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G-ineiirirützises.
Ampel für den Christbaum. Man nimmt zu diesen reizenden Ampeln möglichst große Eier, die man aus« bläst und von denen man die Spitze glatt abschneidet. Dann bemalt man sie mit Emaillesarben recht leuchtend oder bronzirt fie in den verschiedensten Metallfarben, sticht mit spitzer Scheere Sterne, Mond oder Sonne aus und hinterklebt diese Stellen mit Gelatinepapier. Auf dem Boden des Eies befestigt man ein keines Wachslicht und gießt den Raum bis zur Höhe des Lichtes mit Wachs aus. Aus Silbsrfiligran fertigt man ein zierliches Gehänge, welches man mit bunten Seidenfäden an dem Ei befestigt, oben zufammenfaßt und fo die Ampel am Baum aufhängt. * ,
Haselnüsse kann man zu Silberkugeln umwandeln, wenn man sie in viereckige Stückchen Staniol schlägt, die Enden oben zu einem Köpfchen zusammendreht und die Nüsie an feinem Faden an dem Baum befestigt.
Das Keimen der Kartoffeln im Keller zu Ende des Winters ist ein bisher durch kein Mittel zu verhindernder Uebelstand, der den Stärkegehalt der Knollen bedeutend ver« mindert, da die Keime die Stärke zu ihrem Wachsthum brauchen. Nun hat der französische Botaniker und Professor der Landwirthschaft Schribaux ein ebenso einfaches wie billiges und wirksames Mittel gefunden, um den Kartoffeln die Keimkraft zu nehmen und dieselben auf lange Zeit gut und mehlig zu erhalten. Dasselbe besteht einfach darin, daß man die Kartoffeln im Herbst gut wäscht und nachher in höl« zernen Trögen mit Wasser übergießt, dem 1 bis 2 pCt. Schwefelsäure beigemischt ist. In dieser Flüssigkeit läßt man die Kartoffeln 10 bis 12 Stunden und ist die Wirkung derart, daß die Säure die korkartige Schale nicht angreift, dagegen die Keimaugen, welche die Knospen darstellen, zerfrißt und keim« unfähig macht. Die Säure fchadet den Kartoffeln fonst in keiner Weise und läßt sich durch nachheriges Waschen mit reinem Wasser entfernen. Das billige Mittel empfiehlt all- gemeine Beachtung, nur dürfen die zu Samenkartoffeln ausersehenen Knollen natürlich dieser Behandlung nicht unterworfen werden. #
Um unverfälschte Leinwand zu erkennen, beleuchte man die Probe mit Leinöl. Hierdurch bekommt die Leinenfaser beim Durchscheinen das Ansehen wie geöltes Papier, die Baumwollenfaser bleibt weiß und wird nicht durchscheinend.
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Gegen das Verrosten von Stahlinstrumenten bietet das Kalciumchlorid durch seine Anziehungskraft für Feuchtigkeit einen sicheren Schutz. Man bringt einige Stücks desselben in einen Glastrichter, welcher in einer Flasche steckt. Das Ganze setzt man in den Kasten oder Raum, in dem sich die betreffenden Gegenstände aus Stahl befinden. So lange Kalciumchlorid stch im Trichter befindet, wird es die Feuchtigkeit aus der umgebenden Luft an sich ziehen und dadurch das Rosten des Stahls verhindern. Mit einer Füllung des Trichters reicht man monatelang aus.
Wildschweinsrücken aus wallonische Art. Man marinirt den Rücken eines jungen Wildschweins 1 bis 2 Tage, bestreut ihn mit etwas Salz und brät ihn in einem Theile der Marinade, die man mit IV2 Liter aufgelösten Liebigs Fleifchextraet vermifcht hat, unter fleißigem Begießen eine Stunde im Backofen. Dann legt man auf den Braten fingerdickes, mit Rothwein angefeuchtetes Schwarzbrod, drückt es fest an und läßt es krustig braten, wobei man es oft mit dem Bratenfette beträufelt. Den fertigen Braten servirt man mit einer Kirschensauce.
Saure Milch. Di« frische Mich wirb gekocht, und nachdem sie etwas abgekühlt ist, wird ein Löffel voll saure Milch 'oder Rahm dazu gegeben, wodurch die zum Sauerwerden nöthigen Clemente wieder ,in der Milch vorhanden sind. Durch dieses Verfahren wird bezweckt, daß^alle Krankheitsstoffe getödtet sind, die Sauermilch aber ist .auch so viel bester, als von ungekochter Milch, so daß, wer sie einmal ge« geffenZhat, keine andere mehr mag.
Vermischtes.
Ein bekehrter Sünder. Ein Pfarrer im Westen der Union hatte einen biederen Farmer zum Nachbar, besten Gewohnheit es war, Sonntags auf die Jagd zu gehen. Auf des Ersteren Zureden schloß sich nun Letzterer der Kirchenge- meinde an und versprach, den Sabbath zu heiligen. Ein Freund beider Männer fragte nach einigen Wochen den Pfarrer: „Bemerken Sie eine wesentliche Aenderung an Freund P., seitdem er Kirchenmitglied ist?" — „Gewiß," antwortete Hochwürden, „früher ging er mst der Büchse auf der Schulter auf die Jagd — jetzt trägt er sie unter dem Rock."
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Ab gefertigt. Eine nicht mehr junge, unverheirathete Dame, Blaustrumpf und Kokette, gerieth in einer Gesellschaft mit einem Herrn in Streit und bediente sich dabei so verletzender Ausdrücke gegen denselben, daß er endlich die Geduld verlor und ihr eine etwas scharfe Antwort gab. „Wissen Sie nicht, was Göthe sagt?" rief die Dame zornig aus. „Willst Du genau erfahren, was sich ziemt, so frage nur bei edlen Frauen an!" — „Aber nicht bei Jungfrauen," versetzt ihr Gegner lakonisch.
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In der Verlegenheit. Tänzerin (welche bemerkt, daß ihr Tänzer die Handschuhe ausgezogen hat, und fürchtet, daß er ihr Kleid beflecken wird): „Möchten Sie nicht die Handschuhe anziehen, Sie werden sich erkälten!" ♦ ♦
Vor der Gardinenpredigt. Frau: „Jetzt habe ich vier Stunden gewartet, daß Du aus dem Wtrthshaus heimkehrst!" — Mann: „Und ich dort vier Stunden, daß Du einschlafen solltest!" » ♦
Der gescheite Hund.* A.: „Sehen Sie mal, das ist der Schnauzel vom Nachbar. Ich sag' Ihnen, der ist klüger als sein Herr." — B. (nachdenklich): „Solch einen Hund hab' ich auch einmal gehabt!"
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Liebenswürdig. Taschenspieler (auf einen großen offenen Schrank deutend): „Jetzt, meine Herrschaften, erlaube ich mir die SchlußpiZce vorzuführen. Ich bitte eine beliebige Dame aus dem Publikum, auf die Bühne zu treten und sich in den Schrank zu stellen. Darauf werde ich denselben schließen. Wenn ich ihn dann wieder öffne, wird die Dame spurlos verschwunden sein!" — Herr (leise zu seiner Frau): „Du, Alte, thu' mir mal den Gefallen, geh' hinauf!"
Amerikanischer Nattonalstolz. Lehrer: „Wie heißt der erste Mensch?" — Schüler: „Georg Washington." — Lehrer: „Nein, Adam war der erste Mensch." — Schüler (verächtlich): „Ach ja, wenn Sie die Ausländer auch mitrechnen!"
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P r ahlerei. In einer Gesellschaft erwähnte ein Re« nommist eines Streites mit seinem Nachbar und erzählte: „Ich warf den unverschämten Kerl die Treppe hinunter, daß er den Hals brach; nun geht der Schuft hin und verklagt mich!"
Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckern (Fr. 8hr. Pietsch) in Gießen.


