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Im Kaufe Jmmendorf.

Original-Roman von Emilie Heinrichs.

beit, da sein Opfer j-tzt, wie er R<5 jetzt mit Unbe­hagen eingestehen mußte, unter sicherer Oohut war und die Sache somit etwas recht Kitzlicher an

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sich hatte.

Und er ist dieser Adam Sturm", dachte er, sich finster dem Gedränge entwindend,ich sah sein Ec- schrecken und Erblaflen, er ist der Mordgeselle und ich dar? ihn nicht packen, nicht denunciren, weil man mich für verrückt und unfähig erklären würde. Ah, wenn der Bursche im Hospital nur durchkäme!"

Er blieb stehen, da er jetzt eine völlig menschen­leere Gaffe erreicht hatte, sann einen Augenblick nach und schlug dann den Weg ein, welcher nach dem städtischen Kcankenhause hinausführte.

Was kümmerte ihn, den eifrigen Criminalbeamten, jene lärmende Feier, ihn, der nur bestrebt war, Ver­brecher zu entdecken? Er besaß hierin ein ausge­prägtes Genie, einen brennenden Ehrgeiz, und hätte um alle Schätze der Welt nicht feine im Grande doch wenig beneidenswirthe Stellung aufgeben mögen.

Der vorliegende Mordansall war nun ein um so interessanterer für ihn, als er allein, wie er glaubte, den Schlüssel de» Geheimnisses, welche» das Ver­brechen umgab, gefunden hatte. Es war für ihn zu einer Ehrensache geworden, den Schuldigen an's Messer zu liefern, mochte derselbe sich auch hinter einem hohen Namen und unter sürstlichem Schutz

zu grüßen.

Fassung und Ruhe, Freund'Ulrich", sprach Egon s mit halblauter Stimme,Sie haben jetzt, da der - Fürst Alles ersahren, diesen Namen nicht mehr zu fürchten." \

Aber wer, um'» Himmels Willen, kann außer jenem John Walter diesen Namen kennen, wer kann es überhaupt, da jener Mensch noch krank darnieder- liegt, nur ahnen, daß ich identisch mit Adam Sturm bin, da Walter, dessen eigentlichen Rang und Namen ich selber nicht weiß, meinen wirklichen Namen nie- mals erfahren hat."

Allerdings haben wir es hier mit einem unheim­lichen Räthsel zu thun", versetzte Egon,doch soll uns dies die Freude der Tages und des Gelingens unser» Plane» nicht weiter stören. Wappnen Sie sich fortan mit dem Schild der Selbstbeherrschung, da Sie nichts mehr zu fürchten haben."

Sie brachen das leise geführte Gespräch jetzt ab, weil e» genug zu schauen gab; doch war Ulrich» Heiterkeit gestört, da eine düstere Ahnung kommen- den Unheils ihn nicht verlassen wollte.

Die Menge ergoß sich jetzt, nachdem der Zag vorüber war, wie ein unaufhaltsamer Strom durch die Nebengassen, um früh genug dort hinzukommen, wo Andere de» Zuger noch harrten, wobei die Schwachen und Geduldigen dann von den Frechen und Rücksichtslosen unbarmherzig zurückgedrängt wurden.

Einen Augenblick regte sich in dem Detectiv Thorsen der Wunsch, mit diesem Strom fortzuschwim- men und dar unheimliche Experiment mit Adam Sturm an geeigneter Stelle zu wiederholen. Doch verwarf er den Gedanken aus Rücksichten der Klug-

Ein grimmiges Lächeln überflog sein Gesicht bei diesem Gedanken und rascher wurde sein Schritt, bi» er nach einer Viertelstunde da» Krankenhau», welche« vor einem andern Thore lag, erreicht hatte.

Er zeigte dem Portier ein Schild, da« ihn al« Polizeibeamten legitimirte und fragte, ob der Kran­kenwärter Lüttmann bei der Hand sei.

Lüttmann ist hier, einige College« haben Urlaub für den Einzug bekommen, worüber er nicht gut zu sprechen ist. Gehen Sie nur die große Treppe hinauf, gleich link« um die Ecke."

Thorsen wußte Bescheid. Geräuschlos stieg er die Treppe hinauf und klopfte an die Thür, hinter welcher der unbekannte Verwundete lag. Nach weni­gen Augenblicken öffnete Lüttmann.

Sich' da, Thorsen!" flüsterte dieser,hast Du schon wieder Stoff für Deine hungrige Feder nöthig?"

Bist ein findiger Kopf, Freund Lüttmann!" lachte der Detectiv mit seiner gutmüthizen Miene, hab' mich dem Gedränge entwunden, um Dir zu sagen, daß Du nicht« an der Geschichte verloren hast. Wie geht's denn Deinem Kranken? '

Hat der Portier Dich ohne Karte hereinge- laffrn?" fragte Lüttmann besorgt.

Natürlich, ich fragte nach Dir" ,

Sonderbar, darf sonst nicht sein. Na, komm herein, da tee ärztliche Besuch schon hier gewesen, wird uns so bald keiner stören. Erzähl' mir, wie der Empfang ausgefallen ist."

Gott, wie gewöhnlich bei solchen Gelegenheiten, alter Junge!" erwiderte Thorsen, in die Stube tll- tend, mit gedämpfter Stimme,bürgermeisterliche

(Fortsetzung.)

u , Alle Wetter, der junge Herr von Jmmendorf", sagte der Barbier Semmel,ist also wieder Hof- fähig, schöner Mann, wie?"

War er denn ein Degradirier?" fragte Thor- sen gleichgültig. ,

Nicht so hitzig, nicht so hitzig", schrie Semmch so etwas ist nicht erlaubt; o, o, da ist ja auch der berühmte Doktor, hab' ihn schon rastrt, aber nicht so hitzig, wie kann da« rohe Volk über da» arme, kranke Fräulein lachen, ruhig, sag' ich, nicht so hitzig, nicht so hitzig!"

Alle Wetter, da» ist ja mein Freund Adam Sturm!" schrie plötzlich eine heisere Stentorstimme, der Bursche hat sich gut heraurgemacht!"

Ruhig!" gebot Thorsen, deffen Zweck bereits erfüllt schien, da sowohl Ulrich Jmmendorf wie Egon Dörner bei diesem unerwarteten Ruf jäh zusammen­gezuckt und sichtlich erblaßt waren. Doch behielten sie so viel Selbstbeherrschung, nach einem erschreckten Blick auf die Menge sich lächelnd dem Jmmmdort- scheu Hause zuzuwenden, um dir Kranke und Ultite