Ausgabe 
21.7.1896
 
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Die ist ja bei meiner Mutter!"

Ja, ja, die bösen Zungen werden den Sohn bald hinter der Mutter und Großmutter entdecken!"

Der Oberförster hatte seinen Anzug beendet, die Schnalle zugemacht, den Gürtel zurechtgeschoben und nahm nun seinen Hut-

Du kommst mit mir, Han», ich werde selbst mit Binia sprechen. Sie hat ein gute» Herz und gesunden Verstand und weiß, daß ich nur ihr und Dein Glück will. In einer Stunde muß fie wieder unter dem väterlichen Dache sein. Dann laß mich nur machen, ich habe einen Plan. Besonders darf aber der Pope nicht erfahren, wo Binia Aufnahme gefunden hat- Er muß glauben, war ja auch der Wahrheit entspricht, sie fei geflohen, um den Grobheiten des Seminaristen zu ent« gehen und dann die ganze Nacht umhergeirrt. Nun, bist Du einverstanden? Hast Du Vertrauen zu mir? Komm' und sage Jlko, daß er anfpannt und uns an Deinem Hause erwartet."

XIX.

Der plötzliche Bruch zwischen dem Thierarzt und der Tochter des Popen hatte eine große Aufregung im Stäbchen X. hervorgerufen.

Die Neuigkeit war schleunigst von den bei der Hochzeit Anwesenden verbreitet worden und nun schon in Aller Munde. Daher sah man auf den Thürschwellen, in den Läden oder an den niedrigen, halbgeöffneten Fenstern ganze Gruppen von Menschen, deren Gesichter Erstaunen und brennende Neugier ausdrückten. Jeder gab seine Meinung ab, wußte noch Einzel­heiten mitzutheilen, tadelte oder lobte. Die Meisten nahmen Partei für den Thierarzt; so ein guter Junge und wie ihn dieser Pope überlistet hatte! Alle erklärten sich einstimmig gegen Thymostäus. Was für eine Idee aber auch von Rayski, sich um eine Pfarrerstochter zu bewerben! Das war doch keine Partie für ihn. Mögen sie doch untereinander heirathen, diefe Leute, wie es ihre Gewohnheit ist! Gab es denn nicht genug hübsche Mädchen in der Umgegend?

Es war Markttag, so daß die ganze Stadt in Bewegung war. Zahllose Bauernwagen kamen auf den Landstraßen heran und der Marktplatz wimmelte von Gefährten, die mit Gemüse und anderen Lebensmitteln beladen waren. Berg­bewohner in bunten Costümen breiteten ihre Maaren aus und riefen die Vorübergehenden an; kleine Juden im langen Kaftan, der bis an die Füße reichte, liefen geschäftig hin und her:

Das Haus des Thierarztes lag gerade in der Mitte des Platzes. Es war ein großes, einstöckiges Gebäude, von Bäumen umgeben. Ein weites, zweiflügeliges Thor, vor dem zwei Stucksäulen standen, gewährte Einlaß. Hinten in dem ausgedehnten Obstgarten weideten eine Anzahl Pferde, deren Füße mit einem Stricke gefeffelt waren.

Vincenz Rayski war sehr beliebt bei bei Leuten in der Gegend, denen er stets zu helfen und zu dienen bereit war. Da fie von der Hochzeit wußten, hatten fie sich, um ihre Dankbarkeit zu beweisen, am heutigen Morgen zahlreich ein- gefunden; der Eine mit einem Schock schöner Eier, der Andere mit einem Tönnchen Schaskäse, der tüchtig mit Kümmel ge­würzt war, der Dritte mit einer Scheibe Honig.

Gewöhnlich fanden fie den Thorweg weit offen stehen, um Menschen und Thiere einzulaffen, aber heute blieben zu ihrem großen Erstaunen die beiden Flügel fest verschlossen. Verschiedene Leute, die den Rath des Thierarztes für ihr krankes Vieh begehrten, hatten sich der ersten Gruppe an- geschloffen, so daß um das Haus herum eine Masse Menschen versammelt waren; einige trugen schwere Tragkörbe auf dem Rücken, andere zogen Ochsen oder Kühe, welche ein jämmer­liches Gewimmer ausstießen, an einem Stricke hinter sich her.

Wird er denn nicht aufmachen?" fragten sich die Bauern untereinander.Ich möchte gern vor der großen Hitze wieder zu Hause sein."

Er ist vielleicht krank," sagte ein Anderer.

Nein, er hat ja gestern geheirathet, er verschläft nur die Zeit."

Geheirathet schon, aber es heißt, er soll StrMrNit dSm Schwiegervater bekommen und seine Frau sitzen gelassen haben."

Das ist eine schöne Geschichte!"

Ja, aber .... was soll ich denn mit meiner Kuh machen? Seit drei Tagen schwillt fie immer mehr an, bald wird sie platzen."

Während die Bauern so ihre Bemerkungen austauschten, sah man plötzlich auf dem Marktplatz einen glänzenden Zug von Männern in weißen Röcken mit rothen Aufschlägen und in viereckigen Mützen von derselben Farbe erscheinen. Vor ihnen her laute Musik und über ihren Köpfen eine wehende Fahne, auf der zwei ineinander gelegte Hände gemalt waren; darunter stand mit großen Buchstaben:Polen und Ruthenen."

Der kleine Trupp, dem Bauern und Bürger folgten, brach sich, so gut es ging, Bahn zwischen den losgespannten Wagen und den Haufen von Säcken, die mit Gerste und Mehl bis obenhin gefüllt waren. Nun stellten sie sich in guter Ordnung gerade gegenüber von Rayrkis Fenstern auf und stimmten laut den berühmten Marfch von Dombrowski an.

Es waren die Psrrwren LÜS 5t? Stadt Strv. welche noch nichts von den Ereignissen des Vorabends wußten und kamen, um nach polnischer Sitte der jungen Gattin ihres Freundes Brod und Salz barzubieten und ihr ein Morgen« ständchen zu bringen.

Fünf Minuten waren noch nicht vergangen, als ein neuer Zug, ebenfalls von Blechinstrumenten begleitet undVerein der Patrioten" genannt, auf dem Platze zum Vorschein kam, während von der anderen Seite der Straße eine dritte Gesell­schaft, deren Standarte sie mit dem NamenDie Zukunft Galiziens" bezeichnete, in bester Ordnung heranrückte und sich gleichfalls vor dem Haufe des Thierarztes aufstellte.

Jede dieser Deputationen spielte eine andere Melodie und die so entstehenden Mißklänge bildeten zusammen mit dem Geschrei der Leute und dem langgedehnten Brüllen des Viehs die betäubendste Katzenmusik.

Die Anführer der Vereine schienen überrascht zu sein, daß trotz des Lärms die Thür so hartnäckig verschlossen blieb und fingen an, die umstehenden Bauern zu fragen, von denen fie aber nur ganz ungenügende Antworten erhielten.

Endlich wagte es einer von ihnen, ein starker Mann im bunten Jupan, mit herabhängendem Schnurrbart und neuen Handschuhen, kräftig an die Thür zu klopfen, und als er keine Antwort bekam, durch den Obstgarten um das Hau« herum« zugehen. Da er seinen L Uten einen Zeichen gegeben hatte, folgten fie ihm Alle Schritt für Schritt und verschwanden unter den großen Bäumen.

XX.

Vincenz, der unglückliche Held dieser Nacht, hatte sich nach der traurigen Heimkehr in sein Arbeitszimmer geflüchtet.

Als die Dienstleute das Rollen der Räder auf der Land« straßs hörten, welches die Ankunft ihres Herrn verkündete, hatten sie eilig die Hauptzimmer de» Hauses erleuchtet, wie ihnen befohlen war. Dann hatten sie sich ehrfurchtsvoll unten an der Rampe, gegenüber dem Obstgarten, ausgestellt; der älteste Diener hielt einen Teller mit Brod und Salz in den Händen und wiederholte im Stillen die kleine Ansprache, die er vorbereitet hatte.

Bei der Annäherung der Britschka zitterten die braven Leute vor Ungeduld und Rührung; aber wie groß war ihr Erstaunen, als sie anstatt des erwarteten jungen Ehepaares ihren Herrn allein, nur von den beiden Brautführern begleitet, aussteigen sahen.

Dem Alten blieb vor Ueberraschung der Mund offen stehen und er verschluckte die Rede, die ihm schon aus der Zunge schwebte. Dann rief er unehrerbietig:Run, die gnädige Frau ist wohl unterwegs geblieben!"

Sofort machte ihm eine derbe Ohrfeige im Verein mit einem wohlbekannten Fluche die Situation klar und schickte zugleich Brod und Salz zum Teufel.

Der Thierarzt war dann in seine Wohnung gegangen, aber der Anblick der festlich erleuchteten Zimmer hatte ihm da» Herz zusammengeschnürt.

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