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werden, sind eher der Haut schädlich als nützlich. Sie sind aber auch überflüssig, seitdem es deutschem Fleiß und deutscher Arbeit gelungen ist, aus der Wolle ein so seines kosmetisches Mittel, wie das Lanolin herzustellen, das in einem daraus gewonnenen Cream, dem „Lanolin-Toilette-Cream- Lanolin" ein populäres Product geworden ist, von dem keiner sich lossagt, der es einmal gebraucht hat. Nicht allein bei Erwachsenen ist das „Lanolin-Toilette-Cream-Lanolin" ei« zuverlässiges Schönheitsmittel, auch in der Kinderstube hat es sich als unentbehrlich sür die Pflege der Haut herausgestellt. Man verlange das „Lanolin-Toilette«Cream-Lanolin," das sich in Apotheken und Drogerien findet, stets mit Schutzmarke „Pfeilring", da nur dadurch die Garantie sür ein echtes Product gegeben ist. * #
R-gerrfchirme lange gut zn erhalte«. Man stelle den naß gewordenen Schirm zum Abtropfen mit dem Griff auf die Erde, und zwar geschloffen, jedoch nicht geschnürt. Erst nachdem er genügend abgetropst ist, darf er zur völligen Verdunstung der Feuchtigkeit aufgespannt werden. Unterläßt man das erstere Verfahren oder stellt man ihn mit der Spitze auf den Boden, wie meist üblich, so leidet das Gestell derart von der Näffe, daß ein baldiges Rosten und Brechen der Stäbchen die unvermeidliche Folge, ist.
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Fettflecken itt Büchern entfernt man am besten, indem man gebrannte Magnesia mit Benzin mischt (selbst- verständlich nicht bei Licht, der Feuergefährlichkeit halber), bis eine krümliche Masse entsteht. Der Fleck wird mit dieser Masse behutsam eingerieben, einige Zeit beschwert stehen gelassen und die Magnesiakrümelchen werden dann weggeklopft. Frische Flecken verschwinden sofort, alte nach zwei- bis dreimaliger Behandlung. * ,
Schwaben lassen sich leicht vertilgen, indem man an dem von diesem Ungeziefer hauptsächlich besuchtesten Platze ein blechernes Gefäß mit kaltem Wasser halb gefüllt aufstellt und ringsum mit Erde vom Boden bis zum oberen Rande umgibt, sodaß die Schwaben hinauskriechen fönnen. Die Schwaben kriechen massenhaft über den Rand, um Wasser zu trinken, fallen in die Schüssel, können an dem glatten Rand nicht mehr emporklettern und kommen im Wasser um.
Lösungsmittel für Eifenrost. Häufig ist es mit großen Schwierigkeiten verknüpft, eiserne Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens, namentlich Messer, Bohrer, Schraubenzieher u. dergl. mehr durch Schleifen oder Abfeilen von dem daran gebildeten Rost zu befreien. Dann läßt sich die Rost- befeitigung bequem und durchgreifend dadurch ausführen, daß man den rostigen Gegenstand in eine ziemlich gesättigte wässerige Lösung von Zinnchlorid eintaucht; allerdings muß man die Gegenstände je nach der Stärke des Rostes 12 bis 24 Stunden liegen lassen. Ein gar zu langes Belassen de» Eisens m dem Zinnchlorid muß darum vermieden werden, weil sonst leicht das Eisen selbst angegriffen werden könnte. Sobald die Gegenstände aus der Lösung genommen find, müssen sie zunächf mit Wasser, danach mit Ammoniak abgespült und hierauf gut abgetrocknet werden. Uebrigens empfiehlt es sich, zur Vermeidung de» Rostens eiserner Geräthe, namentlich solcher, welche in einigermaßen feuchten Räumen ausbewahrt werden, dieselben mit Vaseline einzureibem
Ein sehr bewährtes Mittel, um die Holzwürmer zu entfernen, ist, wenn man die Möbel rc. mit Benzin oder Amylalkohol mittels eines weichen Pinsels bestreicht. Die Gegenstände werden in luftdicht verschlossene Räume gestellt und die verdampfte Flüssigkeit so lange durch neue ersetzt, bis tobte Würmer oder Larven gefunden werden. Da dieses Mittel höchst feuergefährlich, ist Vorsicht bei der Arbeit geboten.
Ferner sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Politur unter Einwirkung dieser Mittel leidet, sofern dieselben darüber fließen, und es müßte eventuell nach gehörigem Austrocknen, bezw. Auslüften ein Aufpoliren stattfinden. Ferner wird empfohlen als gut wirkendes Mittel, Salzgeist oder Terpentinspiritu, n die Bohrlöcher zu gießen. *
Aufbewahrung vonBlumenkohl. Die ganzen Pflanzen werden, sobald Frost zu befürchten ist, mit möglichster Schonung der Wurzeln aus dem Boden genommen und im Keller so in ein Gefäß mit Wasser gestellt, daß die Wurzeln vollständig unter Wasser stehen. Die Stäuben können ganz dicht zusammengestellt werden, so daß eine die andere aufrecht erhält, ohne daß die Blätter Schaden leiden. Ist fließende» Wasser im Keller vorhanden, so ist die Wirkung eine noch bessere. Er ist auf diese Weise gelungen, Blumenkohl dir nach Weihnachten frisch zu erhalten. Kaum bemerkbare Köpfe hatten sich nach vierwöchentlichem Stehen in dem Wasser um das fünf- und sechsfache vergrößert und zeigten regelmäßige Bildung bei glänzend weißer Farbe. Holzkohlenstacke im Wasser verhindern das Faulen.
Reinigung weißer* Giaeöhandfchuhe ohne Benzin. Zur Reinigung weißer Glacehandschuhe ohne Anwendung von Benzin wird eine Auflösung von Seife in heißer Milch empfohlen. Er ist I zweckmäßig, auf das halbe Liter dieser Lösung einen zu Schnee geschlagenen Eidotter einzurühren und einige Tropfen Salmiakgeist zuzumischen. Die Handschuhe werden über die Hand gezogen und mittelst eines Wollläppchens, das in die Mischung getaucht wird, ab. gerieben. Hängt man die Handschuhe im Schatten zum Trocknen auf, so bleibt das Leder weich.
Humoristisches.
Zum halben Preise. Am Eingangüthor der land« wirthschastlichen Ausstellung in Stanelly verlangte dieser Tage ein Mann zum halben Preise zngelaffen zu werden. Sein Grund? — Er habe nur ein Auge. Der Mann war sehr unwillig, al» dem Kassierer die Berechtigung seiner Forderung nicht einleuchten wollte. * ,
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V erkehrte Welt. „Wer ist die Dame mit dem kurz, geschorenen Haar?" - „Eine Malerin." - „Und der Herr dort mit dem langen Haar,?" — .„Auch ein Maler."
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Macht der Gewohnheit. Feldwebel: Heute gibt» besondere Menage, deshalb braucht Ihr aber nicht so verliebt dreinzuschauen, die Köchin dazu wird nicht geliefert."
Entzückender Gedanke. Backfischchen (von den langen Nächten am Nordpol hörend): „Ach dort eine Ballnacht mitmachen zu können I" , .
Zukunftsscen en. Gauner (nach der überaus warmen Vsrtheidigung durch einen weiblichen Rechtsanwalt): „Gnädige» Fräulein, nach dieser Schllderung meine» Character» drängt es mich, um Ihre Hand zu bittens"
Eine originelle Geburtsanzeige erläßt ein Berliner Arzt:
Das zweite Kind ein Junge seil
So wünschte sich's die Mutter.
Dem Alten ist das einerlei;
Es kost's dasselbe Futter.
Jedoch die Mitgift wird geschmält Für den, der Muki's Schwester wählt. Das neue Kind heißt Ilse.
Ihr Freier 'ran. Wer will se?
Redaktion: L. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverstMS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & in ®ie®


