Hießmer Jamilienbläiter

Belletristisches Beiblatt zum Gießener Anzeiger.

1888.

Samstag den 17. März.

Nr. 33.

wie

um

Gießen.

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ntgien Staaten eliefert worden, m Stich, kehrte 'eau zurück und eiten. Es kam er Ansicht war, rem Geld aus rd wußte, wie

Richtweg nach einsamen Ort r nieder; warf ngrube und be> itberbarer Weise er Arbeit, Eng- ibe hat er den c betäuben und richt zu fliehen

c Tage früher, Paflagierbillet r am 23.^ Sep« einem gewich« )pfer in Black» dem Perron

(Fortsetzung).

Du glaubst nicht, Siegfried, mit

rsche betrifft, so wnn ich an ht im Schnvpen selbe war in ;e Reise machte, n lassen und es and.

mern uns nicht, ndet sie in dem . Hier genügt, it den Verhand- war, den Ent« auern; ihm die dann mit dem

moderte. Mein ans, wie jener en von ihm dis sonst nirgends en würde; dar iur Auffindung fives Werkzeug e ich nicht aus- !M Leser über« man annehmen en Erfahrungs- : Sonne, von 'ich etwas trö.u-

freudigeren Gefühlen ich Dich heute betrachte, ich gestern Abend gethan habe."

Du machst Dir gleich zu viele Sorge mich."

Herrn erschlug ebenfalls erhielt er wurde i« in Old Bailey

Aufführung annehmen wolle. Und der Direetor hat ste angenommen und war von ihr entzückt. Nun Freund Rohdenberg, was fügen Sie denn zu diesem unglaublichen Vorerfolg?"

Ich freue mich unendlich und wünsche Ihnen alles fernere Glück bamit."

Langenbach sah dem Freunde aufmerksam ins Gesicht.

Doch sagen Sie mir, lieber Freund, was ist Ihnen denn passirt? Heraus damit, auf daß Ihre Seele frei wird!"

Sie sollten mir einen Ra!h ertheilrn."

Mit Freuden, wenn ich's tarnt I"

Siegfried erzählte nun Alles, was auf die Ent­wickelung seiner Liebe Bezug hatte und was ihn berechtigte, an Frieda'» Gegenliebe zu glauben; ferner das Gespräch, welches er in der Nacht über diesen Gegenstand mit seiner Großmutter geführt hatte.

Nach reiflicher Ueberlegung bin ich zu der An­sicht gekommen", sagte er,daß Frieda'» Liebe nicht minder wahr und tief ist, als die meine, es giebt Blicke, die Bekenntnisse ohne Worte sind und nicht weniger sagen, als es die Sprache könnte. Aber ich bin arm und das ist dem Vater gegenüber die Schranke, über die meine Hoffnungen nicht hinüber können."

Es mag wohl sein, Gottlob, daß ich es nicht mehr nöihig habe." Es kam dann das Gespräch auf den Gesangabcnd und Frau Rohdenberg schilderte den Eindruck, den die großartige Schlangenburg, der Garten und der Park, sowie das Wolter'sche Ehe­paar und die Gäste auf sie gemacht; Siegfried sprach sich über die Fähigkeiten der Sänger aus und er­wähnte dabei, daß die Frau Geheimräthin ihm ge­sagt, es sei nicht unmöglich, daß einer der Sänger nächstens aurscheiden müsse, ob er einen Ersatz wisse. Er habe ihr erwidert, daß sein Freund Langenbach einen sehr schönen Tenor besitze und sehr musikalisch sei. Frau Gcheimräthin sei sehr lebhaft darauf eingegangen und habe ihn gebeten, seinen Freund zum Beitritt auszufordern.Und ich werde alles Mögliche thun, um ihn zu überreden, schloß er."

Als Frau Rohdenberg gegen halb neun Uhr das Plauderstündchen beendete, verabschiedete sich Siegfr ed von ihr und begab sich nach dem Rütter'schen Biergarten. Er wählte eine schattige Laube, von der aus das Gartenthor bequem zu überwachen war. Genau mit dem Glockenschlage Elf trat Heinrich Langenbach in den Garten und die Freunde begrüßten sich herzlich.

Das für Sie sehr Wichtige, lieber Langen­bach", sagte Siegfried,muß zugleich etwas sehr Freudiges sein, denn Ihre Gestchtszüge strahlen förmlich von Glück und Jubel."

Das ist es auch. Erstens: Ich bin verlobt!"

Verlobt?" rief Siegfried überrascht.Mit Fräulein Werner?"

Errathen!"

Da gratulire ich von Herzen!"

Siegfried reichte über den Tssch dem Freunde die Hand.

Zweitens", fuhr Langenbach fort,wird meine Operette angenommen werden!"

Wird angenommen werden? Aber woher wissen Sie denn das? Noch ist der dritte Act nicht fertig!" Fch konnte nicht warten, bis ich die letzte Note

geschrieben. Da ging ich denn vor etwa acht Tagen z mit den vollendeten ersten zwei Akten meiner Operette \ zum Herrn Theaterdirektor Stiebitz, ersuchte ihn, s dieselben einer gütigen Durchsicht zu unterwerfen, t und wenn sie ihm gefielen, mir zu sagen, ob er das

Ganze, natürlich unter der Voraussetzung, daß der letzte Act den beiden ersten Acten entspräche, zur

Ich kenne den Geheimrath Wolter persönlich nicht", versetzte Langenbach,ich weiß nur, daß er den Ruf eines Ehrenmannes hat und sehr viel Gutes thut. Aber wer kann wissen, ob er von allen Vor- urtheilen frei ist, wenn es sich um die Wahl eines Schwiegersohnes handelt? Da haben vermögende Leute, mögen ste sonst noch so vortreffliche Menschen sein, oft ihre eigenen Ansichten."

Gerade dies Beispiel hat das trübe Gefühl der Aussichtslosigkeit in mir nur noch vermehrt", sagte Siegfried mit einem tiefen Seufzer.Wäre tch , reich,so würde ich zu Frieda'» Vater gehen, würde s ihm sagen, ich liebe Ihre Tochter, geben Sie sie l mir zur Frau, ich brauche keine Mitgift, denn ich | bin im Besitz einer Million, und dann

Würde er vermuthlich sogleich ja sagen."

Und ich bin reich, Langenbach, und bin es

Die verkorene Kiöek.

Original-Roman in 3 Bänden von vr. Carl Hartmann-Plön.