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erscheinen, da selbst bei stärker und tiefer fitzenden Organ« gebilden, nämlich bei den Federn der Vögel, durch plötzlichen Schreck ein augenblickliches, reichliches Ausfallen bewirkt wird. Schwebt z. B. ein Habicht plötzlich über einem Huhne, welche» nicht entschlüpfen kann, so findet man, wenn der Räuber noch rechtzeitig verscheucht wurde, nachher eine Menge kleiner und großer Hühnerfedern auf dem Platze der Ueber« raschung liegen.
Die Verhütung aller jener, den Haarboden bedrohenden Schädlichkeiten muß besonder» denjenigen ans Herz gelegt werden, welche von Natur au» mit schwächlichem Haarwuchse bedacht find, in deren Familie die Glatze schon durch Gene« rationen glänzt, und die überdies noch zu reichlichem Kopfschweiße neigen. Für diese ist es dringend nöthig, ihre Kopfhaut abzuhärten und dem wohlthätigen Einflüsse von Licht und Luft recht oft auszusetzen, sowie die Nerven anzuregen und die Ernährungszufuhr de« Blutes zu unterstützen. Dies geschieht durch recht häufiges, aber leiser Bürsten mit schonender Hand, so daß die Haut eine ganz leichte Röthung zeigt. Dabet ist da» Einfetten mit Oel und Pomade zu unterlassen, weil hierdurch die Hautporen leicht verschmiert und die Ausdünstung beeinträchtigt wird. Auch mag man, nach Angabe von Dr. Seeger in Wien, ein Masfire« der Kopfhaut vornehmen, indem man fie mehrmals täglich hin und her bewegt. Manche Leute können dies ganz willkürlich; wer es nicht vermag, lege zunächst die flache Hand auf den Scheitel und schiebe die Kopfhaut vor und hinter, bis die Muskeln dem Willen gefügiger geworden find. Bet Haarschwäche am Hinterhaupts ist außerdem noch ein Masstren der Nacken- Halsgegend mit einem trockenen Frottirtuche zu empfehlen.
Möge nun jeder, den die Natur nur mit schwachem Haarwuchse bedacht hät, oder dessen Scheitel fich schon bedenklich zu lichten beginnt, diese naturgemäße« und practisch erprobten Regeln beherzigen und befolgen, damit er hinfüro stolzen, lockenumwallten Hauptes wie ein Apollo einherwandeln kann.
Gemeinnütziges.
Erdbeerblätterthee Wahrlich, wie in manchen anderen Dingen, so hat auch in gesundheitlicher Beziehung das Dichterwort: Warum in die Ferne schweifen? Sieh, da« Gute liegt so nah! seine volle Bedeutung. Warum den Thee au« dem fernen China beziehen, wenn unsere heimischen Erdbeerblätter ein vorzügliches Getränk und einen weit gesunderen The« liefern, al« das theuere, meist verfälschte, unser Nerven- und Gefäßsystem aufregende orientalische Genußmittel? Will man Erdbeerblätterthee bereiten, so sammele man zunächst im Juli und August vorzugsweise das in gebirgigen Gegenden und auf sonnigen Anhöhen wachsende Ecdbeerkraut, und sehe wohl darauf, daß die Pflanzen gut erhalten, trocken und nicht von Würmer« benagt sind. Die Blätter! werden dann an der Luft, ohne Einwirkung der Sonne getrocknet und öfter umgewandt, damit fie nicht in Fäulniß gerathen. Auch dürfen sie nach dem Trocknen nicht wieder abgewaschen werden, da sonst leicht ein wesentlicher Theil ihrer Kraft verloren gehen könnte. Um diesen einheimischen Thee nun ganz dem ausländischen gleich herzustellen, schneidet man die Stiele mit einer Scheere ab, röstet die Blätter auf warmen Platten, rollt sie auf der Hand und läßt sie erkalten. Man bewahrt diesen Thee zwecks Erhaltung des Aroma« ebenso wie den chinesischen in gut verschlossenen sogenannten Theebüchsen auf. Will man den Geschmack de« Erdbeerblätterthee« noch erhöhen, so sammle man zu den Erdbeerblättern noch einen kleinen Theil Brombeerblätter und setze den beiden einige Hände voll Thymian und Waldmeister zu. Da« Ganze ergiebt dann einen vorzüglichen, recht aromatischen Thee, der auf da« Blut- und Nervmleben sehr wohlthätig einwirkt, die Verdauung fördert und damit i den ganzen Organismus belebt und kräftigt. Wir haben es ;
int verflossenen Winter in unserer Familie selbst erprobt. Man ist heutzutage leider allzu gleichgiltig gegen da«, war uns der Schöpfer in der Natur in so überreichem Maße in nächster Nähe bietet. Was heute nicht viel Geld kostet, von weit her bezogen wird und einen hochtönenden Namen hat, das gilt bei vielen Menschen nicht«. Und doch wissen wir, daß die alten Einfiedler von -nichts Anderem gelebt haben, als von Wurzeln und Kräutern der heimischen Wälder und vom frischen klaren Quell der Berge und — wie gesund und eisenfest find diese Menschen gewesen, und welch hohe« Alter (über 100 Jahre) haben sie fast ausschließlich erreicht!
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Unechte Schildkrötensuppe auf flämische Art Aus Fletschabfällen, Schinkenresten u- dgl. sowie aus Liebig« Fleischextract nebst den nöthigen Gewürzen stellt man eine recht kräftige Fleischbrühe her, die man einige Stunden ziehen läßt, dann durch ein Sieb gießt, und hierauf mit in Butter gebräuntem Mehle verdickt. Alrdann schneidet man Zunge, Haut und Fleisch eine« recht weichgekochten Kalbskopfes in kleine Stücke und bringt diese nebst Klöschsn aus Geflügelfarce in die Suppe, der man kurz vor dem Anrichten ein großes Glas Sherry, Cayennepfeffer und kleine gedämpfte Champignons beifügt und man dann recht heiß fervirt-
Bei der Musterung. Der General ist zur Musterung eingetroffen und will auch die Kaserne bestchtigen. Durch Regimentsbefehl ist daran erinnert, daß die Temperatur in allen Stuben nicht über 15 Grad betragen darf. Der General betritt ein Zimmer, lobt die Sauberkeit und fragt den Stubenältesten: „Wie viel Grad find es hier, mein Sohn?" — Gefreiter: „Fünfzehn Grad, Herr General!" — General: „Zeige mir doch mal da» Thermometer!" — Gefreiter: „Wir haben kein», Herr General 1" — General: „Na, woher weißt Du denn, daß e» fünfzehn Grad find?" — Gefreiter: „Rrr—egimentsbefehl, Herr General!"
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Einleitung. Studiosus (dem der Onkel seine Münzensammlung zeigt): „Aber nicht wahr, lieber Onkel, Du hast doch nicht blos alte Münzen gesammelt?"
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Zuversichtlich. Lyriker (der sein erstes gedruckter Gedicht liest): „Da werden die Bildhauer dereinst wieder hübsch an den Denkmälern sür mich verdienen."
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Fataler Nachsatz. Sie: „Ich bitte Dich, lieber Heinrich, kauf' mir diese hübsche Mantillel" — Er: „Dein Wunsch ist mir Befehl — und befehlen lass' ich mir nicht«!"
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Ein practischer Arzt. A.: „Gegenwärtig verbietet mir der Arzt, Champagner zu trinken." — B.: „Wahrscheinlich, bis Du ihm die Rechnung bezahlt hast!"
Von dem im Verlag der Schriftenvertriebsanstalt in Weimar erscheinenden Otfrid Myiius'schen Roman ,vte«ema«a» Seb«« oder Da» g«ea«bt« Testament* erhalten wir heute Heft 21 und 22 zur Besprechung. Gern kommen wir dem Wunsche genannter Verlagshandlung nach, unsere verehrlichen Leser wiederholt auf das verdienstvolle Unternehmen aufmerksam zu machen, haben wir doch nun selbst kennen gelernt, was für den geringen Preis von 10 Pfg. ein solches an Text und Ausstattung bietet. Und eben diese änßerst billige Bezugsweise ermöglicht jedem Freund einer guten unterhaltenden Seetüre, sich den Roman „Bienemanns Erben ober Das geraubte Testament" zu erwerben; kein Abonnent wird die Anschaffung des gediegenen und spannenden Werkes Bereuen. Probehefte sind in jeder Buchhandlung zur Einsicht zu erhalten und werden daselbst Bestellungen gern entgegengenommen.
RebacHon: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverstMS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


