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Aus deut Tagebuche eines verliebten Gelehrten
dem „Jll. Wr. Extrabl.".)
Mus
Ich liebe:
rum befahl der Landgraf, daß in diesem Jahre das Frühlings« fest, welches alljährlich auf Christi Himmelfahrt im Echzeller Walde, nahe bei Bisses, gefeiert zu werden pflegt, aber mehrere Jahre der Landestrauer und Hexenprocesie wegen unter- ilieb, diesmal sollte abgehalten und gefeiert werden.
Von allen Seiten kamen an jenem Himmelfahrtstage, nachdem der Nachmittagsgottesdienst vorüber, die Unterthanen )er Fuldischen Mark, welches eine ältere Bezeichnung für die Landgrafschaft Hessen-Bingenheim ist, nach dem Festplatze gezogen. Es ist ein herrlicher Hain, von Eichen und Buchen iberschattet, unter denen der süß duftende Waldmeister seine ternartigen weißen Blüthenköpfchen emportreibt. Kuckuck, Amsel, Drossel, Fink und Turteltaube lassen ihre lieblichen Stimmen erschallen, an Wild und allerlei Gethier ist kein Mangel. Ein Kranz von reichen Dörfern und Gehöften, als da sind: Bisses, Grundschwalheim, Echzell, Bingenheim und viele andere liegen in der Nähe, deren Bewohner, Groß und Klein, Alt und Jung, heute festlich geputzt erschienen, denn es hieß: die Herrschaft wolle selber kommen und sich mit den Unterthanen des lieblichen Frühlings freuen.
Auf dem Festplatze waren Tische und Bänke aufgeschlagen, Zelte errichtet, Schaubuden zur Kurzweil und Unterhaltung hingestellt worden. Geigen, Pfeifen, Zinken und Trompeten erfüllten den Wald mit jubelnden Klängen, wozu die Jugend fröhlich den Reigen tanzte. Nun kam die Herrschaft herangeritten. Das gab ein Rufen und Hüieschwenken, daß es wie Donner in die gewaltigen Baumkronen hinaufschallte. Das Volk freute sich, daß es ein so gütiges, prächtiges Fürstenpaar besaß, welches an Freud und Leid der Unterthanen theilnahm. Das landgräfliche Paar war längst wieder nach Hause gezogen, da ertönten noch Hochrufe und gute Wünsche aus dem Volke für das Fürstenpaar. (Fortsetzung folgt.)
Diese 78V2 Kilogramm heißen Marie. Ich wurde diesen Winter Marie in einer Gesellschaft vorgestellt. Ich habe ihr gestern meine Liebe gestanden. Sie sagte, sie sei mir gut. Ich werde um ihre Hand anhalten.*
Ich war heute bei ihren Eltern zum Speisen geladen. Wir küßten uns oft und leidenschaftlich. Sie fragte, warum ich meine Hände immer auf ihren Kopf lege. Ich sagte, das sei meine Gewohnheit. Ich wollte aber nur ihre Schädel- capacität annährungsweise ermittel«.
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Wir fuhren heute in den Prater, die Schwiegereltern in spe, Marie und ich. Auf meine dringenden Bitten'«hin machten wir dann einen Abstecher zum „Watschenaffen". Hier gelang es mir, unauffällig die Dynamometrie ihrer Hände festzustellen. Marie setzte mit beiden Händen 43.7 Kilogramm in Bewegung, mit der rechten Hand 24.7 Kilogramm, mit der linken 19 Kilogramm.
Ich war sehr befriedigt, da diese Ergebnisse mit den Aufzeichnungen von Regnier übereinstimmten.
„Wo habt Ihr die guten Sachen her, Meister Eckert?" fragte Quassel überlaut den am oberen Ende der Tafel sitzenden Kaminfegermeister.
„Schinken und Würste stammen aus Eurem Rauchfange." „Seid Ihr toll, Meister!" rief Quassel und schnellte, trotz seiner Dicke und seines gefüllten Magens, empor wie eine Uhrfeder.
„Nicht im Geringsten, Herr Postmeister. Ich selbst habe sie vor drei Tagen nächtlicher Weile aus Eurem Rauchfange abgehängt, wobei mir das Mißgeschick passirte, wegen einer brechenden Stange auf Euren Herd herab zu stürzen und einen Höllenlärm zu verursachen. Das lockte Euch mit Eurer „Teufels Geissel" herbei, Ihr ließet fürchterliche Beschwörungsformeln los —"
„So haltet doch Euer Lügenmaul!" rief Quassel und schlug mit der Faust auf den Tisch.
aber sie übten keinen Eindruck auf mich aus," fuhr Eckert fort. „Zuletzt habt Ihr mir noch selber Thür und Thor geöffnet, damit ich ungehindert wegspazieren konnte und bedauere nur, daß wir die schöne, dicke Leberwurst, die schon angeseilt war, im Stiche lassen mußten. Habt sie wohl am anderen Morgen auf dem Feuerherde gefunden?"
„Allerdings, aber sie war in den mit Wasser gefüllten Kroppen gefallen!" rief Quassel zornig. „Und dann?"
„Dann ging ich zwei Häuser weiter, fand meine beiden Gesellen Breitenbach und Burkhard mit den stibitzten Sachen, die uns so unvergleichlich geschmeckt haben. Ihr Geizhals seid heute zu Eurem eigenen Fleisch und Blut eingeladen worden. Mit Eurer „Teufels Geissel" und Bannerei ist es eitel Unsinn und Dummheit. Wir hoffen, daß Euch dieser Denkzettel nicht so bald aus dem Gedächtnisse schwinden wird."
Großes Gelächter erscholl. Quassel versuchte mitzulachen und gute Miene zum bösen Spiele zu machen, es wollte aber nicht recht gelingen. Nach einer halben Stunde, als alle Theilnehmer recht lustig waren und den tollen Streich zum dritten Male hören wollten, schob Quassel unversehens durch die Thüre und eilte nach Hause.
Mehrere Wochen ließ er sich nicht blicken, er hieß, er litte an Kolik und Magenkrämpfen. Im darauffolgenden Jahre versetzte ihn der Fürst Thum und Taxis in die Churpfalz. Dort versuchte Quassel seine Aufschneidereien ebenfalls anzubringen. Die weintrinkenden Pfälzer, die viel hitziger und bei weitem nicht so langmüthig sind, wie die Wetterauer, dabei auch noch eine sehr lebhafte Phantasie besitzen, merkten dem Postmann bald seine Schnacken und Sputzen ab- Wenn er anfing, aufzuschneiden, übertrumpften sie ihn gewaltig, machten ihm solchen blauen Dunst vor, daß es ihm ganz einfältig und unbehaglich wurde und er sich, als er mehrere Schoppen neuen Weines zu sich genommen, eines Tages nicht anders zu helfen wußte, als daß er grob wurde. Da kam er bei den Pfälzern sehr übel an; sie gerbten ihm weidlich das Fell, warfen ihn zur Herberge hinaus und verhießen ihm noch viel saftigere Prügel, wenn er sich je wieder unterstünde, den Leuten Bären aufzubinden.
Was zuletzt noch aus ihm geworden, ist nicht ausfindig zu machen gewesen.
Siebentes Kapitel.
Am 6. Mai 1658 verkündeten Karthaunenschüffe den Bewohnern der Landgrafschaft Hessen-Bingenheim, daß der Herrschaft wieder ein Prinzlein geboren worden, welches in der heiligen Taufe den Namen Karl Wilhelm erhielt und ein gesundes, starkes Knäblein war. Dessen freuten sich die Herrschaft und Unterthanen, denn das noch lebende Knäblein Leopold Georg, geboren am 15. October 1654, war nicht fest in der Gesundheit. Da nun der Wonnemonat Mai desselbigen Jahres fein und lieblich sich erwies, die Angst und heimliche Furcht der Menschen: durch rachsüchtige Denunciation als Zauberer und Hexen in Elend, Banden, Noth und Tod gerathen zu können, fast geschwunden war, fühlten sich die Bewohner froh und zufrieden, wie sie e» lange nicht gewesen. Die Trauer wegen Ablebens der fürstlichen Kinder war auch vorüber, da
44
Kilogramm
Sauerstoff,
22
II
Kohlenstoss,
7
II
Wasserstoff,
1.75
Calcium,
1.72
II
Stickstoff,
0.80
II
Phosphor,
0.80
II
Chlor,
0.10
II
Schwefel,
0.08
II
Potassium,
0.07
ii
Sodium,
0.05
ii
Magnesium,
0.04
ii
Eisen-


