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Hsn wieder aufbrausest? Etwa der Dams halber, die stch derartig gegen Dich benommen hat, und die Du trotz alledem noch immer liebst?"
„J4 ste lieben? Jetzt nach alledem?!"
„Run also! Mithin ist es nichts als beleidigte Eitelkeit." „Nein, das ist es nicht; wenigstens nicht an erster Stelle." „Also doch an zweiter — und welches ist die erste?" „Daß ich den Menthe erschossen habe und das nur, weil er sie besser erkannte al« ich."
Dem ist fein Recht widerfahren, obgleich zugestandener' maßen die Strafe etwas hart war. Wenn Du ihn nur an« geschossen hättest, wäre es auch genug gewesen."
„Mehr habe ich — mein Wort darauf I — auch nicht beabfichtigt."
„Ja, wenn die Kugel aus dem Lauf ist, dann hat sie ihren eigenen Willen. Aber ich wiederhole: ihm ist fein Recht geworden! Was hatte er so von einer Dame zu sprechen, in deren elterlichem Hause ihm noch soeben die liebenswürdigste Aufnahme zu Theil geworden war! Das ist nicht anständig! — — Klatscht Ihr nicht über die Mädchen und Frauen, denen Ihr vor einer Stunde noch alle erdenklichen Liebenswürdigkeiten gesagt habt, nachher beim Glase Bier! Ueberlaßt das den Weibern! Bei Gott, s'ist kein Sect mehr da I"
Der Oberst klingelte; am Sylvesterabend sind die Zimmerkellner auch um ein Uhr noch auf dem Posten.
„Roch so eine!"
Als der Kellner die zweite Flasche gebracht hatte, meinte der Oberst ganz ernsthaft:
„Entschuldige, lieber Otto, wenn ich Dich so lange aufhalte; aber es schadet ja nichts, wenn Du Dich ein paar Stunden später todtschießest."
Damit legte er den Revolver wieder auf den Tisch.
Otto machte ein Gesicht wie Jemand, der an eine Schuld gemahnt wird, die er nicht gern bezahlen möchte. Der Oberst lächelte still vor sich hin.
„Nun, mein Junge, zu dem zweiten Punkt: der verletzten Eitelkeit. Wer weiß noch außer Euch Beiden von Deiner — mit Respekt zu sagen — Verlobung?"
„Nur die Freundin, an welche die Briefe gingen."
„Glaubst Du, daß die etwas sagen wird?"
„Behüte! Dafür wird Lil — Fräulein Eschborn schon sorgen, von der sie pecuniär abhängig ist."
Der Oberst merkte die Bezeichnung „Fräulein Eschborn" beisällig an; also mit „Lilli" war es vorbei.
„Nun gut! Jedenfalls machst Du bereits morgen bei Eschborn» und natürlich auch bei anderen Bekannten Besuch, um Dich „von Festung zurück" zu melden."
„Das sällt mir nicht ein!"
„Ganz richtig, Du mußt Dich ja todtschießen; das hatte ich ja ganz vergessen!"
Otto erwiderte gar nichts und schenkte stch ein Glas Sect ein; bisher hatte das stets der Oberst gethan. Dieser sah nach der Uhr.
„Er ist zwar schon halb zwei, meinelSchlafenszeit, aber Dir zu Liebe will ich mal durchgehen."
„Bitte, Onkel, derangire Dich nicht!"
„Ach was, da» schadet mir altem Kerl nicht! Man muß sich ab und zu mal 'nen Stoß geben! Wo glaubst Du heute Nacht noch recht viele Bekannte zu finden.?'
Der Todes-Candidat dachte ernsthaft nach: „Das Safe Bauer ist wie immer am Sylvester-Abend aus polizeilichen Gründen geschloffen, aber im Case Groß in der Potsdamer Straße--"
„Abgemacht! Wirf dich in Bummel-Civil — wir fahren in'« Eafö Groß. Wenn Du da mit Deinen Bekannten vergnügt kneipst--"
„Onkel, wie kann ich das?!"
„Dann merkt kein Mensch, daß Du Dir um Lilli Eschborn graue Haare wachsen lässest"
„Dazu wird es nicht kommen," entgegnete der Affeffor, wieder in seine Selbstmord-Ansichten zurückfallend.
„Glaube ich auch: Du siehst Deinem Vater so ähnlich;
der hatte mit 40 Jahren überhaupt kein Haar mehr, da« grau werden konnte."
„Bet aller schuldigen Ehrfurcht, Onkel, aber Deine Scherze sind etwas deplacirt!"
„Bitte um Verzeihung, Herr Affeffor! Aber nun los mit dem Bummel-Civil!"
Otto rührte sich nicht.
Der Oberst sah sich auf dem Tisch um: „Du erlaubst mir doch, Tinte, Papier und Feder zu benutzen?"
„Gewiß, Onkel i"
Der Oberst schrieb einige Zeilen: „Otto, ich habe hier ein Telegramm an Deine Mutter aufgesetzt: bist Du damit einverstanden? Also höre: „„Frau Justizrath Wettwar rc. Otto trotz allem Zureden meinerseits sich soeben erschossen.""."
„Onkel, das kannst Du nicht absenden! Bedenke den Schreck von Mama!"
„Wegen des Telegramms? Pah, Kleinigkeit! Wenn sich ihr einziger Sohn erschossen hat, ist e« ganz gleichgültig, wie sie es erfährt. Vielleicht bekommt sie 'nen Nervenschlag und ist auch gleich tobt. Das Beste wäre es freilich!"
Otto blickte vor sich hin; der Oberst sah, wie er mit mit sich selbst kämpfte. Er mußte lächeln — oder war es nur der Widerschein de« schwachen Lächeln», da» — zum ersten Mal am heutigen Abend — um Otto'» Lippen spielte?
Der Assessor nahm den halben Bogen, den der sparsame Oberst von seinem Telegramm abgerissen hatte. Auch er schrieb ein solche» und reichte es dem Obersten über den Tisch. Der la» e» laut:
„Gehe soeben mit Onkel in'« Cafö. Brieflich mehr."
„Das bringen wir erst nach der Französischen Straße," meinte der vorsorgliche alte Herr, indem er feinem Neffen die Hand reichte. Und nun will ich Dir erzählen, was Friedrich zu mir sagte, als er mich so erschrocken sah."
„Was denn, lieber Onkel?"
„Herr Oberst, janz im Vertrauen un nur zu Ihnen Der Herr Affeffor sollen man froh sein; wer se kennt, der nimmt se nich!"
GeM srnniWges»
Was soll man zur Hautpflege thun? Dis Haut bedarf der sorgfältigsten Pflege; dieselbe ist durch eine Million Poren eines unserer wichtigsten Ausscheidungsorgane. Man wasche deßhalb täglich einmal (früh ober Abend») den ganzen Körper mit 18 bis 22° R. warmen Wasser und reibe beim Abtrocknen die Haut tüchtig. Nach jeder solchen Waschung muß eine vollständige Wiedererwärmung des Körpers stattfinden, weshalb man nach jeder Waschung entweder sich warm läuft oder die Wiedererwärmung im Bett abwartet. Außerdem fördern die Hautthätigkeit: Bäder, reine Wäsche rc , Wannenbäder nehme man 25 bi» 27° R. warm (10 bi» 15 Minuten lang) mit darauf folgender etwa» kühlerer Douche; Flußbäder ca-15 Minuten lang. Ein ab und zu genommene» leichte» Dampfbad (Rohrbank- oder Kastendampfbad) mit nachfolgendem kühlenden Rumpfbad und Douche ist ein vorzügliche» Mittel zur Stoffwechselsteigerung und Säftereinigung. Die Schleimhäute de» Munde» reinige man durch Gurgelungen (Morgens, vor Tische und vor dem Schlafengehen).
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Russischer Salat. Kalbsbraten, gekochten Hecht und weichgekochtes Ochsenmaul zu gleichen Theilen zerschneidet oder zerpflückt man. Mehrere gewässerte Heringe und Pfeffergurken zertheilt man, vermischt Alles und mengt mehrere Löffel Kapern und Perlzwiebeln darunter. Zwei hartgekochte Eigelb zerrührt man mit einem rohen Eidotter und 2/a Liter feinem Speiseöl und fügt 3 Löffel Bouillon von Liebigs Fleischextract bereitet, 2 Löffel Weinessig, Citronensaft, Pfeffer, Mostrich und eine Prise Zucker hinzu- Mit der Sauce werden die Zuthaten gemischt und einige Zeit ziehen gelaffen.


