Ausgabe 
5.5.1896
 
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G-m-rnnützige-.

Um sehr große Stachelbeeren zu ziehen, kann man folgendes Mittel anwenden: Man wählt hierfür zunächst einen Stachelbeerstrauch mit großsrüchtigen Stachelbeeren. Nachdem die Beeren die Größe eines Nußkerns erreicht haben, umwickelt man einzelne Zweige mit Moos mittelst dicker wollener Fäden stellt ein flaches Gefäß mit Wasser unter den Strauch und läßt die angefeuchteten Fäden in das Wafler hineinhängen. Vermöge der Kapillarität zieht sich nun immer Wafler in die Höhe an den Zweig. Es muß natürlich dafür gesorgt werden, daß fortwährend Wafler in dem Gefäß ist. Nach Verlauf einiger Wochen werden die Beeren an den be­treffenden Zweigen eine enorme Größe erreicht haben.

Die Ernte der Früherbsen kann um einige Wochen beschleunigt werden, wenn man die Pflanzen durch Entspitzen über der vierten bis sechsten Blüthe zwingt, ihre ganze Kraft der Fruchtentwickelung zuzuwenden.

Erdbeerbeete erst nach vollendeter Ernte abranken. Man gießt, wenn die Blüthezeit vorüber, die Beete gehörig durch und deckt Iste zwischen den Pflanzen mit Asche, Lohe, Sägespähnen, um dieselben vor starkem Austrocknen und spätem Austrocknen und später vor dem Schmutzigwerden der Früchte zu schützen.

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Um Wein-, Bier- und Liqueurstecke ans Marmorplatten zu entfernen, tropfe man vorsichtig auf jeden Fleck einen Tropfen Eau de Javelle, wodurch die Flecken sofort verschwinden werden. Dann aber ist es gut, mit Wasser zu spülen, nöthigenfalls mit Seife zu waschen.

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Conserviren und Wiederherstellen verrosteter Stahlsachen. Nach dem Verfahren von Bücher kann man sowohl Rostflecke, als auch tief eingefreflene Rostbildungen aus Eisen- oder Stahlgegenständen entfernen, ohne daß das gesunde Metall dadurch im geringsten leidet. Das hierbei zur An­wendung kommende Mittel besteht aus einer wässrigen Lösung von Zinnchlortd, Weinsäure und Jndigolösung. Die Mischung ist nach denReuest. Erf. u. Erf." in folgender Weise vor­zunehmen. 1. 100 g Zinnchlorid werden in kleinen Portionen und unter Umschütteln einem Liter Wafler zugesetzt; die sich hierbei erhitzende Lösung läßt man erkalten. 2. Dann löst man 2,5 g Weinsäure in einem Liter Wasser, und diese Lösung wird in die Zinnchloridlösung eingegossen. 3. Dieser Mischung werden nach gutem Durchschütteln 20 Cubikcenti- meter einer mit dem hundertfachen Waflerquantum verdünnten Jndigolösung zugegeben und dar Ganze gut durchgeschüttelt.

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Leder auf Metall zu besestigeu. Zunächst müssen die Metallflächen aufgerauht, die Lederflächen abgezahnt werden. Hierauf digerirt man 1 Gewichtstheil grobes Gall­äpfelpulver mit 8 GewichtStheilen destiltrtem Wasser und läßt dies durch Leinwand gehen. Schließlich gießt man 1 Ge­wichtstheil Leim mit ebenso viel Wasser und läßt diesen 24 Stunden darin weichen. Beim Gebrauche verfährt man nun in folgender Weise: Man bringt die Leimlösung in er­wärmtem Zustande aus das gleichfalls erwärmte Metall, be­streicht das Leder mittelst eines Borstenpinsels oder Schwamme» mit dem ebenfalls erwärmten Galläpfelauszuge, preßt es gut auf den Metallgegenstand, wobei jedoch jede Blasenbildung vermieden werden muß, und läßt es hierauf an der Luft vollkommen trocken werden, ehe man weiteres Bearbeiten damit vornimmt. An gußeisernen Walzen von 25 cm Durchmesser und 60 cm Länge, die auf diese Weise mit Leder überzogen wurden, haftete das letztere so fest, daß es, ohne zu zerreißen, nicht wieder loszubekommen war.

Reinigen der Fußböden, Thiiren und Fenster« bekleidungen. Gefirnißte Fußböden und mit weißer Oel- färbe angestrichene Thüren, Getäfel, Fensterbekletdungen re. pflegt man häufig mit Bürsten zu reinigen, die in eine Lösung von Schmierseife eingetaucht werden. Der Schmutz wird da­durch allerdings entfernt, aber auch die Oelfarbe und nament­lich der Firniß stark angegriffen. Gleiche Wirkung haben Seife und Soda. Weit besser ist es, die Reinigung dieser Gegen­stände mit Salmiakgeist vorzunehmen. Zu diesem Zweck ver­dünnt man den gewöhnlichen Salmiakgeist mit der 6-, 8- oder 10-facher Menge Regen- ober Nußwasser, je nachdem der zu reinigende Gegenstand mehr oder weniger Werth hat, und putzt ihn mittelst eine» Schwammes oder einer Bürste ab. Auch den Fliegenschmutz kann man von Oelgemälden von lOfach verdünntem Salmiakgeist leicht und ohne Gefahr für das Ge­mälde entfernen.

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Petroleumstecken aus weißen Fußböden zu entfernen» Zu diesem Zwecke bedient man sich eine» Ge­menges aus drei GewichtStheilen trockenen Thonpulver» und einem GewichtStheile kohlensaurer Natron», wovon man bei« Gebrauch nur eine kleine Menge mit Wasser anzurühren und in Form eine» Breie» auf die Flecken aufzustreichen braucht. Schon nach 6 bi» 8 Stunden sind die Flecken verschwunden, worauf der Fußboden gewaschen wird.

Vermmehtrs.

Kindlicher Wunsch. Herr:LebenSie wohl, mein Fräulein, morgen reise ich nach Egypten." Backfisch:Da werden Sie doch auch den Nil ansehen?' Herr: ,,O gewiß: soll ich Ihnen vielleicht Wasser au» demselben mit­bringen ?" Backfisch:Nein, aber ein Fläschchen Krokodils- thränen, wenn ich bitten darf."

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Ein Renommirschnitt- Fähnrich (zum Barbier): Schneiden Sie mich ein wenig, damit man steht: ich bin rasirt!"

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Mißverständniß. Arzt (zu Fräulein Eulalia, die ihn wegen eines Unwohlsein» consultirt hat):Bitte, zeigen Sie mir Ihre Zunge! So und jetzt reichen Sie mir Ihre Handl" Fräulein Eulalia (erröthend):O, Herr Doctor da» kommt so plötzlich--1"

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Immer nobel- Sie:Du, was werden wir schenken der Bertha zur Hochzeit? Schenkt ihr die Emilie ein silberne» Kaffeeservice für 25 Personen, die Ottilie ein silberne« Thee- feroice für 50 Personen I Werd' ich ihr schenken ein silbernes Theesieb für 75 Personen!"

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Verschnappt. Hausfrau:Sie haben also einen Bräutigam! Wie heißt er denn?" Dienstmädchen:Einer heißt Müller!"

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Vorsorglich. Trudchen:Was thust Du denn da?" Maxchen:Ich versteck' den Stock heute giebt es ja Zeugnisse!"

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Herausgegeben. Fräulein (abwesend):O, mein lieber Herr Doctor, mir sind alle Männer Luft!" Doctor: So? Dann scheinen Sie aber eine große Freundin von Luftveränderung zu sein!"

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Zarter Wink. Herr:Sie haben einen so zarten, duftige« Namen, mein Fräulein!" Fräulein:Ja, aber ich fange doch schon an, seiner überdrüssig zu werden!"

Redaktion: A. Scheyda. Druck und «erlag der Brühl'schen UniverfiklttS-Buch. und Steindnickcrei (Pietsch & Scheyda) in Ließen.