lein in lauter Sonnenfäden, Dust und Nebelschleier auseinander thun. Und wenn Du nun gar mit Deiner sonderbaren Stimme zu singen anfängst, klingt das, als sänge die Amsel ihr Abend- lieb. Schade, daß Du mich nicht heirathen willst."
„Wenn mein Vater des Dienstes satt ist im landgräflichen Schlosse zu Bingenheim," antwortete Justine, „komme ich hierher mit ihm, wir leben dann zusammen, so lange es Gott gefällt"
Das Versprechen wurde mit Freuden auf- und angenommen. Zwei Jahre später starb der alte Kerkermeister. Justine zog nach der Ronneburg, verlebte hier noch viele Jahre mit den Freunden, drückte dem alten Burggrafen die Augen zu und empfing von der Bardenstein'schen Familie alle Liebe und Freundschaft, die sie selber bewiesen hatte.
„Werdet Ihr nicht nach Bingenheim kommen, um den Ort noch einmal zu sehen, wo Ihr noch viele Freunde habt und so Schönes und Bitteres erleben mußtet?" fragte Justine, als sie sich verabschiedete.
„Mitte September sind es zwei Jahre, daß sich unsere Herzen fanden," antwortete Bardenstein. „Ich habe im September in Nidda zu thun. Wir fahren dahin, gehen zu Fuß über den Hügel nach Bingenheim, besuchen die Stelle, wo Du den Fall thatest, gehen zu Hofpredigers und den übrigen Freunden und freuen uns, daß sich schließlich doch Alles noch besser gefügt hat, als wir zu hoffen wagten."
Das gefiel Allen sehr wohl und mit der Hoffnung auf baldiges Wiedersehen schieden die Freunde. ---
(Fortsetzung folgt.)
Das Einmachen der Gemüse.
Die zwölf allgemeinen Regeln beim Einmachen der Gemüse sind:
1. Nur zarte, frische, fleckenlose Gemüse können zu Con- servirungszwecken verwendet werden.
2. Um die Gemüse gut zu conserviren, ist große Reinlichkeit seitens der ausführenden Personen, wie auch Sauberkeit des Raumes erforderlich. In Eingemachtes darf kein Mehlstaub, keine Brodkrume u.f. w. fallen, denn solche Gegenstände sind Gehrungserreger; die eingemachten Gemüse würden verderben.
3. In keinem Topfe, in welchem Fett enthalten war, dürfen Conserven gekocht oder eingemacht werden, denn durch die Hitze (bis 80 Grad Reaum.), welche das Fett aus den Töpfen zieht, erhalten die Gemüse einen schlechten Geschmack. Kupferne, messingene und emaillirte Geschirre eignen sich zum Abkochen der Gemüse am besten.
4. Beim Einkochen der Gemüse darf die Luft über dem Herde und Kessel nicht durch Fetteinkochen, Kaffeerösten und dergleichen verunreinigt werden, da das Gemüse sonst diesen schlechten Geruch annehmen würde.
5. Sollten beim Einmachen von Blumenkohl, Senfgurken, Melonen und Kürbissen, die helles Fleisch besitzen, Gewürznelken verwendet werden, so sind die Köpfchen auszubrechen, da solche an hellen Früchten schwarze Flecken verursachen.
6. Beim Einmachen ist nur guter Wein- oder Bieressig anzuwenden.
7. Da eine Hauptbedingung der Haltbarkeit der Conserven in dem Abhalten der Luft, sowie aller Lebewesen von dem Eingemachten besteht, so sind Töpfe, Gläser, Fässer rc. nach dem Einmachen und Erkalten sofort zuzubinden, zuzuschlagen oder zu verlöthen.
8. Zu Dunstgemüsen sind nur Gläser und Büchsen mit luftdichtem Verschluß zu nehmen.
9. Werden die Gemüse nicht in Büchsen conservirt, die luftdichten Verschluß haben oder zugelöthet sind, so sind die Gefäße entweder mit Schweinsblase oder Pergamentpapier zu- zubinden.
10. Vor dem Gebrauch müssen alle Einmachegeräthe sorg-
sälttg gespült und an der Lust getrocknet werden. Man kann die Geräthe auch etwas schwefeln.
11. Beim in Dunst kochen ist die Anwendung von Büchsen, die nur so viel enthalten, als eine Familie zum Mittagtische auf einmal braucht, größeren Büchsen vorzuziehen.
12. Werden Gläser verwendet, so müssen sie luftdicht verschlossen werden, auch sollten sie möglichst alle gleich weit sein und nur einen wenig verengten Hals besitzen. Der Glasdeckel wird so fest in den Gummiring auf dem Glase eingeschraubt, daß keine Luft eindringen kann.
Sollten nur Gläser ohne Deckel vorhanden sein, so müssen die porenfreien Korke vor dem Gebrauch in heißem Wasser gebrüht und abgetrocknet, derart auf die Gläser gesetzt werden, daß die untere Seite die Conserven berührt, die Oberfläche des Korkes aber noch 1 Centim. vom Glasrande entfernt ist. Diesen leeren Raum oberhalb des Korkes gießt man mit flüssigem Gips, Paraffin, Talg oder Lack aus, damit keine Luft eintreten kann.
GeineinnÄtzig-s.
Um Motten zn vertilgen, gieße man warmen Essig auf einen heißen Stein oder auf ein Bügeleisen und lasse den Dampf an den Wänden der Zimmer, durch die Betten, Kleider und Möbel, in denen sich Motten befinden, ziehen. Dieser Dampf ist denselben so sehr zuwider, daß sie gleich von demselben getödtet werden. Man kann durch öfteres Räuchern mit diesem Essigdampfe auch die Zimmer, in denen sich bisher keine Motten befanden, vor denselben auf immer schützen. Aus Betten vertreibt man die Motten mit gepulverten Koloquinten, welche unter die Bettfedern gestreut werden.
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Eine lange und reiche Bohnenernte kann man dadurch erzielen, daß man auch nicht eine Schote hängen läßt, sondern alle wegpflückt. Wenn auch nur einige Schoten an einer Pflanze hängen bleiben, so läßt sie im Blühen nach, werden aber immer alle Schoten entfernt, so fährt die Pflanze fort, immer neue Blüthen zu treiben und Bohnen anzusetzen. Um das Reifwerden der Bohnen zu beschleunigen, reißt man die Stöcke, wenn die Schoten gehörig groß und mit Bohnen gefüllt sind, aus der Erde, läßt sie jedoch, an den Stäben befestigt, in ihrer bisherigen Stellung, die Wurzeln auf der Erde aufgesiellt, und setzt sie so der Luft und dem Sonnenschein aus. Nach acht Tagen fallen gewöhnlich die Blätter ab und die Bohnen reifen darnach schnell. Man erhält auf diesem Wege nicht allein mit Gewißheit reifen Samen, sondern die Bohnen eignen sich auch um drei bis vier Wochen früher zum Gemüse und sollen sogar delicater werden. Auch kann man das Terrain früher zur Umarbeitung und Bepflanzung benutzen.
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Topfpflanzen von Blattläusen zu reinigen. Man legt die Pflanzen einfach während der Nacht in das Gras (auf den Rasen), so daß Blätter und Zweige den Boden berühren. Um dem Thau zu entgehen, kriechen die Blattläuse in den Rasen. Dieses so einfache Mittel soll sich selbst gegen Schildläuse bewährt haben.
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Erdmaden. Das Erscheinen der kleinen millimeterlangen Erdmaden ist ein sicheres Zeichen, daß die Erde in den Töpfen versauert ist und einer Erneuerung bedarf. Man gebe den Pflanzen neue oder gut ausgewaschene alte Gefäße, auf deren Boden ein guter Wasserabzug aus Scherben hergestsllt wird.
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Zur Besänftigung streitsüchtiger Hähne wird gerathen, dem Störenfried die Beine so zu fesseln, daß er nur gehen, aber nicht laufen kann, was sich mittelst eines Wollfadens leicht ausführen läßt und den Streitsüchtigen in einigen Tagen artig macht.


