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Criminal-Novelle von W. Roberts.

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Hand und bei dem Scheine dieses Lichtes allein die dunkle Gestalt gesehen haben. Beobachtung nicht auf, Herr Matthey?"

Diener, dem ich mich bei dem Haustreten noch einmal zu« wandte."

Mannes zu lesen,aber es ist sehr wahrscheinlich, daß in der Angelegenheit noch einmal vernommen werden dann bitte ich mir die volle Wahrheit aus!"

Wenn ich vor Gericht die ganze Wahrheit über

Unterredung sagen muß, so werde ich sie sagen," antwortete der Maler und eine dunkle Röthe schoß ihm in's Gesicht.

Haben Sie irgend einen Verdacht, Herr Matthey, wer den Raubmord begangen haben könnte," frug diesen jetzt der Criminal-Jnspector.

Nein, durchaus keinen. Wie sollte ich einen Menschen kennen, der einen so edlen Mann wie meinen Onkel beraubt und ermordet hat!"

Haben Sie, als Sie letzte Nacht dieses Haus verließen, auch gar nichts Verdächtiges bemerkt, Herr Matthey?" forschte nochmals der Criminal-Jnspector.

Etwas direct Verdächtige» habe ich nicht bemerkt," ent­gegnete dieser,aber mir war es, als ich das Haus verließ und der Diener die Thür hinter mir schloß, als wenn hinter dem Diener eine dunkle Gestalt hinhuschte."

Wie meinen Sie das, Herr Matthey? Bemerkten Sie diese dunkle Gestalt im Hausflur oder vor dem Hause?"

Im Hausflur hinter dem mir die Thüre öffnenden

Sie fiel mir gar nicht auf, denn ich hielt die Gestalt für meinen oder für de» Dieners Schatten, da mir der Ge­danke gar nicht kommen konnte, daß sich Jemand im Haus­flur meines Onkels verborgen halten sollte. Erst als ich heute Morgen die schreckliche Kunde von dem Raubmorde hörte, fiel mir meine gestrige Beobachtung wieder ein und ich halte es jetzt für möglich, daß das, was ich letzte Nacht bei dem Ver­lassen des Hauses sah, kein Schatten, sondern eine wirkliche Gestalt und dann wahrscheinlich diejenige de» Raubmörders gewesen ist."

Sie werden in dies er Angelegenheit, wie schon der Herr Staatsanwalt bemerkte, wahrscheinlich noch weiter vernommen werden, Herr Matthey. Jetzt möchte ich mir nur noch Ihre Wohnung aufschreiben."

Steinstraße sieben, zwei Treppen hoch," berichtete der Maler.Nun möchte ich nur noch erfahren, ob ich nicht doch noch heute meinen Onkel sprechen kann," bemerkte er dann noch.

Die Herren Aerzte sind jetzt augenscheinlich viel um die beiden Patienten beschäftigt," sagte jetzt der Staatsanwalt, und es dürfte sich empfehlen, daß Sie heute Nachmittag oder gegen Abend sich wieder nach dem Zustande des Herrn Com- merzienrathes erkundigen, denn augenblicklich können Sie doch über den Verwundeten keine andere Auskunft erhalten, als wie Ihnen solche bereits zu Theil wurde."

Der Maler machte darauf eine tiefe Verbeugung vor den beiden Herren und verließ wiederum das Haus.

Dieser Herr Matthey macht auf mich einen merkwürdi­gen Eindruck," bemerkte der Staatsanwalt zu dem Criminal- Jnspeclor, als der Maler fort war.Es lag so etwas Un­natürliches, Gekünsteltes in seinem Auftreten, und daß er mir den Inhalt der letzten Unterredung, die er diese Nacht mit dem Commerzienrach hatte, zu verschweigen für nothwendig fand, das gefällt mir gar nicht."

Einen besonders guten Eindruck hat der junge Mann auf mich allerdings auch nicht gemacht," entgegnete der Eriminal- Jnfpecior,indessen muß man bei jungen Künstlern, welche oft Schulden haben und in delicate Affairen verwickelt find, bei der Beurtheilung ihres Auftretens auch oft einen ganz anderen Maßstab anlegen, wie gegenüber anderen Personen.

(Fortsetzung.)

Warum blieben Sie mit Ihrem Onkel noch eine halbe Stunde allein?" forschte der Staatsanwalt weiter.

Weil ich mit meinem Onkel noch eine Unterredung hatte," antwortete der junge Maler.

War die Unterredung <ehr wichtig?"

Jawohl, sie war sehr wichtig, sonst hätte sie nicht nach zwölf Uhr stattgefunden."

Ich bin der mit der Untersuchung dieses Raubmordes betraute Staatsanwalt und frage Sie als Beamter, Herr Matthey. Wollen Sie mir daher vielleicht den Inhalt der Unterredung anvertrauen, die Sie in der verhängnißvollen Nacht mit Ihrem Onkel hatten?"

Nein, das kann ich nicht," entgegnete der Maler, energisch abwehrend,denn es handelte sich um eine sehr discrete An­gelegenheit."

Nun, ich will Sie jetzt zu keiner Ihnen peinlichen Aus­sage zwingen, Herr Matthey," bemerkte der Staatsanwalt und suchte mit scharfen Forscherblicken in dem Antlitze de» jungen

ELZM.

1894.

AnrerchalLungsblatt jum Gietzener Anzeiger (General-Anzeigers ___________________-i.

Donnerstag, een 20. December.