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Samstag, de« 3, November.

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tFortsehung.)

Das Paar betritt den Palmengarten. An eine große Palme gelehnt steht dort hinten Lord Rawdon und beobachtet wie es scheint, eifersüchtig den Fürsten.

Mit einem leisen, glockenhellen Auflachen sagt Lola zu diesem:Wenn ich nicht wüßte, wer Sie sind, meinMrst, und wer Lord Rawdon ist, so möchte ich fast glauben, Sie ständen in seinen Diensten, so sehr paßt er auf jeden Ihrer Schotte und Tritte auf. Um Goiteswillen, ist Ihnen nicht

Der Fürst ist plötzlich sehr bleich geworden. Fast scheint er, als kämpfe er mit einem Schwindelanfall.

fe!F Ihnen?" wiederholt sie, angstvoll zu dem entstellten Antlitz emporblickend.

Was was sagten Sie soeben?" murmelt er, sich ge­waltsam fassend.Verzeihen Sie, Frau Baronin, ich habe nicht verstanden, was Sie sagten. Ich leide öfters an einem eigenthümlichen, beengenden Gefühl in der Brust. Die Aerzte nennen es eine kleine Herzaffection ein kurzer, stechender Schmerz, der mir momentan den Athem nimmt- Das war auch soeben der Fall. Es ist schon wieder vorbei."

Ist es gefährlich?" fragt Lola hastig.

Ich denke nein ich hoffe wenigstens. Aber wenn es gefährlich wäre, würden Sie es bedauern? . . . Würde es Auen nicht gleichgiltig sein, ob ich leide oder nicht? . . . O sprechen Sie, Frau Baronin, sprechen Siel"

Lola ist noch nicht gesonnen, ihm jetzt schon zu antworten. Sie, ist noch nicht ganz mit sich im Klaren, welches Ziel sie verfolgen soll.

Diese Frage gehört nicht in die BlumenausstellungI" rüst sie daher heiter.

Frau Baronin, halten Sie, bitte, Ihren Sonnenschirm derart, daß Ihr Antlitz nicht ganz von der duftigen Wolke verdeckt ist. Ich muß die Lippen sehen, welche jetzt zu mir sprechen werden."

Lola.

Roman frei nach dem Amerikanischen von Erich Friesen.

Erröthend schiebt sie den Schirm ein wenig zur Seite. So, mit einem vollen Blick in ihre glänzenden Augen, flüstert er:Würde diese Frage an einem passenderen Ort eine günstig lautende Antwort erhalten?"

Sie sind ein kluger Diplomat, mein Fürst. Sie wissen, wenn ich diese Frage beantworte, so ist die andere gleichzeitig beantwortet."

1Sagen Sie mir wenigstens eins: Werden Sie mich an- X hören, wenn ich diese Frage in nächster Zeit wieder stellen werde?"

Ich werde Sie anhören; mehr kann ich nicht ver­sprechen."

Ihrer Mutter Worte kamen ihr in den Sinn:Wenn Du ihn nicht heirathen willst, so ermuntere ihn auch nicht!"

Hat sie ihn nicht ermuntert? Thut sie es nicht jetzt noch? Erlaubt sie ihm nicht, den halben Tag lang an ihrer Seite zu weilen angesichts der ganzen Londoner Gesellschaft, deren neugierige Augen deutlich sagen:An dem Gerücht ist doch etwas Wahres?" Ah bah! Später wird sie darüber Nachdenken. Jetzt will sie nur der Herzogin und Lord Raw­don ihre Macht über den Fürsten zeigen. Und wenn sie dann den Antrag zurückweisen sollte, so können sie höchstens über den Fürsten lachen, aber nicht mehr über sie. . . .

Unter großen, schattigen Bäumen sind Zelte aufgestellt, von denen aus man der nahen Orchestermustk lauschen kann. Hierher führt der Fürst seine schöne Begleiterin.

Fast unmerklich spielt das Gespräch wieder auf die ver­schiedenen Schlösser des Fürsten hinüber. Er erzählt von dem Leben der reichen Russinnen, wie sie Alle Königinnen glichen, nur daß sie, anstatt über ein Königreich, über ihre großen Besitzthümer herrschten. Er erzählte von den berühmten Orlowsky-Diamanten, von anderen kostbaren Schätzen seines Hauses und das Alles in solch' einfacher, natürlicher Art und Weise, daß Lola mit angeregtestem Interesse zuhört.

Doch ich ermüde Sie, Baronin," unterbricht er sich plötzlich.Verzeihen Sie, daß ich so selbstsüchtig bin. Darf ich Ihnen eine Erfrischung besorgen?"

Wenn ich Früchte haben könnte"

Lebhaft springt er von seinem Sitz empor.

Alles ist in dieser Welt zu haben," ruft er heiter, man muß nur wissen, wie und wo. Ich werde nicht lange fortbleiben."

Damit eilt er von dannen. Lola bedauert nicht, daß sie sich ein Weilchen in dem kleinen, offenen Zelt allein befinden soll. Die auf sie einstürmenden Gedanken verwirren sie fast. Noch vor wenig Tagen hatte sie sich gefragt:Wird er um mich anhalten? ' Jetzt ist die Frage nur noch:Soll ich den Antrag annehmen?"

Plötzlich fällt ein Schatten auf den Rasen vor ihr. Sie blickt auf und sieht Lord Rawdon im Eingang des Zeltes stehen.

Sie erlauben?" fragt er höflich und nimmt, ohne eine Antwort abzuwarten, neben ihr Platz. Lola wendet ihm ihr hochmüthig verwundertes Gesicht zu.