Ileöer Keizöfm
- Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. LHr. Pietsch) in G'-ßm.
Redaction: A. S ch e h d a.
wie Oefen mit Kohlenfeuer, und daß diese Gasöfen dem Käufer unverhältnißmäßtg theurer, im Gasverbrauch zu stehen kommen. In No. 50 des Fachblattes «Die Eisenzeitung vom 14. Dec. 1893 heißt es: Ein Zimmer von 100 Cubik- meter braucht per Stunde 1 Cubikmeter Gas, um eine Wärme von 14 bis 15 Grad R. zu erreichen. 1 Eubik- meter Gas kostet heute etwa 12 Pfennige, macht also per Tag zu 14 Heizstunden gerechnet 1 M. 68 Pfg. Rechnet man nun im Jahre sieben Monate, in welchen man> HAm muß, so sind dies 210 Heiztage oder an Geld 342 M. 80 Pfg. für einen einzigen Gasheizofen. Kohlen haben eine viel größere Heizkraft wie Gas und stellen sich stark zwei Drittel billiger, würden also nur 114 M. 27 mmatfe«, mithin ergiebt sich eine Ersparniß bei Kohlen von 228 M. 54 Pfg. — Diese Zahlen sprechen für sich selbst.
suchen mußte, daran zu rütteln? Sie war so in ihr Sinnen verloren, daß sie ganz überhörte, wie draußen an die Thür geklopft und diese jetzt leise geöffnet wurde.
(Fortsetzung folgt.)
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Kasernenhofblüthen. Zur Frage der Behandlung der Volksschullehrer beim Militär steuerten die „Lustigen Blätter" seiner Zeit Folgendes bei. Unteroffizier: „Sie, Füsilier Müller, es is en Jlück for Sie, daß wir Befehl jekrtegt haben, die Schulmeester anständiger .zu behandeln. Sonst könnten Sie wat erleben, Sie — Schulmeester! — „Zu Befehl, aber ich bin Assessor." - Unteroffizier : „Wat! Nich Lehrer? Himmeldonnerwetter — nu behandle ick den Kerl schon drei Tage lang wie'n Jrafen und jetz' is er man blos Assessor I"--Unteroffizier: „Sehen Sie, Bakelmann,
wenn Sie nu nich zufällig Lehrer wären, dann würde ick Ihnen sagen: „Nehmen Sie die krummen Knochen zusammen, elendiger Hund, und verschimpfiren Sie mir mit Ihrem ochstgen Känguruh-Rüssel nicht die janze Front!" — So aber sage ick Ihnen blos: „Heute Nachmittag drei Stunden nachexerziren, Herr Lehrer Bakelmann!"
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Kindliche Auffassung. Die kleine Frieda: „Onkel, ich spiele nicht mehr mit Deiner Katze." - „Warum n cht, Friedchm?" - „Weil Sie Stecknadeln rn den Füßen hat-" . .
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Der gute Sohn- „Ihre Kinder sind jedenfalls gut erzogen; sie folgen wohl alle?" — „Nun — es geht an — am liebsten folgt mir mein Aeltester." - "Das ist la recht erfreulich." — „Ja, er folgt mir immer ins Wirthshaus.
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Ein vorsichtiger Ehegatte. A.: „Wie kannst Du nur bei solch' grimmiger Kälte mit Deiner Frau ausgehen ? — B: „Ich wähle just die kältesten Tage für unsere Spaziergänge, denn da sind die Fenster der Modemagazine ganz zu- ! gefroren!" ,
Herbe Kritik- A.: „Zum Teufel! In diesem Con- zertsaal ist es aber schrecklich kalt! Wird denn da gar nicht geheizt?" — B-: „Die mangelhafte Heizung ist Speculatton: Da vämlich den schlechten Leistungen der Capelle kein Applaus gespendet wird, so klatscht das Publikum - um die Hände zu erwärmen!" * ,
Verrathene» Geheimniß. Bei einem Essen, welcher das OsfiziercorpS einer kleinen Garnisonstadt dem inspizirenden General gibt, bedient der Offiziersbursche Knödelmaier. Unter anderem werden auch Faschingskrapfen aufgetragen, vo denen der General zwei herausnimmt. Knödelmaier aber hält die Platte noch immer hin. Auf den fragenden Blick des Generals flüstert er diesem zu: „Drei Stuck kommn auf'n Mann, Herr General!"
schreibt das „Gothaische Tageblatt": „Während man in früheren Zeiten nur die kleinsten Räume und auch drese sogar sehr nothdürstig Heizen konnte, verstehen wir es setzt, selbst durch die größten Gebäude und Hallen, durch Kirchen und Theater eine gleichmäßige angenehme Wärme zu verbreiten, ohne Rauch und andere Mißstände mit in den Kauf nehmen zu müssen. Schon die einfachste
Zimmer fetzt aber Kenntnisse voraus, me sie leider den Meisten auch heute noch zum grüßten Theile abgehen. Vor allem kommt es beim Heizen darauf an, unseren Zimmern mit möglichst geringem Aufwand an Brennmaterial die nö hige Wärme zu verschaffen, ohne dabei die Zimmerluft zu verunreinigen oder sie in bedenklichem Grade auszu« trocknen. Eine Erwärmung unserer Zimmer kann auf zwe Arten zustande kommen, entweder durch unmittelbare Wärme- ausstrahlung des Feuers, wie mittelst der Kamine, oder zugleich durch Wärmeleitung, wie mittelst der Oefen. Dort strahlt das Feuer feine Wärme, wie etwa die Sonne ihr Licht, rasch in gerader Linie aus, hier theilt es seine Wärme einem anderen Körper mit, welcher mit ihm in Berührung kommt und dieser erwärmt letzt um so schneller, I« besser er die Wärme leitet. Von diesen beiden Hauptmethoden ist die Kaminheizung die unvollkommenste, denn der Kamin verbreitet nur in seiner allernächsten Umgebung eine genügende Wärme, sie ist demgemäß auch unserer Gesundheit Rhr wenig dienlich, denn wenn man sich zu dem Zwecke, eine größere Erwärmung zu genießen, dicht vor den Kamin setzt, wird doch immer nur die eine Körperseite erwärmt, während die andere unerwärmt bleibt. Ungleich wirksamer ist bahn auch die Heizung mittelst der Oefen, wie sie in kälteren Ländern allgemein üblich ist. Indessen entsprechen auch unter den verschiedenen Osenconstructionen nur sehr wenige den Ansprüchen, die in Bezug auf bestmöglichste Ausnutzung des Heizmaterials gestellt werden müssen, noch derl hygien schm Anforderungen. - Die „Leipziger Zeitung schreibt- Richard Knorr nahm eine Prüfung der neuerd ngs in Aufnahm kommenen Gasheizungsapparate vom sanitären Standpunkte aus vor und berichtet zunächst über zwei Fälle von Ver- aiitunaen, die auf ausströmende Gase von Gasöfen, welche zur Heizung von Badezimmern benutzt wurden, zurückzuführen L. Knorr untersuchte die Luft in einem Bade' Zimmer, das durch einen „Wafferstromheiz-Apparat mittelst Gas (deutsches Reichspatent No. 27,876) geheizt wurde Es stellte sich heraus, daß der Kohlensäuregehalt der Luft de„ betreffenden Zimmers bedeutend vermehrt und der Sauerstoff auffallend vermindert wurde- Kohlensäuregehalt und Wasser, stoffverminderung standen in keinem bestimmten Verhältnisse zu einander. Da weder die Kohlensäurevermehrung, noch die Wafferstoffoerminderung an sich mcht imstande sind, die be obachteten Erscheinungen zu erklären, so schließt Knorr, daß die erwähnten Vergiftungsfälle auf eine combrnirte Wirkung der Kohlensäureanhäufung und des Sauerstoffmangels zurück- Mitüfirm seien Die Gasheizung rst, wie Knorr sich tm ^Arch. f. Hr>g." und in der „Chemiker-Zeitung" äußert, gefahrlos, nur müssen alle größeren Gasherzungsapparate mit !»ut liebenden Abzügen für die Verbrennungsgase versehen sein. In größeren Städten, wo öfter derartige Gasheizungsapparate Auffstellung finden, wird leider, wie Schreiber dieser Äen sand, nach letzterer Richtung hin wenig gethan.
$ Der „Rhein. Kurier" in Wiesbaden bemerkt des Weiteren zu dem Hetzen mit Gasöfen: Von Fachleuten ist nun längst festgestellt, daß Gasheizöfen lange nicht den Heizeffect haben,


