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der Nacht,
denn aber doch ein wenig zu arg trieben, sagte er herüber- : „Mine Herren, ich bin ein pflichtgetreuer Beamter
Werthers Schatten
Novelle von Carl Cassau.
Zusammen, bis das Blut herfür spritzt- Man zwickt ihn mit glühenden Zangen, man streckt und zieht ihn so lange, b.s er die Qualen nicht länger aushält und lieber sterben, als sich länger martern lassen will. In diesem Zustande kann man Alles in ihn hinein verhören und aus ihm herausexamrniren, i (Fortsetzung.)
X-ssirsfÄttsw »
bi?MenfLen fernen aus was von I einen der Herren Studenten dem guten Schwalbheimer Bier ihnen verlangt wird und bittensastausnahmslos darum: man zu viel zugesprochen, verschwieg der Wirth wohlweislich, solle sie Hinthun, sobald als möglich, das Leben sei doch nur I „Aber wir müssen letzt heim! Was der Vater denken nock eine Qual für sie" I wird?" jammerten die Damen.
$ „Ihr meint also, daß Derjenige, welcher dem Hexenrichter Reißner suchte sofort die Damen zu trösten und sagte: einmal unter die Hände fällt, unrettbar verloren ist? Wo I „Am Ende ist es nicht so schlimm, wir sind Beide im Fahren bleibt da die menschliche und göttliche Gerechtigkeit? ' I sehr wohl bewandert und künnen das Kutscheramt übernehmen.
Diese Frage habe ich mir oft schon selbst und auch vielen I „Aber das Aufsehen rn Schwalbheim! meinte Sophie naiv. Anderen vorgelegt, aber noch niemals eine genügende Antwort Werther zuckte die Achseln und meinte: „Von zwei Nebeln empfangen- Glücklich ist dasjenige Volk, das keine Tortur I ^hlt man stets das Kleinste, auch können ja tue Damen vor braucht. Die Zeit wird kommen, aber wir erleben sie nicht ber Stadt aussteigen, das Gefährt wollen wir schon abliefern! mehr. Doch dereinst wird man mit Schmerz und Entsetzen „Sie haben recht!" entschied nun Laura. „Lassen Sie auf unfer Zeitalter zurückschauen und es mit Recht ein bar- I anspannen, Herr Wirth!" . .. .
barisches schelten." I Bald stiegen die Damen mit den Studenten m die Kutsche.
Ihr meint aber doch selbst, daß er Hexen gäbe und daß @8 war eine reizende Fahrt, belebt durch ein animirtes Gespräch, man gegen sie einschreiten müsse," bemerkte der Rentmeister. „Sagen Sie mir doch, Herr Reißner," fragte plötzlich
„Das ist meine Ansicht und die Ansicht unseres Säcu- gaura, „warum nennen Sie Ihren Freund stets Pluto? Es lumr, ich kann aus dieser Ansicht ebensowenig heraus, wie aus I m doch ein Hundename?"
meiner Haut." , Werther stieß Reißner mit dem Fuße an und dieser er-
Aber so saget doch: was soll man denn mit den Hexen I widerte tätetnb: „Fräulein Laura, das »st eine lange Ge- anfan'gen, wenn es nun einmal welche gibt, die Unheil stiften ?" I schichte. Herr Helbig besaß einst einen Hund dieses Namens,
Mit christlicher Milde gegen sie verfahren; sie durch I ber sein stetiger Begleiter war, daher der Name!
Gottes Wort und Lehre auf den richtigen Weg bringen, denn I Werther athmete erleichtert auf, und die Damen lachten.
Feuer und Schwert haben die Hexen noch niemals ausgerottet. I Aber da lag Schwalbheim schon.
Ueberall, wo man anfing zu martern, zu stranguliren und zu I . n stiegen aus und nahmen dankend
brennen, nahmen die Prozesse einen greulichen Umfang an. I bejben greunbe aber steuerten das Gefährt
Ganze Dörfer, ganzeGegendenwurdenau^ mit dem betrunkenen Kutscher nach der goldenen Sonne zu
dem wuchs die Anzahl der Hexen täglich. Die C-mgekerkerten I Eiaentbümer, Gaffelin.
denuncirten aus Hatz viele andere Menschen als Hexen; die I mar gjne böfe Nacht, die nun folgte. Halb von dem Hexenlichter zwangen die Bezichtigten zu neuen Denuncratwnen, I . sg(cr berauscht, hatten die Freunde Schwalbheim er- die Habsucht kam mit in's Spie . Schlucht und Habsucht W rooD[te e8 ba8 Unglück auch noch, daß sie einen sind die abscheulichsten Eigenschaften des Menschen. Selbst «gi Studiengenoffen im Gaffelin'schen Wirthshause fanden, Kinder wurden schon hingemordet. Alle Fürsten, welche Hexen- “ Z^sch
Prozesse an stellen ließen, mußten noch einigen Jahren Einhalt 1 v «.oßab Bruder, woher des Weges ?" fragte Reißner gebieten, weil sonst das ganze Land ausgebrannt worden wäre. I c^tteite dem Freunde enthusiastisch die Hand.
Wehe unserem schönen Thals, wenn die Hexenscheiterhaufen I fomme von Hennigstedt. Aber wißt Jhr's denn
darin qualmen sollten, es wäre schlimmer als Krieg und I " , i)Olt Amtmann geworden bin? " Pestilenz!" t .... I '„Gratuliere, Philister!" nickte Reißner. „Warst stets
„Aber warum habt Ihr das voihin dem Fürsten nicht I öQn un§ Qllen am heschlagendsten, kanntest stets die einfchlä- selbst eindringlich vorgestellt?" ... mgen Paragraphos, weshalb Du auch der Salamo heißest."
„Ich weiß es selbst nicht; ich glaube, baß es Hexen gM | 9 Wertster, der nach seines Vaters Willen Amtmann in
ich habe eine innerliche Furcht vor ihnen und ich furchte mich I -.^nigstedt hatte werden sollen, war erst etwas verstimmt, vor dem Commiffarius, der Alles durchsetzt, was er will Ich ^langte er Wein und wurde lustig.
bin nicht der Mann, der sich einem furchtbaren Ereignisse ent- I $er g2irtb Gaffelin war schnell zur Hand: „Echter gegenstemmen kann. Mir ist am wohlsten, wenn ich meine I — » Erbacher!" versicherte er. „Reine Siebenziger Auslese."
hängniß doch nicht aufhalten, selbst wenn wir wollten. Hat I » . ranaen einer Ecke gegenüber
es doch der gelehrte Spee, der noch dazu aus adeligem Hau zu, als sie es
ist, auch nicht vermocht; er war fest davon überzeugt daß die stand derc alte’ er herüber
meisten der armen Sünder, die er zum Hochgerichte begleitete, I den $ S 8 bin ein pflichtgetreuer Beamter fürchteM E "Nb mußb^eMch^
Hexenrichtern TnbU SÄn Könnte uns das^nicht ÄS - unb
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