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lich nach seitwärts gerichtet ist, dadurch in eine unnatürliche Lage, nämlich nach vorne gezwungen wird. Doch alle diese Vorrichtungen haben sich, soviel mir, einem alten Cavallertsten, bekannt, nicht bewährt oder konnten sich doch nicht allgemein einbürgern, was wohl ein Zeichen ihrer Unzweckmäßigkeit sein bUr%hm ist in den letzten Jahren von einem Herrn Julius Barthels in Bonn am Rhein ein Apparat, von ihm Bremsscheere genannt, construirt worden, welcher meines Erachtens sehr dazu geeignet erscheint, jenes fehlende Glied in der Kette unserer Wohlfahrtseinrichtungen, wenn ich mich so ausdrücken darf, zu ersetzen. Die mit großer Sachkenntniß und vielem Geschick ausgeführte Erfindung, welche in Deutschland unter Nr. 55961, in den vereinigten Staaten von Nord- Amerika u. s. w. patentirt wurde, besteht aus einer äußerst sinnreichen Vorrichtung, vermittelst welcher durchgehende Pferde mit der größten Sicherheit und Schnelligkeit zum Stillstehen gebracht, sowie stillstehende Pferde am eigenmächtigen Davonlaufen verhindert werden können. Dies wird dadurch erreicht, daß man den Thieren gabelförmige Theile an die Oberschenkel der Hinterbeine drückt, wodurch das Ausschreiten derselben verhindert und somit ein Weiterbewegen vollständig unmöglich gemacht wird.
Die Bremsscheere ist folgendermaßen construirt: Auf der Deichsel des Wagens wird eine in der Längsrichtung verschiebbare Zahnstange angebracht, welche durch geeignete Führung gegen Seitenbewegung oder überhaupt gegen ein Verlassen der Deichsel gesichert wird. An der den Pferden zugekehcten Ende der Zahnstange sind gabelförmige Winkelstücke, welche durch eine horizontale Stange verbunden sind, abnehmbar befestigt. Diese Winkelstücke sind 10 bis 15 Zentimeter breit und mit einem Polster versehen, damit die Pferde beim Andrücken der Gabeln nicht beschädigt werden können. Das Andrücken bezw. Bewegen des ganzen Mechanismus geschieht in folgender Weise: Am äußersten dem Wagen zugekehrten Ende der Zahnstange ist ein Hebel drehbar befestigt, welcher wiederum durch zwei Verbmdungsstangeu mit der Deichsel verbunden ist. Die Verbindungsstangen sind ungefähr in der Mitte durch einen Bolzen verbunden, und dieser Bolzen dient als Lager für eine Klinke, deren freies Ende auf den Zähnen der Zahnstange liegt. Es ist ohne Weiteres verständlich, daß der Kutscher durch Anfassen des Hebelgriffes und Heranziehen des Hebels zu sich die Zahnstange und mit ihr die Gabeln vorwärts bewegen muß, wodurch er, wie schon gesagt, die Gabeln an die Hinterbeine der Pferde anpreßt und ihnen ein Weiterschreiten unmöglich macht. Wenn die Gabeln wieder außer Wirkung treten sollen, so hat der Kutscher mit nöthig, eine Lederschnur, welche einerseits in der Nähe des Griffes am Hebel und andrerseits an der Klinke befestigt ist, in die Höhe zu ziehen, wodurch die Klinke gehoben und die Zahnstange ausgelöst wird, und dann den Griff in die Normalstellung zurückzudrücken, wodurch ein Rückwärtsbewegcn der Zahnstange und damit der Gabeln herbeigeführt wird.
Der Apparat bildet, fein vernickelt, eine Zierde für jeden Wagen, dabei kann er die Pferde absolut nicht verletzen und verhindert auch noch das gefährliche Ausschlagen der Thiere. Da das feste „Einklemmen" nur allmählich geschieht, können die Pferde nicht hinfallen, aus diesem Grunde sind selbst heftige, leicht erregbare Thiere ohne Gefahr an die Vorrichtung zu gewöhnen.
Wenn obige Erfindung sich einbürgert, und wir zweifeln nicht daran, daß dieselbe in absehbarer Zelt an jedem Luxus- und Lastfuhrwerk angebracht sein wird, so ist eilt großer Schritt weiter gemacht auf dem Wege der Herstellutig der persönlichen Sicherheit in unserem öffentlichen Verkehrsleben, und auch für den Thierfreund ist dann eine Garantie geboten, daß in Zukunft das jedes fühlende Herz verletzende, entsetzte, ängstliche und blinde Dahinstürmen scheu gewordener Pferde, das doch in den meisten Fällen mit einem jähen Anprall und plötzlichen
Redaction: SL Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitiits-Buch- und Stemdruckerei (Pietsch & Scheyda) in
Humoristisches.
Treffend. „Sehen Sie, diese Dame da ist « Schauspielerin und hat sich jetzt mit einem reichen Holzhandel verlobt." — „Natürlich das ist eben die Vorliebe jur oie „Bretter"!
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Beruhigt. Madame: „Besuche von Ihren Lieb Habern dulde ich aber nicht, Marie!" — Marie: „Wee, jn® 8 Frau, haben Sie keene Bange, die lasse ick nid) zu rin!"
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Eine amüsante Gesellschaft. „Ist die tjcrrnittroete Amtsrichterin wirklich eine so vorzügliche Gesellschafterin, man sich erzählt?" - ,£), ja! Die ist ja schon zweimal weg verleumderischer Beleidigung bestraft worden!"
Sturz des zitternden Thieres endet, dem dabei die Glieder zerschellen oder doch schmerzhafte Wunden verursacht werden, die oft eine Tödtung erfordern, thunlichst eingeschränkt, wenn nicht gar ganz vermieden wird.
Es ist unsere ernste Pflicht, nicht nur der Menschen, sondern auch der Thiere, besonders unserer unselbstständiger treuen Hausthiere, bei unseren Wohlsahrtseinrichtungen in jeder Weise zu gedenken!*
Prof. K. L. Ba.
* Obiger Aufsatz, der aus eine hochwichtige Erfindung hinweist, wurde »uerst in der „Allgemeinen Thierschutz-Zeitschrift für Hessen" 1897 veröffentlicht und glauben wir, daß derselbe das Interesse unserer Leser erregen wird. ®ie
Gemeinnütziges.
Stachelbeere« trocken einzumachen. Mittelgroße, unreife Stachelbeeren werden von Kelch und Blume befreit, trocken in geschwefelte oder mit Sprit nmgefpülte Flaschen gesteckt, dann verkorkt und gelackt. Beim Gebrauch wie frisch gepflückte zu behandeln.
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Spargel mit Möhren. Junge Carotten werden geputzt, gewaschen, in runde oder längliche Stücke gefchnitten und zuerst in Butter, dann in Fleischbrühe mit Heller Einbrenne verdickt unter öfterem Umschütteln langsam weich gedünstet und mit Salz nebst etwas gehackter Petersilie gewürzt. Den Spargel richtet man sich inzwischen her, indem man ihn abschält und in kurze Stücke geschnitten in Salzwasser und ein wenig Butter weich kocht und auf ein Sieb abtropfen läßt. Nun mischt man letztere unter die Möhren, dünstet beides noch eine kurze Weile zusammen und gibt es mit beliebiger Beilage auf den Tisch.
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Um Gartenwege von Unkrant und Gras rein zu halten, nehme mau je nach der Größe des Bedarfes 50 bis 60 Liter Wasser, worin 20 Pfund ungelöschter Kalk und 2 Pfund Schwefel aufgesoiten werden. Mit dieser Mischung werden die, von Unkraut rein zu haltenden Gartenwege, Plätze, das Pflaster re. begossen. Der Erfolg ist ein sicherer und die Wirkung dieses Gemenges erstreckt sich auf mehrere Jahre.
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Mäuse dürfe« im Taubenschlag nicht geduldet werden. Diese beunruhigen die Alten, fressen schließlich El« und Junge weg. Zur Vertreibung wendet man verschiedene Mittel au, die aber meist nicht von durchgreifendem Erfolge sind. Man verstopfe alle Löcher mit in Carbolsäure getränkten Lappen ober überziehe Wände, Decke und Fug' boden mit ganz engem Drahtgeflecht.


