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Lola versucht, in der Dämmerung etwas zu erkenne«. ! Vergebens. Ihr Auge ist ungeübter, al» das der Küsten» j bewohner. Sie sieht nur graues Halbdunkel und einen schwarzen | Punkt — das Wrack.
Die Leute fahren fort, Hurrah zu schreien. Sie nennen Gerald einen Helden, einen großen Helden. Aber Niemand fällt es ein, ihm zu Hilfe zu kommen.
Mit starken Armen die Wellen zertheilend, manchmal über dem Wafler schwebend, manchmal in demselben verschwindend — so naht Gerald langsam dem Ufer. Doch plötzlich läßt seine Kraft nach- Der leblose Körper in seinen Armen erschwert das Schwimmen. Mit Aufbietung seiner letzten Kräfte gibt er sich einen Stoß und fliegt auf das felsige Ufer.
(Schluß folgt.)
Geineinniltziges.
Bienenhonig für Kinder. Kinder, welche schnell wachsen und infolgedesien blaß und schwächlich aussehen, haben zumeist großes Verlangen nach Süßigkeiten. Dieser Trieb beruht auf dem Bedürfnis, dem Körper Stoffe zuzu- führen, welche rasch und unmittelbar ins Blut gelangen und so den intensiven Lebensproceß vermitteln. Hierher gehört vornehmlich der Zuckerstoff, welcher im Körper sozusagen als Heizstoff Verwendung findet. Nun bietet uns aber die Natur einen reinen Süßstoff, der durch seinen hohen Gehalt an Traubenzucker und durch fast gänzlichen Mangel an Stickstoff am leichtesten ins Blut übergeführt wird, das ist der Honig. Man gebe den Kindern deshalb ausgiebig Honig, und so oft wie möglich. Besonders empfiehlt sich zum Frühstück warme, mit Honig versüßte Milch mit gutem Hausbrot. Das ist das gesündeste, schmackhafteste und verdaulichste Frühstück; besonders im Winter kann nichts zum Gedeihen der Kinder mehr beitragen, als solche Nahrung. Während Milch und kräftiges Brot die Kinder gut nährt, erwärmt der Honig den Körper und stärkt die Athmungsorgane.
Die Reinigung von allerhand Lederfachen. Die Hellen Lederschuhe und Gürtel können am einfachsten und leichtesten gereinigt werden, indem man zunächst den Staub abbürstet und sie dann mit ganz weichem Bürstchen mit lauwarmem Waffer und weißer Kernseife abseist, mit einem Schwamm nachspült und ruhig trocknen läßt. Doch gilt dies nur für Helle Ledersachen, die dunkelfarbigen Schuhe und Gürtel reinigt man mit Salmiakgeist, den man gut mit Waffer verdünnt. Reisetaschen, Handarbeitskasten, glatte Ledereinbände von Büchern und Albums, auch gute Schreibmappen erhalten wieder ein neues Ansehen, wenn man sie mit weichem Tuch mit geschlagenem Eiweiß abreibt, doch müffen zuvor etwaige sich vorfindende Flecken entfernt sein. Auch diese gelingt es der Hausfrau zu vertreiben, wenn sie nicht zu alt sind. Fettflecken werden mit Hirschhornsalz entfernt. Man löst es mit heißem Waffer auf, läßt die Lösung lauwarm werden und reibt mit derselben die Ledersachen so lange, bis sich Schaum bildet. Dann reibt man das Leder trocken und hernach mit geschlagenem Eiweiß. Tintenflecken laffen sich nur in frischem Zustande entfernen und dann, ohne daß man schon vorher Waffer an die Sachen gebracht hat. Man feuchtet die betreffenden Stellen mit ganz wenig Waffer leicht an, und verreibt auf der feuchten Stelle einige Körnchen Weinstein, der allerdings zu Anfang den Fleck roth färbt. Durch mehrmaliges Nachspülen mit klarem Waffer verschwindet die Farbe und der Fleck mit ihr. Nach dem Trockenreiben des Leders erfolgt hierauf, wie bei den anderen Sachen, ein Einreiben mit geschlagenem Eiweiß.
Auf der Polizei. Polizeibeamter: „Ihr Name?" — Schauspieler: „Carl Meyer." — Polizeibeamter: „Ihr Stand?" — Schauspieler: „Acteur." — Polizeibeamter: „Sprechen Sie gefälligst deutsch, wenn Sie mit königlichen Behörden verkehren, hier zu Lande sagt man Actuar."
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Falsch verstanden. Offizier: „Sagen Sie mir, Kadett Müller, warum soll der Offizier im Felde mit guten Karten versehen sein?" — Kadett: „Weil das Kartenspielen im Bivouak oft das einzige Vergnügen ist."
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Ein Geschäftsgeheimniß- Der Schul-Jnspsctor besucht die Abendstunde der Gewerbeschule und legt einem Knaben die Frage vor: „Welchem Stande gehörst Du an, mein Sohn?" — „Ich bin Buchdruckerlehrling." — „Schön, kannst Du mir wohl sagen, wer die Buchdruckerkunst erfunden hat?" — Lehrling (nach einer Pause): „Nein, da« geht nicht, der Meister hat mir verboten, über's Geschäft zu sprechen."
Weihnachts-Epistel.
Das Weihnachtsfest, es stehet vor der Thür, Wunschzettel hat gar Mancher schon geschrieben, Das ist fürwahr am besten die Manier, Wie man bekundet seinen Wunsch den Lieben. Nun wird manch' Schatz, der wohlverwahrt geruht In einer Büchse tiefem, dunklem Grunds, Und manch' vom Wirthschastsgeld gespartes Gut An s Tageslicht gebracht zu dieser Stunde. Und wenn nun sestgestellt, daß dies und jenes mag Bescheeret sein, den Großen und den Kleinen, Dann kommt für Alle wohl die Frag' — Wo man ersteht die Schätze für die Seinen!
Nun herrscht der Glaube, daß je weiter her Die Gabe, die den Weihnachtstisch Dir zieret, Je besser auch; — allein bei meiner Ehr, Davon hab ich bis jetzt noch nichts gespüret. Einbildung ist's, ich sag es frank und frei, Und geb es schriftlich einem Jeden gerne, Wenn es da heißt, daß dieses schlechter sei Am Platze hier, als Jenes aus der Ferne.
Das Geld ist Geld, und Waare — Waare bleibt, Ob sie daheim, ob auswärts ist erstanden, Und Handel Niemand doch zu seinem Schaden treibt. Der Kaufmann bleibt sich gleich in allen Landen. Nun frag ich Euch: „Könnt Ihr dasselbe Stück, Das Ihr nach Rennen, Auf- und Abwärtstraben Bringt aus der großen Stadt in Euer Heim zurück, Nicht ebenso bei uns am Platze haben?" Ich denke doch! Und wahrlich, in dem Preis Der Waare werdet Ihr nicht übertheuert, Denn auch bei uns ein jeder Kaufmann weiß, Daß den Besuch Ihr nie sonst mehr erneuert. Und was die Auswahl anbetrifft — ich meine, Daß man erst sehen muß, eh man ein Urtheil spricht, Und daß die Herrlichkeiten all im Kerzenscheine Euch nicht gefallen, — ei, das glaub ich nicht.
Denkt doch daran, daß sich das ganze Jahr Der Kaufmann redlich plagt, und nun zum Weihnachtsfeste, Das auch für ihn voll rosiger Hoffnung war, Da nehmt Ihr ihm gerad das allerbeste;
Denn glaubt doch nicht, daß es so sehr pläsirlich Zu schauen selbst nur all die Sachen an, Die er da aufgebaut so hübsch und zierlich, Wie in der großen Stadt man's nimmer besser kann. Drum nehmt zu Herzen Euch die Worte mein. Dann seid zum Weihnachtsfest Ihr doppelt auch zufrieden, „Am Wohnort kaufen!" soll die Losung sein, Und Allen sei ein gut' Geschäft beschieden!
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei Gr. Lhr. Pietsch) in Gicßeu,


