Ausgabe 
13.8.1896
 
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Gemeinnütziges

<$« tocttidctt Wtinutcn ist jede Haussrau täglich in der Lage?*einsn*klaren Überblick über ihre Wirthscha sts- ausgaben, über den Stand der Finanzen zu gewinnen, wenn ste sich mit Sophie Müllers Haushaltungsbuch für alle Tage des Jahres regelmäßig befaßt So trocken und prosaisch eine solche Beschäftigung vielleicht mancher Dame auf den ersten Blick erscheinen mag, so interessant wird sie für jede denkende und sorgende Hausmutter, die au« den von ihr in die Rubriken eingetragenen Zahlen herausliest, wo cs noth thut, im Haushalt für die Folge zu sparen, und wo es das Budget erlaubt, sich noch Mehrausgaben r» gestatten. Die practifche Seite, ja die Unentbehrlichkeit eines solchen Hilfsmittels für Führung eines geordneten Hauswesens be. darf wohl keiner besonderen Erläuterung. Es erübrigt somit zu betonen, daß das uns vorliegendeHaushaltungsbuch von Müller (aus dem Berlage von Otto Msier, Ravens- bürg) in zweckdienlicher Einrichtung, in überfichtltcher und vollständiger Anordnung, in leichter Anwendbarkeit nichts zu wünschen übrig läßt- Auch ist die Ausstattung des eartonirten Merkchens eine recht hübsche, und bei dem billigen Preise (60 Pfg.) kann es selbst gleich als ein Muster der Monom e gelten. Für zwölf Monate des Jahres zum täglichen Ge- brauch eingerichtet, wird MüllersHausholtungsbuch' in lebet« Hausstande, in welchem Sinn für Sparfamkett und Ordnungs­liebe heimisch sind, als guter Rathgeber und Führer wohl willkommen sein und sicher großen Nutzen stiften. Das Haushalturigsbuch" ist, wie uns mitgetheilt wird, in der A Ricker'schen Buchhandlung, Südanlage Rr.5, vorräthig.

Kopf. Die Amerikaner mit 39 Pfund kommen ihr am nächsten. Im Verbrauch von Käse steht der Däne mit 22 Pfund jährlich obenan. t

Ein Statistiker hat herausgesunden, daß e n Mensch während seiner Leben« nicht weniger als sieben vi rspännige Wagenladungen mehr Nahrung verbraucht, als er bedarf oder ihm gut ist. Rudolph Schück.

kühlen und gießt sie noch warm in einen leinenen Beutet, einen Filz- oder Flanellfilter ober ein Haartuchsteb, in das tnan vorher ein Flanelltuch gedeckt hatte. Der Saft soll langsam, ohne daß gerührt ober gedrückt wird, abtropfen. Nun wird derselbe in einem Kessel wieder auss Feuer gesetzt und nah dem der nöthige Zucker hinzugethan (pro Liter 125 Gram» i/ Stunde gekocht und geschäumt. Dann füllt man ihn heiß in ganz reine, vorher ausgetrocknete und etwas angd wärmte Flaschen, die sosort sorgfältig verkorkt und verladt werden. Der Saft hält sich an kühlem Orte fahrelang uni ist von vorzüglicher Qualität.

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Apfelmus. Der im Beutel oder im Filter zurüt bleibende Brei wird nun portionsweise in ein HaartuW geschüttet und mittels energischen Rührens dmchgericki Dabei wird das Fruchtmark abgesondert und auf^faW und es bleiben nur die wenig wohlschmeckenden Theile (Schm Kerne, Gehäuse) im Siebe zurück. Ist der Brei allzu trod« geworden, so muß er mit kochendem Wasser vermischt, ch etwas verdünnt werden. Das durchgeriebene Mus bri^ man mit etwas Zuckerzusatz ebenfalls aufs Feuer , läßt« unter fortwährendem Rühren kochen, bis es st zu puffen beginnt, nimmt, es dann Anell ab und füll « bald in Häfen, die man mit Salicplt nktur (5 Gramm SM auf 50 Gramm Alkohol) ausgespült hat. Auf die M legt man ein mit obiger Tinktur getränk es Löschblatt u. bindet dann die Häfen mit Pergamentpapier zu. Das U zeichnet sich durch feinen Wohlgeschmack aus, hält sich-- Jahr und sollte erst im Winter und Frühjahr, sobab i- Aepsel knapp find, verzehrt werden.

Stachelbeervermehrung aus Stecklingen geltz im August ans krautartigem Holz am besten.

Gegen den Mehlthau auf Roseu wurde bich als wirksamstes Mittel Schwefelpulver angewendet, wm die von Pilzwucherungen befallenen Pflanzen bestreut wurta Neuerdings hat nun ein fra ösifcher Rosengärtner ein neu» einfaches Mittel vorgefchlazen, da, sich als sehr wirksam !» weisen soll. Dasselbe besteht darin, daß man die Blätter w Zweige der ergriffenen Pflanzen mit einer Auflösung i- Küchensalz in Wasser (im Verhältniß von 3 Klg. Sah: 100 Liter Wasser) tüchtig bespritzt. Dieser ersten Anwendu soll man nach 12 Stunden eine zweite mit einer schwäch» Salzlösung 1 Klg. Sal, aus 100 Liter Wasser) folgen last Das Bespritzen sollte bei trüber Witterung oder Abends «o genommen werden-

Literarisches

Hebet das Benehmen der Radfahrerin. Jeder « fahrer hat das Recht, die Fahrerin mitAll Heil" zu begrüßen, » sie zur Erwiderung verpflichtet Fremde Radfahrerinnen gruß° in der Stadt nie, es ist jedoch üblich, bei Begegnungen auf w» Touren den Sportgruß zu wechseln. Auf der wenig befahrene M straße eröffnet die Dame den Rergen, in der Stadt fährt em ge Fahrer voraus. Damen sollen möglichst nie bergauf fahren un| so forciren, daß sie abgehetzt aussehen Eine Dame darf m Ge eil, w eines Verwandten oder nahestehenden Freundes allem ausfahren, wohl es nicht unschicklich ist, eine kleine Besuchsfahrt und ohne 1 Begleitung zu unternehmen, soll dies doch möglichst vermieden , Bei Unfällen, Belästigungen durch Kutscher, Passanten re darf I Radfahrerin auch fremde Sportgenossen um Hilfe angehen, ü Altersgrenze für die Radfahrerin ist dieselbe wie für anderen V, Wer noch eislauft oder das Pferd besteigt darf auch radelrn D'l Sentenzen entnehmen wir einem ausführlichen Artikel der > Modr-, Heft 22. Dieses eben erschienene Heft enthalt autzer prachtvolle Kleider und Handarbeiten und ist besonders s»ner farW ! Toiletten wegen sehenswerth. Jede Abonnentin erhalt Schn tte^ i Maß gratis in der Schnittmusterabthellung derWiener \ Wien, Wienstraße.

Galläpfel werden in den seltensten Fällen verwerthet; ste bleiben entweder unter dem Baum liegen und verfaulen ober werden den Schweinen vorgeworfen. Beides ist un­ökonomisch. Der Futterwerth ist sehr gering unb bas Ver- faulenlaflen ist nur im Interesse der in den Fallfrüchten meist enthaltenen Obstmaden, die dabei Gelegenheit finden, sich zum vollständigen Jnsect auszubilden und ihr Zerstörungswerk im nächsten Jahr w.eder und zwar in vermehrter Zahl zu beginnen. Daß man die Falläpfel bislang wenig oder gar nicht beachtete, hatte darin feinen Grund, weil man keine zweckmäßige Verwerthung für dieselben kannte. Als man aber vor 10 Jahren bei dem Erscheinen des S e ml e r scheu Obstbuches begann, der Obstverwerthung mehr Beachtung zu schenken, wurden auch Versuche gemacht, das Fallobst nutz­bringend zu verwerthen. Diese Versuche sind erfolgreich ge- wefen, denn es ist nachgewiesen, daß selbst noch ganz> »«- rel e Früchte zu Gelve, Saft und Mus verarbeitet werden können und ein sehr wohlschmeckendes Product geben. Wir find in der Lage, den Sefaia hierzu nach dem soeben in neuer Auflage erschienenen Werke eine kurze Anleitung zu geben:

Apfelsaft. Man nimmt einen Korb mit recht ver­schiedenen Falläpfeln, wäscht sie, falls sie schmutzig, ober reibt sie einzeln ab, falls sie nur sanbig sein sollten. Dann schneidet man jeden Apfel in mehrere Stücke, wobei die Wurmstellen und in der Hauptsache auch die Kernhäuser ausgestochen werden unb wirst die Schnitze in einen Kessel oder glasierten Topf. Geschält werden die Früchte nicht. Nachdem sie dann mit soviel Wasser übergossen sind, daß dasselbe die Früchte bedeckt, kocht man ste gar, läßt die Masse etwas ab- ______________________

Reboction: N. Scheyda. Druck unb Verlag der Brühl'schm UniversiMS-Buch- unb Steindruckerei lPictsch & ©djet)1»11)