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sie aus dem kochendem Wasser und bringt sie in ein Gefäß mit kaltem Wasser. Sind sie darin ordentlich abgekühlt, so hebt man sie heraus, läßt das Wasser ablaufen und schüttelt sie auf ein Tuch. Dann bringt man die Bohnen auf Horden, breitet sie dünn aus und trocknet sie, am besten in einem Bratofen. Aufbewahrt werden dieselben dann in einer Schachtel oder einem Säckchen an einem trocknen lustigen Orte.
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Berwevthung teigig gewordener Birnen. Gar viele Birnensorten, besonders frühe, haben die Eigenschaft, sich nur kurze Zeit zu halten, entweder von innen zu faulen oder teigig zu werden. Sind sie nun auch in ersterem Zustande ganz oder zum größten Theil werthlos, so lassen sie sich in letzterem noch recht gut nutzbar machen, dadurch, daß sie zu Mus, ähnlich dem Pflaumenmus, eingekocht werden. Sie werden geschält, vom Kernhaus befreit und dann ohne Zucker zu Feuer gegeben. Die Masse löst sich völlig auf und gleicht anfangs einer dünnen Suppe. Nach sechs bis achtstündigem Kuchen, unter bestälidigem Umrühren, erreicht sie die Dicke von gewöhnlichem Pflaumenmus. Mit Brantweinpapier belebt, hält sich das Mus sehr gut und ist als Compot zum Braten oder zu Mehlspeisen sehr angenehm zu essen und im Geschmacke wohl kaum von noch im gesunden Zustande eingekochten zu unterscheiden.
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Das Reinigen von fleckigem Porzellan. In jedem älteren Haushalte befindet sich wohl altes, vielgebrauchtes Porzellangeschirr, welches grauschwärzliche, schwer zu entfernende Flecken zeigt. Diese wollen selbst durch wiederholtes Waschen mit heißem Wasser sich nicht entfernen lassen. Es sind dies Staubflecken, welche an Stellen des Porzellans haften und eingedrungen sind, an denen die Glasur fehlt, sei es, daß diese im Gebrauch abgestoßen oder abgekratzt wurde. Der Staub und Schmutz sind dadurch tief in die rauhe Porzellanmasse eingedrungen und das Entfernen derselben erfordert ein besonderes Verfahren. Man bereitet eine Lauge aus Chlorkalk und Soda — jedes für 5 Pfg. im Droguengeschäft käuflich, — in li/2 Liter kochendem Wasser aufgelöst und einen Augenblick aufkochend, bestehend. Mit dieser Lauge benäßt man das zu reinigende Geschirr, läßt die Flüssigkeit recht lange auf die Flecken einwirken, damit Staub und Schmutz sich lösen, erneuert dieselbe vielleicht nochmals nach einer Stunde und bürstet dann mit einem ganz weichen Bürstchen über die Flecken hin. Dieselben sind nun verschwunden, und nachdem das Geschirr noch mehrere Male in warmem Wasser nach- gewaschen worden, zeigt es sich blendend weiß und schön wie weißes Porzellan.
Humoristisches.
Verrechnet. Chef: „Herr Müller, ich muß Sie ernstlich vermahnen, in letzter Zeit finden sich so viele Rechenfehler in Ihren Büchern —■" — Commis: „Herr Meier wollen verzeihen, aber der stete Gedanke an Ihre Fräulein Tochter verwirrt mir derartig den Geist, wenn ich daher das Glück hätte, hoffen zu dürfen —" — Cges: „Ja, aber da verrechnen Sie sich doch schon wieder. *
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Gut abgegangen. Assessor (kommt spät Nachts aus einer lustigen Kneipgesellschaft sehr fidel nach Hause): „Ich will mich nur sachte ausziehen, damit meine Frau nichts merkt, sonst gibt's eine Gardinenpredigt!" — Fran (noch im Schlafe): „Lieber Mann, ich glaube, du willst schon ausstehen?" — Assessor: „Wenn du meinst, liebe Frau!"
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Durch die Blume. Er: „Haben Sie etwas dagegen, meine Gnädige, wenn ich mir eine Cigarre anzünde?" Sie: „Durchaus nicht! Aber wollen Sie denn schon gehen?"
An der richtigen Quelle. „Möchte wissen, ob diese alte Schachtel wirklich die Naivetät hat, mit mir zu kokettiren." — „Nun, mein Herr, ich kann sie ja fragen, es ist nämlich meine Frau."
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Kurz aber deutlich. Eines besonders knappen Stils bediente sich vor Kurzem der Berichterstatter einer Zeitung. Der Bericht lautete in erschütternder Kürze: „Gestern Nacht brach in den Stallungen des Rittergutsbesitzers X. Feuer aus. Das Rindvieh konnte gerettet werden.
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Nicht so schlimm. Räuber: „Geld oder Leben!" — Redaeteur: „Bin ich aber erschrocken . . ich glaubte schon, Sie wollte« mir ein Gedicht überreichen!"
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Unvollständig. Eine Empfehlung vom Herrn Sergeant, und er könnt' den Liebesbriefsteller nicht gebrauchen!" „Warum denn nicht?" „Weil nix d'rin steht von Würst' und Schinken!"
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Auszeichnung. Bäuerin (zu dem aus der £ tadt heim- gekehrten Bauern): „No wie is's dann 'ganga bei'm Doetor?" Bauer: „Guat is's 'ganga! Denk' Dir nur, „Patient" hat er mi' g'heiß'n — grob wie die nobligen Lent'!"
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Ein zielbewußter Säugling. Professor der Philosophie (der seinen kleinen Sohn schreien hört): „Liebe Frau, unser Säugling schreit: vermuthlich will er neue Zellen bilden!"
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Ballgespräch. „Sagen Sie, mein Fräulein, ist schon Jemand für Sie durchs Feuer gegangen?"
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Feine Unterscheidung. „Na, Kinder, Ihr seid gewiß Brüder?" — „Nee, — Zwillinge!"
Literarisches
Au« fremd«« Zungen. Das jüngst erschienene 12. Heft dieser Zeitschrift (erscheinend in der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart) hat einen ungewöhnlich vielseitigen und reizvollen Inhalt. An der Spitze desselben steht der Roman „Ramuntcho", das neueste Werk Pierre Lotis, des berühmten Verfassers der „Jslandsischer" und der „Madame Chrysantheme". „Ramuntcho" ist weniger ein Roman als eine Dichtung zu nennen; Loti schildert darin das Land, die Sitte» und das Wesen des Baskenvolkes, wie er das alles mit seinen Poetenaugen erschaut hat. Die Handlung ist einfach, aber gleichwohl fesselnd, die Sprache von hoher Schönheit und die ganze Darstellung von einer Pracht des Kolorits, wie sie unter den lebenden Dichtern nur Loti hervorzuzaubern vermag. An zweiter Stelle finden wir aus der Feder des Russen Gontscharow das erste von vier „Porträts", die köstliche, geistreiche Characterschilderung eines seiner Bedienten.
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Weibliche Kriegshelden. Daß unter den deutschen Streitern, die anno 1813 gegen Napoleon I. kämpften, auch deutsche Jungfrauen zahlreich vertreten waren, erfahren wir in Wort und Bild aus dem jüngst erschienenen 7. Heft des mit einmüthigem Beifall aufgenommenen Prachtwerkes: »Denlsch« Hilden aus der Zeit Kaiser Wilhelms des Großen", Ernstes und Heiteres aus der vaterländischen Geschichte 1797 bis 1897, von Hans Kraemer (Berlin, Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., 15 Hefte ä 50 Pfg.). „Eleonore Prohaska," heißt es dort, „die tapfere Tochter eines Potsdamer Schankwirths, kämpfte imLützow- schen Freicorps und fand im Gefecht an der Görde ihren Tod. Charlotte Krüger trat in das Kolberger Leibregiment ein und machte den ganzen Feldzug bis zum Einzug in Paris mit. Bei Großbeeren schlug sie rüstig mit dem Kolben drein, half in der Ebene von Leipzig Napoleons Reich zertrümmern und zog im Winter des Jahres 1814 mit dem Regiment nach Frankreich. Schwer verwundet ward sie endlich als Mädchen erkannt und zum Lohn für ihren Heldenmuth zum Unteroffizier befördert. Vor Paris erhielt sie zugleich mit dem Eisernen Kreuz den russischen St. Georgen-Tapferkeitsorden und kehrte dann ruhmbedeckt in die Heimath zurück, um einem männlichen Inhaber des Cisenkreuzes die Hand zum Ehebund zu reichen . . ."
Redaction: A. Echeyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerci (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


