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Publikums im Fluge eroberten. Abergestochen" wird deshalb j doch kaum weniger. Wenn man mit der Eisenbahn an den I Moorculiuren vorüberfährt, dann steht man die schwarzen s Zieael noch wie vor ausgespeichert. Sie wüsten sich wohl ein anderes Gebiet erobert haben. Und dann: die Torferbe findet eine ausgedehnte Verwendung auf hygienischem Gebiete- Die Menschheit ist kränker geworden, als sie früher war, oder sie bildet es sich ein. Schlammbäder gehören zu den häufigen Verordnungen, heute gibt es in jeder Stadt ein kleines Franzensbod. Und dann ist in jüngster Zeit eine allerlrebste Notitz von fachmännischer, oder doch wohl unterrichteter Seite, durch alle Zeitungen gegangen. Die unermüdlich, ihre Nase in olles steckende Cbemie Hot entdeckt, daß sich der Torf ganz vorzüglich zur Herstellung von Kleiderstoffen eigne. Und hat die Chemie erst einmal eine Sache angepackt, dann läßt sre sie nicht wieder los. Trotzdem glaube ich nicht, daß man aus dem Boll Toritoilelte begegnen wird. Einstweilen dürften sich die Maskenbälle der Idee bemächtigen.

Daß der Ofen selbst befriedigende Fortfchritle gemacht hätte, wie das Heizungsmaterial, läßt sich nicht behaupten. Hier ist eine Angelegenheit, die dem Töpfer aus der Hand genommen und bezüglich der Hauptfrage dem Architekten über* geben werden müßte- In Bezug auf die äußere Form ist das ja, wie vorhin fchon bemerkt, geschehen. Aber für dre wenigsten Leute wird, soweit sie verständig sind, die Form des Ofens das allein entscheidende Moment sein. Dazu ist der Winter zu lang, als daß wir uns damit begnügen sollen, uns nur durch sein schönes Aussehen erwärmen zu lassen. Ist er ein Meisterwerk des Kunflgewerbes und bildet er einen Schmuck desSalons", ohne den es nun einmal nicht abgeht, gut. Aber mit seiner Heilkraft ist es meistens schlecht bestellt, es fei denn, daß man ohne Rücksicht auf den Etat in seinen feurigen, unerfättlicken Rachen immer neue Nahrung nach* werfen kann und will. Es ist die alte Geschichte, die sich in jedem Jahre tausendfach wiederholt: man nimmt die neue Wohnung wegen derschönen Oefen" und verläßt sie nach dem Probejahr wegen derschlechten Oefen", weil es nicht möglich ist, das Zemmer warm zu bekommen. Der Töpfer könnte die Attentate gegen den gesunden Menschenverstand gar nicht machen, wenn die Hausfrauen mit ihrem sie sonst so gut kleidenden Schönheitssinn nicht gar zu leicht durch den wundervollen Ofen bestochen würden. Bei dem Bau der Oefen wird nicht darauf Rücksicht genommen, wie groß der zu erheizende Raum ist, ob die Etage so hoch liegt, daß sie voraussichtlich für immer zwei freie Wände behält, ob das Zrmmer nach Norden liegt, oder über einem Thorweg; nach der Scha­blone werden die Züge angebracht und die Hauptaufgabe ist erfüllt, wenn es hecht: hier ist der Platz für den Ofen, da kommt er hin. Der Grund für diese Erscheinung ist ein nahe­liegender. Man baut selten noch ein Haus für sich und feinen eigenen Bedarf, sondern man baut auf schleunigen Verkauf. Woher soll da das Interesse für Details kommen und seien Sie noch so wichtig Aus dieser Jagd nach dem Schein, dem der imitirte Marmor, der überladene Stuck selbsi in Arbeiterwohnungen entstammt, die ohne diesen Firlefanz viel billiger und besser hergestellt werden könnten, entspringt auch die Leblosigkeit, mit welcher der Ofen behandelt wird, dieses wichtigste Stück Möbel des ganzen Hausbaltes.

Heute gilt eineRöhre" als plebejisch. Die Großmütter jammern darnach. Im Sommer war sie ein geheimer Schrank, in welches der Muff gegen die Motten gesteckr wurde, und im Wrnter nun, man brauchte nur das Zimmer zu be­treten, um den wohligen Geruch von Bratäpfeln wahrzu­nehmen. Es ist wahr, der moderne Küchenherd hat ja auch eine Wärmeröhre für Teller- Aber um w e viel bequemer mar es doch, wenn man für einen etwas verspäteten Theil- nehmer am Mittagsmahl gleich die Röhre des Kachelofens nutzbar machen konnte. Und zudem: sie strömte immer von Neuem Wärme aus und machte das Zimmer behaglicher.

Aber wenn die Ofenröhre Vorzüge besitzt, das Ofenloch,

das Heizloch hat sich oft als Feind der Vertrauensseligen er­wiesen. Nicht allein, weil unkundige Anfängerinnen im Heizen beim Nachsehen sich durch heraursallende Kohlen in Gefahr bringen. Das ist überall der Fall, wo man mit Fever unvorsichtig umgebt. Aber dieses Ofenloch ist im Sommer gewöhnlich einer ihm völlig fernliegenden Bestimmung über­wiesen und rächt sich dafür ost empfindlich. Man hält diesen Raum häufig für einen geeigneten Versteck für Werthfachen und hat keine Vorstellung davon, daß ein einiger Maßen tüchtiger Dieb gerade dort zuerst nach Beute sucht. Man bringt die sauer erworbenen Ersparnisse im Mai dort unter und erlebt es, daß ein übereifriges und uneingeweihtes Mit­glied der Familie im Oktober Feuer anmacht und die ganze Herrlichkeit in Asche verwandelt. In der Localchronik großer Städte spielen die Streiche des Ofenlochs eine große und be­trübende Rolle.

Es läge nahe, von dem Einheizen im übertragenen Sinne zu sprechen, von der Herstellung des Gleichgewichts zwischen der äußeren und der inneren Wärme mit Hilfe von Grog und Punsch, und Vielen wird das sicherlich ein weit in­teressanteres Thema sein. Dasür ist die Zeit aber noch nicht ganz gekommen. Das findet erst seinen Widerhall, wenn der Nordwind seine landschaftlichen Bilder auf die Fensterscheiben malt, die Eiszapfen von den Dächern hängen und die Gefahr des Erfrierens der Ohren nahe rückt.

Vermischtes.

Starke Zumuthuug. Aeltere Dame im Droguen- geschäft zum verkaufenden Commis:Dieser Cremortartari sieht recht eigenthümlich aus, mein Herr! Vorhin verkauften Sie Rattenpulver Sie werden mir doch nicht auch etwa solches gegeben haben, anstatt des verlangten Cremortartari?" Commis (zuvorkommend):Keine Idee, meine Gnädigste nehmen Sie nur gefälligst diese Messerspitze voll ein, um sich sofort zu überzeugen, daß Ihre Besorgniß durchaus unge- rechtfertitg ist." * *

Jeder von seinem Standpunkt. Gast:Was kostet eine Portion Rehbraten?" Kellner:1 Mark 50Pfg." Gast:Bringen Sie mir eine Portion!" (Der Kellner geht in die Küche, wo ihm gesagt wird, daß kein Rehbraten mehr da ist ) Kellner:Rehbraten gibt'S nicht mehr. Wissen Sie was, essen Sie drei Portionen Kalbsbraten die kosten gerade so viel!"

Consequent.Wer ist jene häßliche Frau dort?" Es ist die Gattin des Kreisrichters N-, eines gerechten und unparteiischen Mannes."In der That, er scheint auch beim Heirathen ohne Ansehen der Person vorgegangen zu sein-"

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Höflichkeit beim Examen. Professor:Welcher Ansicht sind Sie, Herr Candidat, über diesen Fall?" Candidat:Ganz der Ihrigen, HerrProfeflor!"

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Morituri te salutant. Unteroffizier:Wenn Euch ein Unteroffizier begegnet, dann habt Ihr so stramm zu grüßen, wie zu Cäsars Zeiten der selige Moriturnus fahr* tirtel"

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Kleine Verwechslung. Lieutenant (mit der Tochter des Herrn Majors verlobt, zu seinem Burschen):Gehen Sie zum Herrn Major und fragen Sie, ob dem Herrn eine Partie Whist angenehm wäre." Bursche (beim Herrn Major): Der Herr Lieutenant lassen fragen, ob der Herr Major eine angenehme Parthie für ihn.ßtl!"

Wcb.Ktion: a. Sch eg da. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (gr. Lhr. Pietsch) in Gießen.