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Eines Nachmittags ging Ella ebenfalls wieder in den
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roÜrb3Ä schlich mich heim, unsäglich unglücklich und fast ge-. brachen, doch fest entschlossen, wie ich handeln wollte. Als Ella nach fast zwei Stunden wiederkehrte, ließ ich sie zu mir kommen, erklärte ihr, daß ich nun wiffe, wie sie uns hintergangen habe und welches Herzeleid sie uns noch weiterhin bereiten wolle.
I war auch ganz besonders zärtlich und aufmerksam für uns. , Ich fühlte das Verlangen, hinter meines Kindes Gehemnißzu kommen, denn daß sie ein solches befaß, war mir völlig außer *| Zweifel, aber doch sträubte sich mein innerstes Empfinden da«
und ihr versprechen, die ganze Sache nie wieder zu erwähnem
Im Frühjahr bemerkte ich zum ersten Male, daß Ella sehr häufig und zwar gegen ihre sonstige Gewohnheit spazieren
Albrecht von Lasiow saß indessen bei der alten Gräfin im Wohnzimmer und lauschte ernst und tieferregt der Erzählung der alten Dame, wodurch ihm die Angst der Gräfin vor b” M ich « M M.
Namens Ella hatte," begann die Gräfin- ,,Damals, als die traurigen Begebenheiten spielten, Ahlten Sie erst zehn Jahre und mein Mann war so krank und menschenscheu, daß er jeden Verkehr mit den Nachbarn mied. Erst später habe ich die-
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wieder zuruck. I f6ren etnen außerordentlich freute. Sie hatte ein sehr schönes
Thekla war verstummt und sehr bleich ge , h I Russin erhalten, es stand ihr vortrefflich und wir
Hand zitterte, als sie den Kaffee eingoß und fre ^ahm I P u„b ^ücklich. Am Tage vorher besuchte
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bei dem Fortgehen. o . ,« I Qefertlf batte. Auch er war am folgenden Tage als ungari«
„Adieu," Tagte sie tonlos, „grüße Lucie! scher Magyar auf dem Balle - und damit begann das Un«
Unten verhallten die Hufschläge von Albrechts Pferde, gj @r6^ar der That ein schöner, eleganter Mann und Schritte kamen dann langsam den Corridor entlang und die « daß er Ella zärtlich, hingebend liebte. Sie kam
Zimmerthür öffnete sich, aber noch stand bas schöne Mädch V leuchtenden Blicken, athemlos, glückselig vom Balle zurück; wie gelähmt, bis sie endlich beim Klange einer melodisch heimlich an, denn es schien mir, als sei eine
schmeichelhaften Männerstimme zusammenzuckte. [ Veränderung mit ihr vorgegangen, die ich mir doch auch wie«
„Weshalb so traurig, Fräulein Thekla? Draußen lacht erklären konnte. Wir blieben noch einige Tage, Ella
die Sonne am blauen Himmel und mein Herz sehnt sich nach -T au=gereQtf meinte oftmals heimlich, wenn sie sich un- einem Blick Ihrer Augen." .rmiberte Thekla beobachtet meinte, und konnte dann wieder völlig unmotrvirt
„Guten Morgen, Herr Bellarino!" erwiderte Tyekta ?affen Göhlich sein. , , o
gepreßt. „, ,, I Ich machte meinen Mann auf diesen eigenthümlichen Zu«
„Muß ich denn abermals darum stehen, mich Leo zu I aufmerksam, doch er meinte nur lächelnd: „Laß sie ge«
nennen," flüsterte er leidenschaftlich, sich über Thekla neigen . I Kind! In unserem stillen Heim wird sie ihr Gleich« „Wenn Sie wüßten, welche Gluthin meiner Seele erwachte, I zurückerlangen, welches all' die glänzenden Emdrücke seit ich Sie zuerst erblickt, würden Sie mit dem armen Künstler Wt gebracht."
Mitleid haben - und ihn erhören." Wir kehrten heim; Ellas Traurigkeit nahm aber zu, sie
„Sprechen Sie nicht so, Leo, wenn man ihre göttliche I ^tmat8 in Zimmer ein, nahm, wenn wir zur
Kunst hörte," hauchte Thekla, und sie litt es,tzaß er vor ihr I gM^ fuhren, Briefe mit, die sie eigenhändig beförderte und niederkniete und ihre Hände mit Küsten bedeckte. . Dermal selbst in die Post, „um sich Briefmarken zu
„Hier möchte ich immer liegen und zu derJWttta »netne« ^len". Später erst brachte ich in Erfahrung, daß sie post« Herzens beten," murmelte er glühend. „O, Thekla, Sre haben b Briefe abholte. .
mich zum Glücklichsten und auch Elendesten der Sterblichen « Winter verging, der Frühling kam und unser Kind gemacht. Ich werde Sie nie mein Weib nennen dürfen. Es | ® etenb. magerte ab, klagte über Müdigkeit,
steht eine große Kluft zwischen uns." .Appetitmangel und brach häufig mitten im Gespräch m heiße
„Mein Bruder beobachtet uns," sagte das schöne Mädchen P? uin diese Zeit warb ein entfernter Vetter um
etwas verwirrt, doch Unfalls glücklich, „aber er kann uns I uflb mtr ^tten Beide von Herzen gewünscht, daß Ella Ja nicht trennen — ich bin frei und selbständig. , , f I We. Doch es gab nun eine hestige Scene, wobei sie erklärte,
„So soll ich aber doch wohl noch heute mein ruheloses I 0 (ieber be„ Teich stürzen zu wollen, als den Vetter zu Dasein fortsetzen und Dein süßes Antlitz flichen. Geliebte, Kathen. Wir konnten weiter nichts thun, nur fie beruhigen saate er zärtlich und dann hatte er plötzlich den Arm um sie | w# nie wieder zu erwähnen,
geschlungen, ihr Haupt sank an seine Schulter, er flüsterte ^NVL7°L« r L » *««*««-1K’Tä G ich liebe Sie ja auch — o, und ich darf es doch nicht, stam« 1 a 1 - <• <- "-‘«i für «ne.
nulte fie in abgeriffenen Sätzen.
Sie wand fich los aus seinen Armen uA floh wie ein gehetztes Reh, er aber sah ihr mit glühenden Blicken nach. . uuct uviy -....
„Ein herrliches Weib! Kein Vergleich mit dem langweilig I J «e heimlich zu beobachten und erst nach längerem Kampfe ängstlichen, kleinen Vergißmeinnicht. Wenn ich armer Teufel I m(t mir f^bst entschloß ich mich dennoch dazu.
nicht den Geldpunkt in Betracht ziehen müßte — noch heute @tne8 Nachmittags ging Ella ebenfalls wieder in den würde ich mit der schönen Thekla fliehen- Aber erst muß ich Waltz und ich folgte ihr in einiger Entfernung, ohne daß sie
ergründen, ob Comteßchen wirklich ein Goldfisch rst oder nich^ I eine ^ßnung davon hatte. Da plötzlich blieb sie stehen, mitten
Haha, es spielt sich ganz gut mit doppelter Karte, wenn ich {n ber juttgen Tannenschonung drüben am Vorwerk, und gleich
nur auch rechtzeitig einen Ausweg finde und nicht Memländ- barQuf trQt eltt schöner, eleganter Mann etwa Mitte der zwan«
lichen Othello, genannt Albrecht von Laffow, in die Hände I { Jahre zu ihr. Die innige Begrüßung Beider benahm
- " 9 ' mir sogleich jeglichen Zweifel an ihrem Verhältnis zu einander.
Es war ein Stelldichein zweier Liebenden, bei dem ich Zeuge wurde. Aus ihren Gesprächen enthüllte sich mir dann auch die ganze Sachlage; sie liebten sich und verabredeten einen Fluchtplan, im Fall wir Eltern unsere Einwilligung versagen


