Hiehemr JamikienbMer.

Belletristisches Beiblatt;um Gießener Anzeiger.

(18. Hctover.)

In Frühlingsschauern, Veilchengrüßen Lrjauchzte ringsum Wald und Feld, Da schwuren Treue Dir zu Füßen Alldeutschlands Kerzen, edler £jelb . .. Und heut, kaum feuchtes Nebelgrauen Frühherbstlich um die Berge wallt Vorbei der Freude himmlisch Blauen; Du schlummerst traumlos, todtenkalt.

V, herrlich Saitenspiel zersprungen, Zu ew'ger Stummheit abgedämpft, Wie wunderbar hast Du geklungen Und Sieg in manchem Streit erkämpft I Du Herz, darin nur Perlen ruhten, Die Deine Huld so freudvoll gab Der Schmerz, im stillverhaltnen Bluten, pflanzt ew'gen Lorbeer Dir auf's Grab.

And doch getrost! die goldnen Bahnen, So dieser Held für's Reich erstritt Die Herzen hoch und hoch die Fahnen, So folgt sein Volk in Schritt und Tritt. Und folget fo auch seinem Sohne In Liebe, tausendsach verzweigt, Und preist den Raiser auf dem Throne, Der vor des Reichs panier sich neigt.

So ging ein Sonnenball zu Rüste, Der eine ganze Welt durchsonnt, Erlosch an fernentlegner Rüste Ein Prachtgestirn am Horizont.

So ruht ein Haupt, das hehr umwallet Der Schmerzverklärung lichter Schein, Und durch der Nachwelt Tempel hallet Das süße Wort:Vergiß nicht sein!"

Jum Geburtstage

Les

Der Tag verglüht, die Wipfel kosen, In Herbstesschwermuth schwebt die Welt Alldeutschland legt mit Dankesrosen

Den Rranz aufs Grab Dir,' tobtet Held! Und dann, was auch das Schicksal sende, Dem Weltlauf scharf in's Äug' geschaut, Und fest verschlungen Herz und Hände, Und auf der Zukunft Stern' vertraut!

Rar! Böttcher.

Nr. 123. Donnerstag drn 18. October.