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Literarischer

sagte

//Ich

habe nicht oft Gelegenheit, einem so hübschen jungen Manne gefällig zu sein."

Der Blinde lächelte geschmeichelt.Mein Schwiegervater fürchtet, daß ich den Anstand verletze," sagte er nach einer Weile.

werde."

Nunmehr erhob der junge Mann das Glas, lächelnd:Auf Ihr Wohl also!" und trank.

Aber Conrad!" meinte der Alte tadelnd.

Lassen Sie ihn doch!" warf die Frau nun ein.

Redaction: L. Scheyda. Druck und «erlag der Brühl'schen Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) m freßen.

Hauseomödie« für »le Jugand. Eine Sammlung von Theaterstücken, Aufführungen und Vorträgen für alle Gelegenheiten des Familienlebens, gesellige und öffentliche Feiern, sowie zur belehrenden und anregenden Lectüre für das Alter von 6 bis 18 Jahren. IV. Bänd­chen: Germania. Von A. von Krane. Verlag vonLevy u. Müller in Stuttgart. 56 S. Eleg. cart. 80 Pf Es ist bekannt, daß bei Kindern der Trieb zum Theaterspielen, zum Darstellen des Geschauten oder Er­dachten, außergewöhnlich stark ausgebildet ist. Um diesen Trieb nun in richtige Bahnen zu lenken und ihm die geeignete geistige Nahrung zu geben, hat A. von Krane unter dem TitelHauscomödien für die Jugend" eine Sammlung von Theaterstücken, Aufführungen und Vorträgen her­ausgegeben, die ihrem Inhalt und Darstellung nach durchweg dem kind­lichen und jugendlichen Gemüth und Verständniß angepaßt sind. Das überaus billige Bändchen (80 Pf.!) dürfte gerade jetzt, wo die Feier des ! 00jährigen Geburtstages Kaiser Wilhelms!, bevorsteht, und wo man sich allenthalben rüstet, dieses Fest so glanzvoll wie möglich zu gestalten, Eltern und Lehrern sehr willkommen sein.

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(Stftmtt Dich Selbst! Gedenkalbum zur Characteristik der Freunde und Freundinnen. Einundzwanzigste Auflage. Mit 14 Faksimiles namhafter Frauen und Männer ver Gegenwart. Preis in Original- Leinenband 5 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Erkenne Dich Selbst! ist der Titel eines Gedenkalbums zur Characteristik von Freunden und Freundinnen, das nun schon in 21. Auflage in sehr an­sprechender Ausstattung erscheint und sich vortrefflich zu Geburtstags-, Fest- und Gelegenheitsgeschenken eignet. Das Vorwort gipfelt in dem Goetheschen Gedanken: das eigentliche Studium des Menschen ist der Mensch.Erkenne Dich Selbst!" will zur Ausbreitung dieses interessanten Studiums beitragen und macht sich dabei das weitverbreitete Herzens- bedürfniß dienstbar, Erinnerungen an liebe Freunde und verehrte Bekannte in Bild und Wort für alle Zeit sestzuhalten und in einem Buche zu sammeln.Erkenne Dich Selbst!" vereinigt Stammbuch und Photographie- albuni, zum äußerlichen fügt es das innere Bild des Freundes und der Freundin. 25 geschickt gestellte Fragen veranlassen zu ebenso umfassender als wahrer Generalbeichte, zu einer selbstgelieferten Characterskizze. Vier­zehn Faksimiles namhafter Männer und Frauen der Gegenwart, schon an und für sich ein willkommener Anhang des Albums, zeigen nicht nur, wie etwa eine solche Generalbeichte abzulegen ist, sondern auch, welch anschauliche Galerie von Characterskizzen sich Jedermann inErkenne Dich Selbst!" anzulegen vermag.

»atechlsm«» der »löte un» de» »löttnspie»«. ®n Lehrbuch für Flötenbläser von Maximilian Schwedler. Mrt22Ab­bildungen, vielen Notenbeispielen und drei Grifftabellen. In Orlgrnal- Leinenband 2 Mk. 50 Pf. Verlag von I. I. Weber in Leipzrg. Als Hauptlehrbuch der gesummten Theorie und Praxis des Flötenspiels existirte das große, sehr kostspielige Werk von A. B. Fürstenau, welches als Hauptziel das Virtuosenthum anstrebt. Dagegen fehlte ein, auch minder Bemittelten zugängliches Lehrbuch mit dem Ziele: Erreichung möglichster Tonreinheit und Virtuosität auf Grund einer einfachen Griffordnung. Der Verfasser lehrt damit eine Methode, die es ihm und der Mehrzayi seiner Schüler ermöglicht, ohne besondere Mühe tonrein zu blasen, währeno sonst oftmals, besonders von Dilettanten und jüngeren Musiker», oie Tonreinheit der Fingerfertigkeit zum Opfer gebracht wird. Außer den, dem Texte zu Hilfe kommenden Abbildungen, Notenbeispielen und Grip- tabellen enthält das Buch die Bildnisse von Joh. Joach. Quantz, Theobw Böhm und A B. Fürstenau. In gedrängter, systematischer Rechenfoig bietet es textlich alles das, was im Laufe mehrjähriger musikallscher Er­ziehung dem Schüler nur in zerstreuten Mittheilungen gelehrt wer kann und was daher allzuleicht wieder in Vergessenheit geräth. *> jungen Musiker und Dilettanten wird das Buch ebenso willkommen 1 - als es geeignet ist, den Lehrer beim Unterricht zu unterstützen.

vielleicht war ihm seine junge Frau gestorben oder sein Kind.

Da erschrak sie. Der junge Mann ergriff ihr BierglaS und trank daraus, als ob eS so sein müffe.

Sie war so betroffen, daß sie nichts zu sagen wagte. Was kümmerte sie's schließlich auch, wenn er einmal aus ihrem Glaie trank, hatte sie es sich doch eigentlich nur der Form halber bestellt......Sie sah nochmals zu ihm

hinüber. Wie weiß waren seine Hände, wie die eines Kranken! . . . Nein, das war aber zu arg! Nun nahm er das Glas schon wieder!

Erlauben Sie, das war mein Glas!" sagte sie jetzt.

Verwirrt hob er den Kopf.O, Sie entschuldigen!" entgegnete er leise, und gleich -als ob er sich des Geständnisses schämte, setzte er hinzu:Ich bin nämlich blind."

Ein Ausruf des Bedauerns entfuhr der alten Frau. Blind? Das sieht man aber gar nicht. Hätte ich es nur ahnen können, so würde ich nichts gesagt haben."

Bitte sehr! Es war sehr recht, daß Sie es gesagt haben, man kann doch nicht verlangen" Ein bitteres Lächeln umspielte seine Lippen.

Sie müssen den Muth nicht sinken lassen," fuhr sie fort.Sie sind ja noch jung und es giebt so geschickte

Der junge Mann schüttelte den Kopf.Alles vergebens! Unheilbar!" sagte er resignirt.

Nun schwieg sie eine Weile.Das ist sehr traurig," sprach sie dann.Sie müssen versuchen, sich zu zerstreuen und nicht daran denken."

Und gleich als ob sie ihm behilflich sein wollte, die trüben Gedanken zu verjagen, fing sie an, ihm von der Umgebung zu erzählen. Und er lauschte eifrig; es schien ihm wohl zu thun, daß sie sich so liebevoll mit ihm beschäftigte. Sie be­schrieb ihm die Bäume des Gartens, fragte ihn, ob er den Duft der Linden wohl spüre und äußerte, daß sie ihm, wenn es erlaubt wäre, gern ein paar Blüthen abpflücken würde. Ob er sich ein Bild von dem Musikpavillon machen könne? O ja. Dann sprach sie von den Laternen, dem bläulichen electrischen Licht und entwarf eine humoristische Schilderung von einem in der Nähe bedienenden Kellner, dessen paar dünne Haarsträhne int Winde umherflögen wie aufgehängte Wäsche und der die Kniee nach vorne durchdrücke wie ein alter Droschkengaul.

Die Gesichter der beiden Männer erheiterten sich sichtlich. Nun glaubte die alte Frau wohl eine Frage zur Befriedigung ihrer Neugierde stellen zu können.

Sie sind verheirathet?" fragte sie.Ihre Frau ist noch am Leben?"

Ja," erwiderte der junge Mann kurz und ernst. Da war etwas nicht in Ordnung.

Der Alte sah besorgt auf seinen Pflegling.

Der Blinde wollte nun wieder trinken, und diesmal suchte er unsicher nach seinem Glase. Die Frau schob ihm ihres zu.Bitte, nehmen Sie nur meines wieder," sagte sie in heiterem Ton,in Ihrem ist nämlich nur noch ein sehr schäbiger Rest, müssen Sie wissen."

Aber ich kann doch nicht"

Gewiß! Sie können! Sie dürfen! Ich mache mir nichts daraus und bestelle nur, damit ich nicht hinauSgeworfen

Aha! Das war also der Schwiegerpapa, der Vater der Frau,smit der nicht Alles in Ordnung war.

Ach, mit dem Anstand!" sagte die alte Frau.Ich verletze ihn, glaub' ich, sehr oft. Die Natur geht mit mir durch.....Die Musik spieltAbrigens sehr gut. Hören

Sie den Marsch"

Der Hob' gf. 'ver Blinde sofort.Ich

wäre so gern . geworden," fügte er kleimnüthig hinzu.

Der Soldatenstand hat auch seine Schattenseiten," entgegnete die alte Frau.Kennen Sie die Beschreibung des Soldaten von einem Schulknaben? Der Soldat ist roth und blau. Es geht ihm schlecht"

Der junge Mann lachte.

(Fortsetzung folgt.)