schneidet sie und bringt sie in einen Kessel mit siedendem Wasser. Sobald die Bohnen auswallen, nimmt man den Moment wahr, schöpft