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Nicht ohne Mühe brachte ste de» sichtlich widerstrebenden Hund in Sicherheit. „ , .
Ganz in Sorge um die Freundin erfüllt, ahnungslos der schändlichen Falle, die man ihr gestellt hatte, eilte sie nun die schmale Treppe hinab. (Schluß folgt.)
GeineinnRtzig-s.
Um die Eisbildung bei der jetzigen Temperatur an den Schau- und Wohnungssenstern zu verhindern und gleichzeitig auch dem Schwitzen und Beschlagen der Fenster vorzubeugen, gibt es ein gut bewährtes, einfaches Mittel. Man löse 55 Gramm Glycerin in einem Liter verdünnten (63 pCi.) nickt denaturierten Spiritus auf, dem zur Ver- besierung des Geruches Bernsteivöl zugesetzt werden kann. Sobald die Mischung waflerklar geworden ist, reibt man die innere Fläche des Fensters mit einem Fensterleder oder Lein- wandlappen, die mit der Flüssigkeit angefeuchtet sind, ab.
Praktischer Sägebock. Man gräbt zwei recht breite Holzkloben zur Hälfte in die Erde, schneidet dann oben mit der Säge aus jeder Klobe ein Dreieck au«, damit man da« Holz hineinlegen kann, und der Säge- ock ist fertig. Derselbe hat den Vorzug der Billigkeit, denn er kostet nichts; den der Haltbarkeit, denn er ist unverwüstlich. Er steht unverrücksar fest, weßhald sich gut auf ihm arbeiten läßt. Er kann ferner weder gestohlen noch verborgt werden (ebenfalls nicht zu unter- schätzende Vortheile). Die bei den bisher gebräuchlichen beimgen Sägeböcken im Wege stehenden vier Arme oben fallen weg, was der Sägende sehr angenehm empsindet. Benutzt man aus diesem Bock noch die neuen in jedem größeren Laden für 3 Mk. käuflichen Sägen mit eisernem Bügel, der die Säge immer sehr straff gespannt hält, so schaffen zwei Arbeiter in einem Tage mehr, als sonst in drei.
Reinigen verstaubter Oelgemälde. Verstaubte Oelgemälde reinigt man am besten mit einem kaltgewordenen Absud von Seifenwurzeln in Waffer, den man mit einem sehr weichen Schwamm aufträgt. Da ältere Bilder meist dick mit Firniß überzogen sind, genügt e«, ihnen den alten Glanz durch einige Tropfen Mohnöl wiederzugeben, die mit dem Ballen der Hand oder einem feinen Zeugballen so dünn wie möglich auf der Bildfläche verrieben wird.
Fischen den schlechten Geschmack zu nehmen. Um Fischen au« stehenden Gewässern den unangenehmen moderigen Beigeschmack zu nehmen, lege man dieselben vor dem Kochen einige Stunden in frisches Brunnenwasser, dem etwas Salz und Weizenkleie zugesetzt wurde. Ehe die Fischs in den Kessel kommen, müssen sie indessen gut abgespült werden. Auch empfiehlt es sich, eine Brodrinde oder einige glühende Holz- lobten in das Fischwasser zu werfen und sie mitkochen zu lassen. e ,
Esfigsteisch. Rindfleisch (Rippenstück, ausgebefot) wird tüchtig geklopft und drei Tage in Essig mit allen Gewürzen grl gt. Darnach wird es in Butter, Zwiebeln, Gelbe- rüden, ganzen Pfeffer und Nelken halb gar gedämpft, ein Teigchen mit Wein angerührt, daran gegossen, mit Fleisch- brühe verdünnt und fertig gedämpft; zuletzt muß es aber ausgedeckt bleiben.
Sodann wird eü wieder erkalten lassen, in Mehl, dann ist Ei umgewälzt und paniert., *
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Französische Suppe. Es werden verschiedene Gemüse länglich geschnitten, zuerst einige Z-it in Wasser, dann in Fleischbrühe gekocht, angerichtet, Muskatnuß daraufgerieben und serviert. Man verwendet Kartoffeln, Gelberüben, Blumenkohl, Sellerie, Lauch, Bohnen, Wirsing, Erbsen und Spargeln. ___________
VermMehtes.
Beweis Feldwebel (der mit den MansSaften von der Entfernung der Fixsterne gesprochen hat): „Was macht der Kerl für ein ungläubiges Gesicht? Wenn ich Ihnen da» sage, Meier, können Sie'» ruhig glauben ... ich war früher bei der Luftschifferabthetlung." *
Unglückliche Liebe. * Unteroffizier (zum Rekruten, der in der Angst den Hal« feine« Pferde» mit beiden Armen umklammert hält): jetzt geben Sie der Rostnante ooch
jleich noch ’n Kuß . . - Sie oller.Don Juan!"
Auf Umwegen. Die'kleine Ella: „Papa, ich weiß, wa» ich Dir zu Deinem Geburlstag schenke " — Vater: „So, was denn, mein Kind?" - Ella: „Ein schöne« Bierglas." — Vater: „Aber Kind, ich habe ja ein«." - Ella: „Ja, das habe ich eben zerbrochen."
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Schlagfertig. Richter: „Sie haben bei der Er- greifung des Einbrechers fich ja recht tapfer gezeigt, Frau Wuchtig, aber daß Sie ihn gleich so schwer verletzt habe», war doch nicht recht." - Zeugin: „Ich wußte ja gar nicht, daß e« ein Einbrecher war! Ich wartete seit drei Stunden auf me nen Mann und da glaubte ich, er wäre es." ♦ ♦
Vorsichtig. Patient:*,Ich möchte Sie consultiren: ich leide an äußerst schwachem Gedächintß." — Arzt: „Sehr wohl; dann muß ich Sie aber in Rücksicht auf Ihr Leiden bitten, da« Honorar vorher zu entrichten."
Vornehme Erziehung. Der kleine Karl (trotzig zur Gouvernante, die ihm einen Verweis gab): „Du kannst mir am Buckel 'naufsteigen!" — Die Mama: „Aber Karl, wer wird sich denn so roh ausdrücken — kannst Du nicht „Rücken" sagen?"
Literarisches
Di« Krankenpflege im Haus« und im Hospitale. Lin Handbuch für Familien und Krankenpflegerinnen von Th. Billroth. Fünfte vermehrte Auflage. Herausgegeben von Dr. R. Gersuny in Wün. Mit einem Porträt Th. Billroth's in Lichtdruck, 7 Figuren im Text und 49 Abbildungen auf 32 Tafeln. 20 Bogen 8° in Original- Leinwandband. - Am 6. Februar 1894 starb Theodor Billroth nach einem Leben, reich an Arbeit, reich an Ehren. Als er auf der Höhe des Ruhmes stand, anerkannt als einer der hervorragensten Chirurgen der Gegenwart, aufgesucht als Lehrer von Aerzten auS allen Welttheilen, schrieb er dieses Buch, das keine wissenschaftliche Bedeutung haben sollte, das bestimmt war, dem Unterricht in der Krankenpflege zu dienen; Billroth gab darin eine Fülle von Erfahrungen am Krankenbett, eine Menge von Rathschlägen, aus denen man ersehen kann, welch' liebevoller Arzt er war, wie er an alle großen und kleinen Pflichten dachte, deren Erfüllung das Loos der Kranken erleichtern kann; dies Buch ist ein Denkmal seiner Menschenliebe. Im Text wurden einige Veränderungen vorgenommen. Herrn Professor Dr. Heinrich Obersteiner verdankt das Buch Rathschläge für die Pflege Geisteskranker. Da» XL Capital: „Vom Bau und den Leistungen des menschlichen Körpers wurde theilweiss umgearbeitet. Auf die Ausstattung wurde besondere Sorgfalt verwendet und kann die künstlerische Ausstattung dieser fünften Auflage als mustergiltig und vollendet hervorgehoben werden. Die Original-Zeichnungen sind von August Roth in Rudolflnum, vom Director der Anstalt überwacht, ausgeführt worden.
Kalbsbriesel. Da« Stiefel wird mit kaltem Wasser solange aus dem Herd erwärmt und immer wieder abge- schüttet, bi« da« Briefe! ganz weiß ist una sauber gehäutet werden kann- Dann wird e« abgekocht und zwar in Wisset, welche« mtt Essig, Zwiebeln, Gelberüben, Citronenschale, Salz, ganzen Pfiffet, Nelken und Lotbeerblältet kalt beigesetzt wurde.
Mdaction: A. Scheyda. - Druck und »erlag ber »rühl'schm und Eindruck«« iPietfch 4 in


