einen unwiderstehlichen Zug in die Sophienstraße fühlte. Das konnte doch nur von einer solchen Neigung herrühren. Ich kam und Du siehst das Resultat. Jst's nicht so, Schatz?"

Er küßte ihr die Antwort von den Lippen.--

Müde bin ich und hungrig wie ein Wolf, Schatz. Hast Du bald etwas für mich zu essen?"

Es wird nicht lange mehr währen. Eben habe ich Werner zu Bette gebracht und gesagt, daß man den Tisch decken soll. ES ist wohl ein heißer Tag gewesen draußen?"

Ja, ja, es hat redlich geschafft werden müssen."

Frau Frieda Scheffler trat zu ihrem Manne, der sich auf einen Stuhl der Veranda geworfen hatte und strich ihm über die heiße Stirn. Er sah liebevoll zu ihr auf-

Zwei Jahre sind's nun, daß wir zusammen arbeiten. Aber nicht wahr, meine kleine Frau, schön waren sie, auch wenn's tüchtig zu arbeiten gab."

Sie nickte ihm die Antwort zu.

Er stand schnell auf und schlang den Arm um sie.Du hattest Recht, als Du mir einmal sagtest: Da ist das Glück des Lebens, wo man treu arbeitet unter Gotter Segen und ich danke es ihm, daß er mich arbeiten gelehrt hat."

Gemeinnütziges.

Den Schlaf der Kinder nicht stören! Auch größere Kinder sollen nicht aus dem Schlafe, welcher doch immer erquickt, geweckt werden. Es kann leicht pafsiren, daß durch das Wecken ein wahrer Angstzustand mit Zittern und Krämpfen bei sonst gesunden Kindern hervorgerufen und anhaltende Ver­stimmung erzeugt werden. Ein Säugling oder ein Kind, da» Hunger hat, erwacht von selbst und das Schreien oder das vom Gesicht ablesbare Verlangen nach Nahrung zeigt es am deut­lichsten an, während ein schlafendes, gesundes Kind in der Regel keinen Hunger hat. Es würde eine übertriebene Für­sorge sein, schlafende Kinder deshalb zu wecken, weil man viel­leicht der Meinung sein könnte, dieselben hätten nicht genügend Nahrung genommen. Alles Erwecken bei Kindern käme das Erwecken dem Erschrecken nahe ist dem Kinde nicht förderlich und muß daher vermieden werden.

*

Wenn man lackirte Sachen unvorsichtig abwäscht, wohl gar mit heißem Wasser, so wird der Lack bald abspringen und die Vergoldung verschwinden. Sie können dagegen jahre­lang wie neu erhalten werden, wenn man sie mit Baumöl und etwas Mehl durch Abreiben mit einem Wolllappen reinigt.

* *

*

Beseitigung der Eisenflecke. Um die unangeneh­men Eisenflecke schnell zu beseitigen, braucht man kochendes Wasser, ein zinnernes Gefäß und Kleesalz. Man nehme atjo kochendes Wasser, gieße dasselbe in ein zinnernes Gesäß, dazu eignet sich am besten ein zinnerner Bettwärmer, befeuchte den Fleck gut und streue eine kleine oder große Messerspitze, je nach der Größe des Fleckes, Kleesalz darauf und verreibe mit einem Finger das Kleesalz auf dem Flecke. Durch die Hitze verdunstet das Wasser sehr schnell und muß man sich daher ein Gefäß mit warmem Wasser in der Nähe hinstellen, um immer wieder den Fleck anfeuchten zu können.

Wann und wie sollen wir das Gemüse rei­nigen? Jedes Gemüse foll erst unmittelbar vor dem Ge­brauche in der Küche gewaschen und gereinigt werden und zwar durch rasches Durchschwenken desselben, ja nicht aber, wie dies häufig mit Salat und Spinat geschieht, daß man es längere Zeit im Wasser liegen läßt, da dadurch der Wohlgeschmack der Gemüse bedeutend leidet, indem es, wie man sagt,ausge- wäffert" wird und insbesondere das volle Aroma, wie bei Carviol, Sellerie und Petersilie, vollständig verloren geht.

55

Jedenfalls für unsere Hausfrauen ein wohl zu beachtender Wink. *

* *

Wie man Kartoffelknödel macht. Man reibe sieben rohe, mittelgroße, gewaschene und geschälte Kartoffeln und neun gekochte Kartoffeln von gleicher Größe, mische sie mit zwei ganzen Eiern und einem Eidotter, Salz und Mehl zu einem glatten, weichen Teige, forme Knödel und koche sie in Salzwasser. Man sollte stets einen Versuchsknödel einkochen.

Vermischtes.

Von dem Leben und Treiben auf einer Sioux- Jndianer-Reservatiou erzählt ein Bericht derL. Z.": Die Reservation dehnt sich Tausende von Meilen weit aus, die Häuser liegen sehr zerstreut; nur unweit der Stören (Ver- kaussläden) liegen Häuser und Zelte näher beisammen. Elf Gründe jeden Grund durchfließt ein Bach, der in den Makusita mündet gehören nach der Pineridge-Azentur, wo sich ein Resident befindet. Die Austheilung der Lebensmittel erfolgt alle Monate einmal, die des frischen Fleisches alle vier­zehn Tage. Jeder Mann, jede Frau, jedes Kind, und wenn es erst einige Tage alt ist, bekommt eine Karte zu diesem Zweck. Damit gehen sie zur bestimmten Stunde zu ihrem Austheilhaus, das jeder Grund hat, und bekommen für die Person folgende Lebensmittel: 5 Pfund grünen Kaffee (gute Sorte), 2 Pfund Zucker, etwas schwarzen Thee den sie aber gewöhnlich gleich wegwerfen, da sie sagen, er wäre schon aufgekocht und wieder getrocknet, 2 Pfund Speck, 10 Pfd. Mehl, 1 Pfund Salz, 3 Pfund Bohnen, ein Stück Seife (ge­wiß 1 Pfund), etwas Backpulver (Pacing Poudre) und fünf Pfund Mais. Das Bild um das Austheilhaus ist sehenswerth. Hier in Manderson (S. Dakota) wird gewöhnlich an 289 Per­sonen ausgetheilt. Zu Wagen, zu Pferde kommen sie an. Die Frauen sind alle in ihrem Putz, bemalt, roth und gelb blaue Farbe scheinen sie weniger zu lieben, in ihre Tücher gehüllt; Manche stolzirt im Sammetkleid einher, mit einem Gürtel, der au» gelben oder weißen, auf Leder angehefteten Blechstücken besteht, Manche in gelbem oder hochrothem Atlas- kleid. Die Schuhe, auch ganze Strumpsthelle an die Schuhe angebunden, sind zierlich mit Perlen benäht. Die Frauen holen das Essen, kein Mann trägt etwas. Die Männer halten zu Pferde dort. Manchem sieht man nicht den Indianer an, er trägt die gewöhnliche Tracht der Weißen, aber Mancher be­malt das ganze Gesicht, in die langen Haare zu beiden Seiten des Gesichts sind lange Pelzstreifen eingeflochten; das Hemd ist roth oder grün, einen Schurz trägt der Indianer und jedes Bein ist besonders mit Hosen bekleidet; jeder Theil hängt mit einem dicken Band am Halse fest. Perlschuhe mit Federquasten, ein dickes Tuch mit Perlstreifen und farbigen Bändern benäht; eine lange rothe, % Elle breite, reich mit Gold- und Silber­fäden und Flitter bestickte Binde um den Leib, die wohl eine Elle hinten nachschleppt, all' das vervollständigt seine Toilette. Mancher nöthigt einem bald das Lachen ab. So trägt Einer mit aller Grandezza, deren er fähig ist, einen bunten Tisch­teppich mit langen Chenillequasten und dazu einen Cylinderhut, als wenn er von einer Maskerade herkäme. Wieder ein An­derer trägt einen langen, roth und weißen Bademantel mit Aermeln und auch Quasten dazu. Und dieser Lärm, dies Ge­schrei, ehe Alles befriedigt ist! Jedes muß sich zu den vor- genannten Lebensmitteln die Säcke mitbringen und ein Aus- theilmann unter Aufsicht von Polizei aus Pineridge wiegt Alle» ab. Im Uebrigen aber sind die Sioux-Jndianer schon recht cultivirt. Sie essen nur noch mit Messer und Gabel, die sie vornehm zu handhaben wissen. Die Meisten treiben Ackerbau, und Viele sind fleißig und haben ihr Blockhaus, den Stall, Acker und Vieh, Alles in gutem Zustand; aber Andere liegen den größten Theil des Tage» träge da, rauchen und spielen Karten, lassen sich das Essen zum Lager tragen und stehen nur