ermüdender, als denselben Braten immer wieder auf der Tafel erscheinen zu sehen. Da muß eine gute Hausfrau stets bedacht sein, Variationen aus demselben Capitel zu componiren. Man verwendet solche Bratenreste auf folgende Weise; Man bestreicht eine Speiseform mit Butter und geriebener Semmel oder Parmesankäse, schichtet Bratenjus, dünne Bratenscheiben, gehackte Kräuter und Sardellenbutter, in der Schale gekochte, abgeschälte, fein geschnittene Kartoffeln auf, dazwischen legt man Stückchen von frischer Butter und wiederholt dies, alles gut mit Salz und Pfeffer, auch, wenn man es liebt, mit etwas Zwiebeln gewürzt, bis die Form gefüllt ist, dann übergießt man sie mit Bratenjus und.läßt fieJ/2 Stunde im Ofen kochen.
Die Fütterung mit* Ei an junge Kanarien darf nicht übertrieben werden, da sonst leicht statt der erhofften segensreichen Wirkung recht verderbenbringende Folgen verzeichnet werden müßten. Am besten verfährt man in folgender Weise: Man mischt das hart gekochte und auf einem Reibeisen zerkleinerte Et mit zwei Eßlöffel voll gestoßenem Zwieback; diese Bestandtheile werden dann gut gemischt, und in der Regel besitzt das Ei gerade genug Feuchtigkeit, um den Zwieback an das Ei zu binden. Eine Hauptsache dabei ist die innige Verbindung der Stoffe, damit die Vögel nicht bloß das Et nehmen können und den Zwieback liegen lassen; eines muß an dem anderen haften bleiben.
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Gras auf gepflasterten Höfen, Trottoirs re- zu entfernen. Man nehme 2/s Wasser, Vs ungelöschten Kalk und menge dieses mit Vio Schwefel. Die Mischung siede man alsdann in einem Kessel und rühre dabei tüchtig um. Mit dieser Flüssigkeit begieße man die betreffenden Stellen. Als ferneres Mittel wird das Begießen mit nicht zu stark verdünnter Carbolsäure empfohlen. Auch hierdurch wird jedes organische Leben vernichtet. Fürchtet man den üblen Geruch, so kann man statt der angesührten Mittel die in den Handel kommende Schwefelsäure mit 50» bis 80 facher Verdünnung zur Zerstörung der Grasnarbe nehmen.
Vermischtes.
, Ein neuer Krankheitspilz ist, wie amerikanische Blätter humorvoll berichten, von einem Arzt in Chicago entdeckt worden und unter dem Namen „Liebesbacillus" ins Buch der Wissenschaften eingetragen worden. Der glückliche Entdecker hat ihn bereits auf mehrere Personen durch Impfung übertragen, wobei die verblüffenden Wirkungen dieses Bacillus sich in geradezu fabelhafter Weise zeigten. Ein fünfzigjähriger Junggeselle ließ sich noch an demselben Tage ein neues Gebiß machen, bestellte sich einen hellen Anzug aus englischem Stoff und lauste eine Guitarre. Eine ältliche junge Dame öffnete ihre Sparbüchse mittelst Stemmeisens, nahm hundert Dollars heraus und legte sie in „Eau de Lys", einer nagelneuen Garnitur goldblonder Stirnhaare und in einem jungen Gesanglehrer an, den sie auf ein Jahr verpflichtete. Ein junger Photograph küßte nach der Aufnahme eines jungen Mädchens das unter dem ersten Aufguß seiner Chemikalien eben hervortretende Bild desselben, wobei er sich nahezu vergiftet hätte. Ein in ihrem ersten Dienst befindliches Kindermädchen legte die Hauskatze in die Wiege des Säuglings und war eben im Begriff, letzteren zum Fenster hinauszuwerfen, als glücklicher- weise noch die Hausfrau hinzukam und das Kind in die Wiege legte, die Katze aber zum Fenster und das Kindermädchen zum Hause hinauswarf. Natürlich wurden die Behörden Chicagos auf die Sache aufmerksam und hätten sicherlich in dem ihnen eigentümlichen Mangel an wissenschaftlichem Sinn dem Doctor alle weiteren Versuche mit dem Liebesbacillus untersagt, wenn er nicht bereits am Abend vorher infolge einer an seiner ver-
wittweten Haushälterin und deren jungen Tochter vollzogenen Impfung in Gesellschaft der letzteren den Ort bei Nacht und Nebel verlassen hätte. Da sind die „Liebestränke", von welchen das Mittelalter fabelte, ja eine Kinderei dagegen!
Zimm ervermietherin (zum neu eingezogenen Studenten): „Ich mache Sie noch darauf aufmerksam, daß mein Haus um zehn Uhr Abends geschlossen wird." — Student: „Das macht nichts, wenn es nur zeitig aufgesperrt wird!"
Moderner Schwindel. „Wie sind denn aber die zwei Brüder so reich geworden?" — „Ganz einfach — sie haben immerfort zum Selbstkostenpreis verkauft."
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Er kennt sie. Mann (zu seiner Frau, die in das Bad reist): „Adieu, liebe Emilie! Schreibe nur recht bald, damit ich weiß, was Du vergessen hast und ich es Dir nachschicken kann." * *
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Ihre Ehe. Dis kleine Else: „Mamachen, dürfen wir Mann und Frau spielen?" — Mama: „Ja, aber beim Essen dürft Ihr Euch die Teller nicht an den Kopf werfen!" ♦ * ♦
Naturbetrachtung. Ein schlechtes Wirthshaus verdirbt die schönste Landschaft.
Zeugniß und Empfehlung. „Seit zwei Monaten litt meine Frau an großer Heiserkeit und Beschwerden beim Sprechen. Seitdem sie Ihr Mittel genommen hat, kann sie fast gar nicht mehr sprechen. Bitte, senden Sie umgehend noch zwei Flaschen. Ihr dankbarer Alois Hinterhuber."
Ein unzufriedener Staatsbürger. HerrSasser, betrunken im Straßengraben liegend: „Ich bin nur neugierig, wie lange mich heute die löbliche Polizei wieder hier liegen läßt!"
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Polizeiverordnung. „Mit anbrechender Dunkelheit hat fortan jedes Fuhrwerk eine Laterne zu brennen. Die Dunkelheit tritt ein, wenn die Straßenlaternen angezündet werden." ♦ ♦
Im Dilettantenverein. Dirigent: „Sie spielen ja nicht, was da steht, Herr Müller." — Müller: „Entschuldigen Sie, Herr Dirigent, ich kann auf meinem Cello spielen, was ich will!" * ♦ ♦
Doppeltes Versprechen. Vater: Siehst Du, Max, hier dieses hübsche Stöckchen. Wenn Du brav bist, werde ich es Dir einmal schenken, wenn Du aber ungezogen bist, wirst Du es öfter bekommen. ♦ ♦
A »s dem Gerichtssaal. Präsident (zum Verthei- diger): „Ich muß Sie bitten, Herr Doctor, nunmehr bald damit aufzuhören, die Vorzüge der Angeklagten als Köchin zu schildern! Sehen Sie denn nicht, daß den Herren Geschworenen schon das Wasser im Munde zusammenläuft!"
Auch ein Associe. Student: „Ich bin Theilhaber an dem Geschäft meines Vaters!" — Professor: „Wieso? Sie studiren doch Medicin und Ihr Vater ist Kaufmann!" — Student: „Ja, ja! Er besorgt eben die Einnahmen und ich die Ausgaben!"
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Nie verlegen. „Sie, Kellner, jetzt' hab' ich eine halbe Stunde warten müssen, bis Sie mir das Bier gebracht, und nun ist auch noch schlecht eingeschenkt! Das Glas ist ja nur halb voll!" — „Entschuldigen Sie, wenn's ganz voll wäre, hätt's ja noch länger gedauert!"
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.
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