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Und strampelt erträglichen Hitze । sind unkundige t armen Kleinen i, vielleicht auch
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Egon W.
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chießener Jamilienblätler.
Belletristisches Beiblatt zum Gießener Anzeiger.
■$1^ 01, Samstag dm 26. Mai. 1888.
Der Gröe des Kaufes.
Roman von Hermine Frankenstein.
(Fortsetzung.)
„Erinnert Ihr Euch der kleinen Cressy. die Frau Goß au« der Armmschule nahm?" fragte Blanche. „Cressy ist jetzt mein Kammermädchen. Str erinnert sich Eurer sehr gut, Guy, weil Ihr immer so freundlich mit ihr wäret."
„Die Haushaltung h t sich wenig verändert, seit Du fortgingst, Guy", sagte Sir Arthur. „Die alte Heimath noch weniger. Sobald sich das Wetter auf- k ärt, mußt Du mit Blanche einen Streifzug über das Gut machen. Ich habe vor einem Monate ein prächtiges Reitpferd für Dich gekauft. Es steht itn Stalle und harrt Deiner Verfügung. Du wirst auch Jagdpferde und Hunde finden. Du mußt Dich nur mit unserer einfachen Lebensweise zufrieden geben und ich zweifle nicht daran, daß sie Dir nach Deinem Universttätsleben und dem Wanderjahre sehr angenehm sein wird."
„O, gewiß", sagte Lowder. „Wenn ich gar nichts sonst gelernt hätte, so habe ich doch gelernt, mich meiner Heimath zu freuen."
„Ich vermuthe", sagte Sir Arthur, welcher immer den Gefühlen Anderer Rechnung trug, „daß Du die gu'e Frau Goß schon gerne sehen möchtest, die in Deiner Kindheit alles Mögliche that, was sie Dir an den Augen adsehen konnte. Ohne Zweifel hat ihr Purmton erzählt, wie freundlich Du mit ihm warst und hat damit ihre Eifersucht erregt. Du kannst auf ihr Zimmer gehen, Guy, wenn Du willst, aber bleibe nicht lange au». Ich kann Dich jetzt nicht lange entbehren und ich hätte Frau Goß hier« her berufen, wenn ich nicht dächte, Tu willst sie lieber allein sehen."
Lowder blickte bei diesem Vorschlag verlegen vor sich hin. Aber da e» Sir Arthur und Blanche höchst natürlich schien, daß er die Hau hälterin zu besuchen wünsche, stand er auf und erklärte lächelnd, daß er die gute alte Frau überraschen wolle. Aber kaum war er draußen in der Halle und allein, al» sich ferne Stirne virdunkrlte und er murmelte: „Verwünscht I Ich möchte gern wissen, wie ich das Zimmer der Haushälterin finden soll, ohne meine Un- kenntniß des Hause» zu verratlen?"
Zwölftes Kapitel.
Olla's Drangsale beginnen wieder.
Während sein falscher Freund, Jasper Lowder, sich auf dem Platz ststsetzte, der rechtmäßig Guy Tresstlian gehörte, ihm Heimath, Erbschaft und Anverwandte stahl und ihn einem schrecklichen Schicksale überließ, war der Sohn des Baronets nicht ganz freudlos. Fron Vicini behandelte ihren fanften, stillen Pflegling mit fast mütterlicher Sorgfalt und Zärtlichkeit. Sie hatte selbst keine Kinder und die Pflege des armen trübsinnigen Guy schien eine Lücke in ihrem warmen Herzen auszusüllen, dem zärtliche Fürsorge ein Bedürfniß war. Tomasa war in seiner Fischerbarks fast immer auf dem Meere und Teresa war daher viel allein. Er war also ganz natürlich, daß sie ihrem schwergeprüften, neuen Inwohner sehr zugethan war.
Da er nur wenig sprach und seine früheren Kenntnisse des Italienischen ganz vergessen zu haben schien — denn wenn er sprach, bediente er sich seiner Muttersprache — so machte sie keine Versuche, mit ihm zu plaudern; aber sie sorgte unablässig für ihn und seine Toilette war immer so nett und fein, daß Guy stets wie ein Gentleman aursah.
Er belohnte Vicint's treue Pflege mit sichtlicher Zuneigung, welche der meckeren Bäuerin ungemein schmeichelte.
Aber es geb Eine, an der er mit einem Anfluge von jener Lebhaftigkeit hing, die ihm in seinen glücklichen und gesunden Zäten eigen gewesen war.
Diese E ne war Ollr.
Er verehrte das junge Mädchen mit den leuchtenden, schwarzen Augen, wie man eine Heilige verehrt. Tag für Tag saß er auf der Felskuppe und erwartete, mit traurigen, sehnsuchtsvollen Blicken in das Thal hinabblickend, Olla's Besuch. Rur wenn er sie erblickte, irrte ein Lächeln über b-e erstarrten Züge; nur wenn sie ihm vorsang, traten Thränea in seine schwermüthigen Augen. Es schien in der That, als ob sie allein die Fähigkeit hätte, einen Schimmer von Leben in seiner schlafenden Seele erwecken zu können.
Und Olla ließ den geduldigen Wächter auf der Felrkuppe nie umsonst warten. Jeden Vormittag, ob Regen oder Sonnenschein war, besuchte sie ihn mit pür ktlichstcr Regelmäßigkeit. Sie brachte ihm Früchte zur Equickung, und Bilder, deren Betrachtung ihm Vergnügen zu machen schien. Sie sang ihm Lieder, Op-rn-Arien und Balladen vor und der arme Guy wurde ihres Gesanges nie müde. Mit
in Gießen.


