Dienstag beit 8. April
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ein reiner Glück ist Dir beschieden, Als nach des Tages drängend Thun In Deines Hauses Abendfrieden An treuem Herzen auszuruh'n.
Schreib's nicht der ganzen Menschheit an, Wenn einer Dir was Leids gethan;
Du kannst ja auch nicht alle Bäume schlagen, Weil einer drunter schlechte Frucht getragen.
Ihre erste Liebe
Novelle von E. von Bisch darf.
(Fortsetzung.)
„Ja, kennen denn gnä' Frau nicht das schöne Stück von Hamlot und Ophelia? Da wird einem ja ganz kalt, wie der Geist des Vaters kommt, und der Schildwach' schreit und davonläuft, und der Geist erzählt, wie ihm sein Bruder umgebracht hat. — Und dann vom Faust, das ist noch viel schöner. Da hab' ich mir vorne aufknöpfen müssen, so hat mir’S mitgenommen. Aber den zweiten Theil hab' ich mir zwei Male ansehen müssen, damit ich Alles verstand."
„Und dann war Ihnen , Alles klar, Christinchen?"
„Alles, gnä' Frau. Und ich sag' immer, über's Theater geht mir nichts."
Da hatte Regine die ersehnte, mitfühlende Seele gefunden, wo sie sie aw wenigsten gesucht. Das war wieder eine andere Auffassung der Klassiker! Sie lächelte müde, als sie dieselbe mit der gestrigen verglich. Die gute Alte! Christinchen in ihrem Unverstand hatte doch wenigstens Hochachtung vor den Werken der Geistesheroen. Ihre urwüchsige Begeisterung berührte Regine sympathischer, als das Bestreben der gestrigen Gebildeten, das Erhabene in das Lächerliche zu ziehen."
„So ist's recht, Christinchen," sagte sie freundlich, „so erhält man sich frisch bis in das Alter," und es war, als ob sie mit der Alten von nun an ein neues Band verknüpfte.
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*
Draußen sangen die Finken und blühten die Rosen - vom Hofe hörte man lustiges, reges Treiben, das Gackern der Hühner, den knarrenden Pumpenschwengel — drinnen regte sich kräftig ein junges Leben. Regine lag in ihrem
stillen Zimmer und schaute mit glücklichen Augen nach der Wiege, in der ihr Knabe schlummerte- sie ward nicht müde, das kleine Wunder anzustaunen. Wie das zarte Körperchen sich reckte und dehnte, wie die Augen so schlaftrunken die fremde Welt anblinzelten und die winzigen Fäustchen sich ballten — und wie stolz blickte Felix auf seinen Erstgeborenen!
Die ganze Welt war für Regine versunken- sie sah und dachte nichts mehr als ihren Sohn, baute für ihn goldene Zukunftsschlösser.
Aber als sie zum ersten Male wieder hinabging in die unteren Räume, fielen ihr ihre Hausfrauenpflichten schwer auf die Seele. Was würde aus ihrer Wirtschaft geworden sein, während sie zur Unthätigkeit gezwungen war! Gewiß ging nun Alles darunter und darüber ohne sie, ihr graute ordentlich vor der Jnspizirung. Aber siehe da! Küche und Keller, Alles erstrahlte blitzblank in schönster Ordnung und das Uhrwerk des Haushaltes ging in gewohnter Regelmäßigkeit. Christinchen hatte ihren Stolz darauf gesetzt, die Hausfrau nicht vermissen zu lassen, und beruhigt konnte Regine sich wieder in ihr Heiligthum, das Kinderzimmer, flüchten, konnte sich Ruhe gönnen und auch wohl einen Blick hineinwerfen in die neu angekommenen Bücher und Zeitschriften.
Es war ja gut, daß Christinchen so vortrefflich zu wirtschaften verstand, aber der Gedanke, so leicht ersetzt zu werden, hatte Reginens Eitelkeit doch ein wenig verletzt. Auch als sie sich wieder ganz rüstig fühlte und die alten Pflichten aufnahm, hatte sie nicht mehr die frühere Freude daran. Ihre Thätigkeit verlor für sie an Werth, seit sie gesehen, daß ein einfaches Geschöpf, wie Christinchen, derselben ebenso gut genügen konnte. Allmälig gewöhnte sie sich daran, Christinchen selbständig walten zu lassen. Die Begeisterung für ihren neuen Beruf war zu heftig in ihr emporgeflammt, um von langer Dauer zu sein- nun kam der Rückschlag.
Die Beschäftigungen ihrer Mädchenjahre gewannen in ihren Augen höhere Bedeutung. Es wäre doch schade gewesen, ihre schönen Talente ungepflegt liegen zu lassen, um inzwischen die Wäsche durchzusehen oder das Kuchenbacken zu beaufsichtigen, was jede Andere auch gekonnt hätte. Darum blieb sie ruhig an ihrem Flügel sitzen, wenn Christinchen sie abrief.
„Gehen Sie nur, Alterchen, schauen Sie selbst nach dem Rechten, Sie verstehen es ja doch besser als ich!"
Christinchen ging seufzend und kopfschüttelnd, und plagte sich doppelt eifrig, um das fehlende Beispiel der fleißigen Herrin zu ersetzen, so gut es eben ging. Es hätte ihrem alten Herzen einen Todesstoß gegeben, wenn Jemand di«


