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Ein schauerliches, heiseres Lachen entrang sich der Brust des Richters; starr sah er vor sich hin.
„Wie oft," begann er wieder, „sagte der Fürst zu mir: «S gibt weder Hexen noch Teufel, wir werden uns später daran erinnern. Ob mir mein eigen Kind nicht gefiele? fragte er mich. Wer ein solch schauerlich Werk anstnge, würde davon verschlungen, sprach er. Mit kaltem Blute habe ich sechzig unschuldige Menschen zur Schlachtbank geführt. Es gibt keine Hexen, aber Teufel, Satans und Unholde, die sitzen im Menschenherzen und sind schrecklicher, al» die gräßlichsten Un- geheuer. Tiger, Hyäne, Rabe und Geier sind zahme Geschöpfe mir gegenüber. Das herrliche Mädchen muß irgend ein deutlicher verwandtschaftliches Gefühl in der Brust gehabt haben, denn vor der Folter sagte es: Haß und Feindschaft fühle ich nicht gegen Euch, wohl aber Ascheu, Widerwille und Verachtung. Mein Kind! Mein Kind! Mein herrliches Kind! Könnte ich Dir nur einmal in's Auge sehen, ehe ich sterbe. Dieser Bardenstein fand die Perle heraus, mit seinem ganzen Menschen hat er sie erkämpft, er muß glücklich werden, er ist ein ganzer Mann, darum habe ich ihn ja so angefeindet.
Mein ganzes System ist jämmerlich zusammengebrochen! Nichts, gar nichts ist geblieben. Ich wage nicht, mein Weib, meine Kinder, meine Schwester noch einmal zu sehen. Bei der regten sich auch die Banden des Blutes, denn sie trat immer warm für das schöne, brave Mädchen ein.
Fort hinaus aus diesem Leben, hier habe ich nichts mehr zu suchen!"
Caspari faltete die Papiere mit dem Schmuckstück sorgfältig zusammen, barg sie in der Brusttasche seines Rockes, steckte die Rsiterpistole dazu und eilte scheu aus dem Schlöffe, am Friedhöfe vorbei, hinterm Löwenbusch her nach dem Walde. Der Brandpfahl, an welchem der alte Seltgmann sein Ende gefunden, ragte schauerlich in die Luft.
Zwei Waldarbeiter sahen den Hexenrichter nach dem Walde streben und fanden ein unstätes, aufgeregtes Verhalten an ihm; leise und ungesehen schlichen sie nach. —
(Schluß folgt.)
Gemeinnütziges.
Zur Unterhaltung für unsere Kleinen- 1. Windmühle. Auf ein Cigarrenkistchen leimt man die abgeschnittenen Enden einer Garnrolle auf. In die Löcher steckt man runde Stäbchen, die oben einen kleinen Schlitz haben. In eine Garnrolle bohrt man vier Löcher, die zur Aufnahme von vier Streichhölzern dienen, die zwei und zwei möglichst senkrecht gegen einander stehen. In die zur Hälfte gespaltenen Streichhölzer steckt man Spielkarten und schiebt dann die Rolle auf einen in die Gabeln der senkrechten Stäbchen zu legenden Querstab. 2. Haltbare Seifenblasen. Die Seifenblasen, welche unseren Kleinen so viel Freude machen, haben den einen Fehler, daß sie schnell platzen. Nachfolgendes Mittel, um sie haltbar zu machen, wird daher willkommen sein: Ein Theil weiße Waschseife wird mit zwei Theilen Glycerin in Waffer gelöst und gemischt und dann längere Zeit stehen gelaffen. Aus Eisendraht formt man einen Ring mit drei Füßchen. Wenn man 'nun diesen Ring mit etwas Glycerin befeuchtet, so kann man eine aus obiger Mischung mittelst einer Thonpfeife oder eines Röhrchens hergestellte Seifenblase, welche man vorsichtig behandelt, aufsetzen; sie wird dort längere Zeit stehen bleiben. Ferner bildet man aus angerostetem Eisendraht einen Würfel, der oben eine kleine Handhabe erhält. Taucht man nun diesen Würfel in die Flüssigkeit, hebt ihn vorsichtig wieder heraus und bringt die Seifenblase in seinen Hohlraum, so wird man in dem Würfel einen zweiten erscheinen sehen.
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Das Riechen des Fleisches ist namentlich im Sommer oft nicht zu verhüten und kommt bei Wildbret bekanntlich «auch mitten im Winter vor. Ein einfaches Mittel, den un
angenehmen Geruch zu entfernen, besitzen wir im gewöhnlichen Kamillenthee. Bei auch stark angegangenem Wild wirkt Ab- irühen mit heißem Kamillenthee ganz vorzüglich und macht >as Fleisch geruchlos. Eine Färbung des Fleisches kann nicht kattfinden, ebensowenig eine Geschmacksverändsrung, da man >en Kamillenthee mit ein wenig Waffer abspült. Man findet dieses Mittel in vielen Hof- und feineren Küchen, es scheint aber von Seiten der Herren Mundköche mehr als Geheimniß gehütet zu werden, denn öffentlich bekannt ist e» nicht, oder roch nur in gewiffsn Kreisen. Unsere Hausfrauen mögen also dieses einfache Mittel einmal probiren.
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Zur Vertilgung der Erdflöhe soll das dichte Bestreuen der Beete mit Kaminruß von unfehlbarer Wirkung sein. Auch das Bestreuen mit Naphtalinkalk-Palver bewirkt, daß die Erdflöhe von diesen Pflanzen fern bleiben. Dieser Naphtalinkalk-Pulver kann sich Jeder selbst Herstellen, indem er 10 bis 15 pCt. rohes Naphtalin mit 85 bis 90 pCt. gelöschtem Kalkpulver mischt. Cigarrenstummel, die stets unbeachtet weggeworfen werden, und welche man in jeder Wirth- schäft von dem mit der Reinigung der Zimmer beauftragten Personale gerne gesammelt und aufbewahrt erhält, liefern, gehörig getrocknet, gedörrt und zerrieben oder zermahlen, einen werthvollen Tabakstaub zur Vertreibung der Erdflöhe und sonstiger Pflanzenschädlinge. Das Aufbringen des Staubes findet am besten statt, wenn, wie schon einmal bemerkt, die Pflanzen bethaut find, weil er dann beffsr hängen bleibt. Der Grund, warum diese Mittel die Erdflöhe fern halten, liegt in der Eigenschaft dieser Jnsecten, starkriechende Substanzen zu meiden.
Vertilgung von Wanzen. Von allen gegen die Wanzen angepriesenen Mitteln ist keines so wohlfeil und wirksam wie der Alaun. Die Wanzen verschwinden sofort, wenn man die Wände, Bettstellen rc. worin sie nisten, mit einer kochenden Alaunlösung bestreicht, und sie kehren nie zurück. Wenn man die Zimmerwände und die Zimmerdecken mit Kalk weißt und dem Kalk vor dem Gebrauch etwas Alaun zusetzt, so halten sich die Fliegen ebenfalls nicht in den Zimmern auf. Dabei kann die Anwendung des Alauns in diesen Fällen der Gesundheit der Menschen nicht den mindesten Schaden zusügen.
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Holzkitt wird aus einem Theil arabischem Gummi, zwei Theilen Waffer und drei bis fünf Theilen Kartoffelstärke hergestellt. Ein sehr guter Kitt wird auch erzielt, wenn man ganz feine Sägespähne durch Befeuchten mit Letnölfirniß und andauerndes Kneten der Maffe in Teigform bringt, wodurch die Maffe sehr bindsam wird.
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Wasserflaschen zu reinigen. Das einfachste Mittel ist folgendes: Eine kleine, rohe Kartoffel wird in feine Stückchen geschnitten, diese mit nur wenig Wasser in die Flasche gethan und tüchtig umgeschüttelt. Schon nach wenigen Augenblicken wird man den guten Erfolg sehen und nach gehörigem Nachspülen vollständig klares Glas haben.
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Gardinen reinigen. Man nimmt sie ab, schüttelt sie im Freien tüchtig aus und steckt sie in ein Gefäß mit kaltem Wasser. Hier bleiben sie mindestens 24 Stunden. In einen Kessel kochenden Wassers gibt man ziemlich viel Seife, dann werden die Gardinen, ohne sie zu ringen, leicht ausgedrückt und in einen reinen Beutel (Kopfkiffenüberzug) in das kochende Seifenwasser gebracht, worin sie 25 Minuten tüchtig kochen müssen. Dann nimmt man sie heraus und spült sie so lange in reinem Wasser, bis sich keine Spur von Seifen- schäum mehr zeigt, bläut und stärkt sie dann und hängt sie noch naß wieder auf.
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Resterschüflel. In einem Hausbalt kommt es sehr darauf an, jeven Rest zu verwenden- Wo in einer kleinen Familie ein großer Braten zur Anwendung kommt, ist nichts


