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nser Herz ist eine Harfe, Eine Harfe mit zwei Saiten, In der einen jauchzt die Freude Und der Schmerz weint in der zweiten. Und des Schicksals Finger spielen Kundig d'rauf die ew'gen Klänge: Heute frohe Hochzeitslieder, Morgen dumpfe Grabgesänge.

Rosegger.

(Fortsetzung.)

rief

Der Majoratsherr

Roman von Nataly v. Eschstruth.

schluß den Kopf. .

Meine Herren" rief er lautkönnen Sie schweigen?"

Herr Graf! Wie das Grab!" klang es zuruck, während die weinseligen Gesichter sich voll fiebernden Inte­resses über den Tisch neigten.Ihr Vertrauen ist uns königliche Ehre!" .

Nun denn, meine Herren Sie sehen in der Gräfin und mir die künftigen Besitzer von Schloß Niedeck! Ich habe die Ehre, mich Ihnen bekannt zu machen last not least! . . . Ich bin Rüdiger, Graf zu Niedeck."

Wie gelähmt vor Ueberraschung saßen die Herren, einen Augenblick herrschte beklommenes Schweigen, dann erhob sich der Apotheker, verneigte sich tief und schuldbewußt und stotterte:Wir hatten keine Ahnung, Herr Graf ... ich bitte für uns alle ganz unterthänigst tausendmal um Ent­schuldigung, daß wir es gewagt haben, so sehr abfällig von Ihrem hochgeborenen Herrn Vetter zu sprechen!"

Der Graf schüttelte lachend den Kopf, streckte dem Sprecher herzlich die Hand entgegen und drückte sie lebhaft.

Oh, gnädigste Gräfin kaufen Sie Niedeck!" Bärning enthustastisch, und die anderen Herren grtffen stürmisch zu den Gläsern und jubelten mit weinschweren Köpfen:Hurrah! das ist eine Idee! Herr Graf, Ste müsfen Niedeck kaufen!""

Der Fremde zuckte mit seltsamen Lächeln die Achseln. Ein Majorat kaufen, meine Herren? Dieses Kunststuck machen Sie mir einmal vor!" Er strich langsam den spitzengedrehten Schnurrbart, dann hob er in jähem Ent-

Mein verehrter Herr,"" lachte er,ich bitte Sie um Alles, keine Exküsen! Sie haben die volle, lautere Wahr­heit gesagt, welche ich Wort für Wort unterschreibe! Meine Herren! Ich bin für gewöhnlich nicht so schnell mit Bekanntschaften machen, aber ich muß gestehen, daß Sie alle mir einen so außerordentlich sympathischm Eindruck machen, daß ich das Gefühl habe, guten, langjährigen Freunden gegenüber zu sitzen, und daß dies noch in Wirklichkeit durch lange Jahre der Fall sein möge darauf, meine Herren, lassen Sie uns die Gläser leeren! Meine zukünfiigen Gäste auf Niedeck, sie leben hoch!"

Ein brausendes Hurrah erfüllte das Zimmer. Wie ein wahrer Rausch überkam es die geschmeichelten Herren. Sie warfen sich in die Brust, als habe sie das Wort des Grafen allesammt zu Rittern geschlagen, sie schüttelten und drückten ihm die Hände mit einem Enthusiasmus, als gälte es, ein einiges Deutschland zu feiern. Ein vereinigtes Angerwies und Niedeck" schien Allen in diesem Augenblick noch tausendmal wichtiger und weihevoller. Der Assessor küßte schon zum dritten Male die Hand der Gräfin und rief leidenschaftlich:Die künftigen Herren von Niedeck! Wann bricht aber diese goldene Zukunft für uns Alle an, gnädigste Gräfin?""

Eine athemlose Stille trat ein.Ja, wann bricht sie an?" wiederholte der Apotheker mit sehnsuchtsvollem Seufzer.

Der Graf blickte ernst in sein Glas.Wenn mein Better zu seinen Vätern heimberufen wird, meine Herren, und das möge noch Zeit und Weile haben, ich will ihm sein Leben bei Gott von Herzen gönnen, wenngleich er m seinem traurigen, geistigen Zustand ni t t viel Genuß davon hat, und auch Anderen nicht zum Glücke dient. Ich weiß nicht, ob Sie mit unseren Familiensatzungen vertraut sind, meine Herren? Nein? das wundert mich, denn die­selben sind so eigenartig, daß sie als Absonderlichkeiten im ganzen Lande bekannt sind und viel besprochen werden. Der Vater meines Vetters Willibald und der meine waren Brüder. Nach Recht und Gesetz erbt der Aeltere, Willibalds Vater, das Majorat, und diesem folgte rechtmäßig sein einziger Sohn, der jetzige Besitzer. Obwohl Willibald feit Jugend auf ein absonderlicher Kauz war und den BegriffDegenerirt"" leider stark bewahrheitete, schien doch für mich wenig Aussicht auf das Erbe, und darum hewathete ich ohne Rücksicht auf die wichtigste aller Majoratsklauseln meine schöne Frau hier. ..

Schmeichler!""

Die vylle Wahrheit, schöne Gräfin!""