Ausgabe 
26.3.1896
 
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Daß der Major weitet erzählen mürbe, bezweifelte! et ^Mtsch hatte wieder einmal ein Steckenpferd aus dem Stalle gezogen; er bestellte deßhalb ausnahmsweise einen zweiten Schlummerpunsch, was Heller veranlaßte, seinen ersten zu verlangen - und setzte sich in Positur. Die Pfefferbüchse DOV fldj

War da anno vierundsiebzig. Ich noch netto bei den Achtundsünfzigern; mein Freund, der Oberst Apel, damals noch simpler Kapitän wie ich, bei seiner Garde. Famoser Sommer, mild, ab und zu ein Schauer, wie sichs gehört. Und ich noch ohne das vertrackte Rheuma im Knie. Hatte damals vorzüg­lichen Premier, der reine Compagnievater. Der konnte wohl eine Zeit lang die hundertzwanzig Kerls übernehmen, ohne daß ich fürchten mußte, nachher ein Sodom und Gomorrha wiederzufinden. Wollte also mit Apel reisen-

Süden längst bekannt, also die Ostsee. Skandinavien zu jener Zeit für Bummler noch jungfräuliche» Terrain. Das reizte Apel. Mich auch. Packe also ein- Da, im Begriff abzureisen, erhalte ich Brief von Apel, er wäre wider Er­warten noch verhindert, in fünf Tagen aber stände er in Saßnitz zu meiner Verfügung. Ich räsonnirt, aber das bringt mir den Schwereuöther nicht her. So denke ich bei mir : na, kannst ja derweile die olle Kreideinsel mit Muße und Ge- wiffenhastigkeit genießen - und rutschte los. Um gleich das sagenhafteste Gezauber der Gegend vorweg zu haben, direct nach der Stubenkammer. liebliches Bewundern von Natur __na, war ja auch recht bieder. Nur am Herthasee mir zu viel Jungfern, alte und junge, die da 'herumhimmelten. Ziehe mich deßhalb in die Bude vom Hotel zurück, in der der olle, biedere Behrend es seinen Gästen ganz mollig machte.

Hatte sich da ordentlich so 'ne Art Stammgesellschast zusammengesunden. Half mir nichts wurde auchbekannt gemacht", wie man's so schön nennt, wenn man aus seinem behaglichen Urlaubsdusel und Inkognito heraus vor ein Dutzend schwatzende, lachende Mäuler hingestellt wird. So n vertrackter Seehund von Kap'tän, eine alte Reisebekanntschaft von mir, richtete das Malheur an.

Ich capitulirt, resignirt schließlich amüstrt. Denn s waren nicht lauter Junggesellen und Strohwittwer, die um den runden Eichenen bei Vater Behrend zusammenhockten, s war auch Weibliches dabei, und hol's der Deibel so 'was gibt nun 'mal der Sache immer ein bischen mehr avec.

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Sagten Sie was, Bürgermeister? Nein? desto Lefler. Am solidesten gefiel mir von der Gesellschaft ein reisen­des Paar nebst Begleiterin. Kaufmann Ditto aus Magdeburg mit Frau. Schon der Name gefiel mir. So nichtssagend wie denkbar, was immer gut ist. Man macht sich'dann keine albernen Illusionen. Also Ditto nebst Frau CAestine und Schwägerin Sonny. Sollte wohl Leonie heißen. Egal! Ver­teufelt noble Erscheinung. Figur wie gemalt, frisches, wenn auch nicht mehr zu junges Gesicht. Darin ein paar Augen wissen Sie, so die echte stolze Ruhe ohne alles Gemachte und dabei doch nichts Götterhaftes. Konnte sich gehen lassen, wie sie wollte, blieb sie einfach gleich. Unwillkürlich fängt das Teufelsweib an, mich zu interefstren. Nicht Gans, nicht Backfisch, sondern fertig. Zum Anbeißen! Hat mit Verstand 'war gesehen, mit Nachdenken ein paar Bücher gelesen, und prunkt damit kein bischen. Der Rest der Gesellschaft kümmerte mich 'nen Quark. , .. ,

Andern Tages wir zu viert nach Saßnitz per pedes apostulorum. Und das gefiel mir nun wieder ausnehmend, daß die Damen selbst den holprigen Fußweg durch die Stub- nitz vorschlugen und die paar Stunden Marsch nicht scheuten- Hatte auch so recht meine Freude an dem Mädel, der Sonnt), wie» vor mir oder neben mir herschritt, so sicher, den Gang so elastisch möchte sagen, so rund! Ich nannte das za wohl schon fertig? - Fertig war für sie das richtige Wort. Ihre Schwester fiel daneben mit ihrem vierunddreißiger Em-

bonpoint schon ein bischen zu stark in« Gewicht. Um so günstiger für Sonnt). (Fortsetzung folgt.)

VermMshtes.

SiedacUon: «. Schryda. - Druck und Verlag der Brühl'schm UniverfitRS°Buch° und Steindruckerei (Pietsch & Echeyda) in

Auf die Einführung von Noihverbandskäften in die Schule weist die bekannte FamilienzeitschriftFür Alle Welt" (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W., Preis des Vierzehntagshefte» 40 Pfg.) in ihrem soeben et. schienenen Heft 19 hin und deckt damit einen Mangel in unseren Schuleinrichtungen auf. Wie beruhigend muß es auf Lehrer, Eltern und Schüler wirken, wenn man die Schule bet etwaigen Unglücksfällen mit Verbandzeug re. ausgerüstet und die Lehrer in der Handhabung der Hilfsmittel unterwiesen weiß. Ein anderer hochtnteresianter Artikel in demselben Hefte wird aber die allgemeine Aufmerksamkeit noch weit mehr auf sich lenken -Die Electrogrophle" von Gerhard Stein - wenn der Verfasser derselben auch diese neu entdeckte Wissenschaft" mit allergrößter Reserve behandelt. Diese Eleetrograpbie" besteht nämlich in der photographischen Wieder­gabe der electrischen Ausstrahlungen des menschlichen Körpers, mit Hilfe welcher der Entdecker, ein russischer Gelehrter, Liebe, Haß, Gleichgiltigkeit re- photographisch fixiren will. Seine diesbezüglichen Experimente sind in^ gelungenen photographi- scheu Reproduetionen in diesem Hefte vonFür Alle Welt wiedergegeben und dürften die Ausstrahlungen der zusammen aufgenommenen Hände eines Brautpaares wohl das lieber- ra chendste daran sein. Nicht weniger Beachtung verdient ein mit vielen buntfarbigen Illustrationen ausgestatteter Artikel über Brieftauben von R. Weihe, der dem Laien und Thier­freund sowohl als auch dem Züchter und ganz besonders Demjenigen, der sich für den Depeschenverkehr tot Kriege in- teresstrt? schätzenswerthes Material liefert. - Eme Abhand- lung über Mefferfabrikation, eine Plauderei überDie Ber­liner Gewerbe - Ausstellung bei der Toilette" von Conrad Alberti, eine Würdigung der Kämpen des Petersburger Schachtourniers von Eberhard Kraus, mit den Portraits der vier Meister Lasker, Steinitz, Pillrbury und Tfchigorin, eine illustrirte Besprechung des Billardtourniers Kerkau-Woerz, eine Abhandlung über die Bergcrystallsucher im Berner Ober- land re. re. beweisen die Vielseitigkeit vonFür Alle Welt und sür die künstlerische Höhe der Jllustrationstechnik in diesem werthvollsten und reichhaltigsten aller illustrirten deutschen Familienblätter sprechen die Reproduetionen der Gemälde von A. DelugAuf der Flucht vor den Hunnen",Eto Verseh- gang auf dem Meere" von Abades,Auf dem Pfade der Forschung" von C. Cej,Mefferfabrikation in Thiers' von C. Amato,Der Elephant ist los!" von P. Colanus,Die drei Zinnen in den Dolomiten" von Otto v. Kamele uv. A. m. - Dann enthält das Heft noch die Fortsetzungen der hoch' spannenden RomaneGlücksspiel am Hofe" von Carl Ed. Klopfer undVergeltung" von Heetor Malot, eine feinsinnige NooelletteKinder der Zeit" von Emil Roland, eine Humoreske in neun drastischen BildernSpielt nicht mit dem Feuer von M- Deicke und eine ganze Reihe kleinerer Artikel, Illustrationen und Portraits. Es giebt kaum ein Interessen­gebiet, das in diesem umfassenden und schöngedruckten Hesi nicht berührt ist-

Literarisches.

-Der «teilt der Weisen.* Inhalt des 7. Heftes: Kosmisch- Electricität; Kriegsmäßiges Distanzmessen (mit S Abbildungen); Da» grönländische Inlandeis (sehr instructw, die Nansen sche Grünlands schildernd); Gegen den Bogelmassenmord; Baumstudien (mit hu°,ch Bildern nach Photographien); Mißernten m Rußland (mit Karte), E> Kabelschiff (illustrirt); Die große chinesische Mauer; LandwlrMM'^ Mittheilungen. Ferner in derKleinen Mappe (mit 13 Abbildungen). Ein neues touristisches Rüstzeug, das Bleichen der Baumwolle u« Garne, die thierische Haut, dasSchwert ,m Monde" (interessant), sowieNotizen für Haus und Hof", Bücherbesprechungen u. s. «- Der Stein der Weisen" (A. Hartlebens Verlag, Men) 'st « Buchhandlung erhältlich und kostet das Heft (32 Großquartseiten 30 bis 40 Abbildungen) nur 50 Pfg.

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